Erdbeben
Ammann-Baustelle in Christchurch blieb verschont

Nur etwa zehn Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens in Neuseeland entfernt, etwas ausserhalb der Stadt Christchurch, erstellt die Ammann-Group, Langenthal, eine Asphaltanlage. Bauleiter ist Wendelin Sidler.

Irmgard Bayard
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Solothurner Zeitung

Wendelin Sidler ist zusammen mit einem Mitarbeiter von Ammann Deutschland und fünf einheimischen Monteuren für den Aufbau zuständig.

Sidler erzählte gestern am Telefon, wie er das Beben erlebte: «Tage zuvor hat die Erde bereits gebebt, was dort immer wieder vorkommt. Dann aber, am 22. Februar, etwa zehn vor eins Lokalzeit, wurde es schlimm. Wir waren an der Arbeit, haben aus dem Büro geschaut und gesehen, dass sich alles bewegt.» Später erfuhren sie, dass es sich um ein Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala gehandelt hatte.

Arbeiten auf Baustelle eingestellt

Perplex seien sie gewesen, sagte der 33-Jährige. «Eine Viertelstunde später kam das zweite Beben, das aber etwas schwächer war.» Daraufhin hätten sie die Arbeit bei der Baustelle eingestellt. Sie hatten Glück im Unglück: «Weder unseren Leuten noch der Anlage ist etwas passiert», sagte Sidler. Das habe damit zu tun, dass diese etwas ausserhalb der Stadt stehe und erdbebensicher konstruiert sei.

Abends sei er dann durch die Stadt spaziert und habe erst dann das Ausmass des Bebens gesehen. Dieses sei viel schlimmer als nach dem Beben Anfang September, als die Stärke 7 gemessen wurde. «Dieses Mal lag das Epizentrum direkt unter der Stadt», nennt Sidler einen Grund. Zudem habe sich diesmal die Erde horizontal verschoben, sagen Experten.

Sidlers Hotel, etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, war wenig betroffen. «Viele Restaurants waren aber heute zu», sagte er gestern, als er sich aufmachte, das Nachtessen einzunehmen. «Die Stadt ist noch abgesperrt und Strom fehlt teilweise.»

Die Arbeit geht weiter

Trotzdem: Für ihn und seine Mannschaft geht die Arbeit weiter, wenn auch mit einem etwas eingeschränkten Team. «Wir haben Mitarbeiter darunter, die ihr Haus verloren haben. Einer sogar das zweite Mal. Diese kümmern sich natürlich nun um die private Situation.» Die Leute seien alle sehr hilfsbereit. «Ein junger Mitarbeiter hat erzählt, dass er Familien seiner Kollegen bei sich beherberge», sagte Sidler.

Der Chamer hatte mit der Schweiz immer Kontakt. Er wohnt in Cham. «Ich konnte meine Freundin und die Familie über die Situation orientieren», sagte er. «Wir hatten immer Telefonverbindungen, auch interne.»