Langenthal
Alter Standort soll auch neuer Standort sein

Vor drei Jahren bekämpften alle Fraktionen gemeinsam eine geplante Wertstoffsammelstelle beim Kindergarten Oberfeld. Jetzt präsentiert die Stadt eine neue Möglichkeit.

Tobias Granwehr
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Die jetzige Sammelstelle an der Thunstettenstrasse. tg

Die jetzige Sammelstelle an der Thunstettenstrasse. tg

Solothurner Zeitung

Es gab einen regelrechten Aufschrei im Herbst 2008, als die Stadt bekannt gab, sie plane direkt neben dem Kindergarten Oberfeld eine unterirdische Sammelstelle für Glas, Alu und Blech. Sowohl die städtische Kindergartenleitung als auch Anwohner äusserten ihre Bedenken. In der Folge reichten alle Stadtratsfraktionen gemeinsam unter der Führung des mittlerweile zurückgetretenen Urs Masshardt (SP) ein Postulat ein. Sie baten den Gemeinderat, den Bau einer Wertstoffsammelstelle neben dem Kindergarten nochmals zu prüfen.

Der Gemeinderat reagierte – und beauftragte das Stadtbauamt, sich dem Thema Wertstoffsammelstelle anzunehmen. An der nächsten Stadtratssitzung am 9. Mai legt der Gemeinderat nun das Resultat dieser Prüfung vor. Laut Bericht des Stadtbauamtes zeigte sich, dass eine unterirdische Sammelstelle auf dem Areal der Kadi AG erstellt werden könnte. Das Stadtbauamt schlug vor, die Sammelstelle im Bereich der heutigen Busstation an der Thunstettenstrasse zu realisieren – und die Kadi AG mittels jährlichem Beitrag zu entschädigen.

Der Pommes-Frites-Hersteller Kadi gehört mittlerweile einer deutschen Beteiligungsgesellschaft. «Dieser Plan scheiterte schliesslich an der fehlenden Bereitschaft der neuen Besitzerin», schreibt das Amt im Bericht. Die Frankfurter Kadi-Besitzerin schlug aber vor, der Stadt im Bereich der heutigen Sammelstelle Land zu verkaufen. Die oberirdische und völlig veraltete Sammelstelle liegt direkt neben dem Bahnübergang an der Thunstettenstrasse.

Ende 2010 habe vor Ort eine Besprechung stattgefunden, schreibt das Stadtbauamt. Dabei seien der genaue Standort, die benötigte Landfläche sowie der Preis diskutiert und im Grundsatz vereinbart worden. Die Stadt ist bereit, der Kadi AG für 70 Quadratmeter Land 10500 Franken zu zahlen.

Nun liege der Entscheid beim Verwaltungsrat der Beteiligungsgesellschaft. Gemäss Stadtschreiber Daniel Steiner ist der Verkauf noch nicht über die Bühne. Er wisse noch nichts von einem Entscheid der Kadi-Besitzerin. Das Geschäft sei nächste Woche im Gemeinderat traktandiert, so Steiner. Warum wird das Thema Wertstoffsammelstelle gleichzeitig im Stadt- und im Gemeinderat behandelt? Der Grund ist einfach: Die Stadtregierung ist aufgrund des Postulats verpflichtet, dem Stadtrat einen Bericht vorzulegen. Gleichzeitig kann sie das Geschäft aber auch selbst vorantreiben.

Stimmt der Verwaltungsrat der Beteiligungsgesellschaft dem Landverkauf zu, muss der Gemeinderat entscheiden, wie es weitergeht. «Sollte die Antwort des Verwaltungsrates negativ ausfallen, bleibt nichts anderes übrig, als mit der bestehenden Lösung an der Thunstettenstrasse weiterzuarbeiten», schreibt das Stadtbauamt.