Morgenmusik
Anspruchsvolle Musik am Gemeinschaftskonzert

Jedes Jahr lädt der reformierte Kirchenchor unter der Leitung von René Schär zur Morgenmusik. Unter den Besuchern sind viele Musikliebhaber aus der Region zu finden. Davon zeugte die bis auf den letzten Platz besetzte Kirche.

Jana Fehrensen
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Morgenmusik in der Kirche Geissberg. jfl

Morgenmusik in der Kirche Geissberg. jfl

Auf dem Programm stand die Kantate «Komm herzu» von Johann Gottlieb Naumann (1741–1801) und zwei Kantaten von Johann Sebastian Bach (1685–1750). Mit viel Gefühl er-klang zur Eröffnung der Morgenmusik die bekannte Kantate «Kommt herzu» von Johann Gottlieb Naumann. Der erfahrene Chor unter der Leitung von René Schär agierte selbstbewusst und präzise und ergänzte die drei Profi-Solisten, Silvia-Kristina Hadorn (Sopran), Markus Lehmann (Tenor), Nando Brügger (Bass) eindrücklich. Für eine hochstehende instrumentale Begleitung sorgte das Orchester ad hoc mit
dem bekannten Konzertmeister Jörg Lüthi.

Nach der hellen, lebensbejahenden Eröffnung stellte der Dirigent René Schär dramaturgisch geschickt die wunderbare Kreuzstabkantate ins Programmzentrum der Morgenmusik. Das eindrucksvolle Werk, das von Leben, Verheissung, Tod und Verklärung handelt, stellte an alle Aufführenden hohe Anforderungen, denen sich aber sowohl der Kirchenchor und Orchester als auch der Solist Nando Brügger gewachsen zeigten. Es gelang ihnen, die ganze Dramatik auf kleinstem Raum aufzubauen und die Gefühle adäquat und pointiert darzustellen. Es entstand eine Stimmung, der sich kaum jemand entziehen vermochte. Der Höhepunkt war aber der Schlusschoral dieser Kantate. Er gehörte zu den ergreifendsten Momenten des Konzertes.

Abschluss des Programms bildete die Bach-Kantate «Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott». Sie basiert auf dem Sterbelied von Paul Eber und soll als Vorbild für den Weg des Glaubenden dienen. Das musikalische Wechselspiel zwischen dem Chor und den drei Solisten war ein Hochgenuss. Die Interpretation war höchst lebendig und im Detail souverän ausformuliert. Besonders bewundernswert war die Intonationssicherheit und schlackenlose Reinheit des Chors, die eine nachhaltige Deutung des Textes in den Vordergrund rückte. Das Publikum in der Kirche Geissberg dankte mit einem lang anhaltenden Applaus und war erst nach einer Zugabe bereit, die Aufführenden zu entlassen.