Langenthal
Ärger wegen Baulärm und Abgasen

Wo gebaut wird, brauchen die Anwohner Nerven und müssen oft Verständnis über Gebühr zeigen. An der Haldenstrasse wird laut Stadtbaumeister Urs Affolter mit der grossen Kelle angerichtet. Das führt zu Reklamationen.

Urs Byland
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Lang andauernde Bauarbeiten wie an der Haldenstrasse zerren oft an den Nerven der Anwohner. uby

Lang andauernde Bauarbeiten wie an der Haldenstrasse zerren oft an den Nerven der Anwohner. uby

Solothurner Zeitung

«Wir müssen sicherstellen, das die Werkleitungen und Kanalisation erneuert werden und einwandfrei verlegt sind. Die ganze Bauerei kostet über eine Million Franken», sagt Stadtbaumeister Urs Affolter.

Dieses Bauen, laut Affolter «im grossen Stil», hat einen Anwohner dazu veranlasst, dem Stadtbaumeister eine längere Reklamation zu schreiben. «Einen Herbst, einen Winter und einen Frühlingsanfang durften wir also bis jetzt erdulden. Die Immissionen sind enorm: Das Öffnen der Strasse und das Wegräumen des Aushubs ist täglich äusserst laut, verursacht durch die Arbeiten mit den unterschiedlichsten Maschinen. Und die Abgase der schweren Baumaschinen liegen als zähe und säuerliche Schwaden in der Luft», schreibt der Anwohner in seinem Brief.

«Es ist eine Baustelle»

«Wir hatten bisher keine Reklamationen wegen dieser Baustelle», erklärt Stadtbaumeister Urs Affolter. Er sei extra nochmals schauen gegangen: «Ich habe eine absolut gut geführte, sauber aufgeräumte, einwandfreie Baustelle angetroffen. Aber klar: es ist eine Baustelle.» Er habe Verständnis für jeden, der sich durch das Bauen belästigt fühle. Das meine er ganz ehrlich. «Wir bemühen uns, die Immissionen auf einem so tiefen Niveau wie möglich zu halten.» Der Anwohner stört sich auch an der langen Bauzeit, die noch bis September dauern wird. «Es gibt eben viele Arbeiten», sagt Affolter und nennt als Beispiel die Strassenabschlüsse zu den einzelnen Liegenschaften. Affolter kann auch nicht versprechen, dass die Lärmbelästigungen aufhören. «Ganz sicher muss beim Einbringen des Asphaltes mit Lärm und Vibrationen gerechnet werden und es wird sicher auch noch gebaggert, wenn etwa Schächte gesetzt werden müssen.» Aber die ganz groben Sachen seien erledigt. Zudem würden sämtliche verwendeten Maschinen und Geräte wie Pneubagger, Walzen, Lastwagen, Verdichtungsgeräte und so weiter den Umweltvorschriften entsprechen. «Das ist alles im grünen Bereich, aber es macht halt trotzdem Lärm.»

Sache der Privaten

Der Lärm ist das eine, das andere ist der Schmutz und Staub: «Dazu kommt auch noch der Dreck, bei Nässe sowieso und bei Trockenheit der Staub», schreibt der Anwohner verärgert, «Fensterbänke und Balkon, Fenster und Rollläden, Pflanzen und Wege, alles ist verschmutzt. Ich frage mich, wer die Reinigungsarbeiten, nicht nur am Schluss des ganzen Spuks, sondern immer mal wieder, zu übernehmen hat.» Urs Affolter winkt ab: «Da können wir gar nichts machen», Wenn möglich, würden präventiv Vorkehrungen getroffen. «Bei grosser Trockenheit wässern wir schon mal, damit die Staubentwicklung geringer ausfällt.» Aber Staub auf Fensterbänken oder an Rollläden, das Entfernen sei Sache der Privaten. «Etwas anderes ist es, wenn wir jemandem den Vorplatz verschmutzen. Dann reinigen wir das.»

Im Weiteren sei zu beobachten, so der Anwohner, dass sowohl Fussgänger, Hundeversäuberer oder Velofahrer oft auf die parkähnliche Wiese am Buechrain ausweichen, weil Baumaschinen und der ganze Aushub Trottoir und Strasse belegen. «Das war der Hauptgrund, weshalb ich schnell selber schauen ging», erklärt Affolter. «Die Zugänglichkeit ist gewährleistet. Den Bedürfnissen der Leute der Alterssiedlung wird sogar speziell Rechnung getragen.»