Solothurn
An der Velobörse werden 265 Velos verkauft – Kindervelos als der grosse Renner

Am Samstag wurde am Kreuzackerplatz die Solothurner Velobörse abgehalten. Die Bilanz: Am Ende der Börse wurden insgesamt 265 Velos verkauft. Mit Abstand am beliebtesten waren Kindervelos.

Katharina Arni-Howald
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An der Velobörse Solothurn 2017 wurden wieder zahlreiche Zweiräder zum Kauf angeboten
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Velobörse Solothurn 2017
Velobörse Solothurn 2017 (21)

An der Velobörse Solothurn 2017 wurden wieder zahlreiche Zweiräder zum Kauf angeboten

Michel Lüthi

Der Himmel ist bedeckt, eine giftige Bise treibt die Menschen an die Wärme. Nicht so die Veloliebhaber auf dem Kreuzackerplatz. Ob man mit dem praktischen Zweirad sportlich unterwegs ist, zur Arbeit und in die Schule fährt oder Erholung im Grünen sucht, eines haben alle Velobesitzer gemeinsam: sie stehen nicht gerne im Stau und lieben es, wenn sie ein Gefährt haben, das ihren Bedürfnissen entspricht.

Es ist Samstagmorgen, 10 Uhr. Einmal mehr hat die Pro Velo zusammen mit dem VCS Solothurn eine Velobörse organisiert. Seit 8 Uhr steht das eingespielte, ehrenamtlich tätige Team der beiden Institutionen auf dem Platz und nimmt Velos zum Verkauf entgegen. Wer ein Fahrrad verkaufen oder kaufen will muss ein Frühaufsteher sein. Auch in diesem Jahr haben sich die Reihen mit den Drahteseln rasch gelichtet, und die begehrtesten Objekte haben früh schon ihren Besitzer gewechselt.

«Mein elfjähriger Sohn braucht ein neues Velo, aber er war zu faul um mitzukommen», sagt ein Vater und inspiziert ein Knabenvelo, das passen könnte. Nicht weit davon entfernt steht eine Frau, umringt von ihren beiden Kindern und deren Grosseltern. Beim Kauf eines Velos können in der Familie schliesslich alle mitreden. Der Ehemann schaut sich, ein bisschen abseits, die beiden Velos, die in Frage kommen, genauer an. Ein Mann daneben sagt in gebrochenem Deutsch: «Egal welches sie nehmen, das andere kaufe ich.» Nachdem der Entscheid gefällt ist, beginnt die junge Frau zu schwärmen: «Wir sind das erste Mal hier, aber das ist eine gute Sache.» Die Frage, ob sie wiederkommen werden, erübrigt sich.

Stefan Reichenbach von Pro Velo steht einmal hier und einmal dort und beantwortet Fragen. «Wir waren pünktlich vor Ort, und es ging gleich los», berichtet er. Der Fachmann weiss, was die Leute suchen. «Sie wollen ein qualitativ gutes Fahrrad zu fairen Preisen.» Zu den Rennern gehören einmal mehr Kindervelos. Das ist nicht verwunderlich, denn Kinder wachsen schnell. Da sind Eltern froh, wenn sie das alte wieder verkaufen und ein neues kaufen können.

Gesuchte Objekte sind auch Veloanhänger und Kinderlaufräder, sogenannte Like-Bikes. «In den letzten Jahren hatten wir von beiden genügend, aber heute fehlen sie uns», stellt Barbara Wyss von Pro Velo fest. «Kaum hat jemand ein Like-Bike hingestellt, ist es schon weg.»

Ein wichtiger Mann auf dem Platz, wo sich auch etliche Migranten tummeln, ist Philipp Biberstein vom «Fahradies» in Luterbach. Die potentiellen Käufer schätzen seine mobile Werkstatt und wollen von ihm wissen, ob das angepeilte Objekt Mängel aufweist oder überteuert ist. Der Velomechaniker berät kompetent und nimmt sich Zeit. «Wenn Leute Geld ausgeben sollen sie auch einen Gegenwert dafür erhalten.» Schrott verkaufen ist ihm zuwider.

Ein paar Stunden später zieht Regula Aepli vom VCS Solothurn Bilanz: «Wir haben 440 Fahrräder angenommen und 265 verkauft.» 38'000 Franken vom Erlös gingen an die Verkäuferinnen und Verkäufer. Mit den verbleibenden 6'800 Franken werden die Kosten für die Infrastruktur und die Spesen gedeckt. Mit dem, was dann noch übrig bleibt unterstützen die beiden Institutionen Veloprojekte.

«Sinn und Zweck der Velobörse ist nach wie vor, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, Fahrräder, die nicht mehr gebraucht werden und allenfalls irgendwo in einem Keller verrotten, zu verkaufen.» Auch in diesem Jahr ist es gelungen, den immer grösser werdenden Zustrom von Händlern zurückzubinden. «Die Anfragen kommen heute sogar aus der Ostschweiz», konstatiert Aepli. «Grundsätzlich geben wir nur Händlern im Umkreis von 15 Kilometern die Möglichkeit, ihre Fahrräder an die Börse zu bringen.»