Rohrbach
Adrian Amstutz: «Vergebe Aufträge auschliesslich in der Region»

SVP-Nationalrat war zu Gast beim Wirtschaftsapéro der Gemeinde Rohrbach, Rohrbachgraben und Auswil. Er vergebe beruflich Aufträge auschliesslich in der Region, privat kaufe er nur in der näheren Region ein, sagte der Sigriswiler Politiker.

Irmgard Bayard
Drucken
Teilen
Adrian Amstutz

Adrian Amstutz

Keystone

Dem Schlagwort «Geiz ist geil» könne man dem Sprichwort «Wer andern eine Grube gräbt,...» entgegensetzen. «Wer Fleisch ennet der Grenze kauft oder sich Zähne in Ungarn flicken lässt, der exportiert Vermögen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen ins Ausland. Das mindert unseren Wohlstand», sagte Amstutz.

Aufträge in der Region vergeben

Als weiteres Beispiel nannte er die aus dem Ausland importierten Fertighäuser. «Wenn das einheimische Bau- und das Bauzuliefergewerbe nicht mehr zum Zuge kommen, geht die Wertschöpfung, gehen Lehrstellen verloren.» Dies sei vor allem für ländliche Gegenden verheerend, sagt der aus Sigriswil stammende Politiker. Dieses kurzfristige Denken bei der Arbeitsvergabe und der Beschaffung habe leider auch bei der öffentlichen Hand Einzug gehalten: «Auf allen Ebenen kommt der Billigste zum Zuge.»

Was er selber dazu beitrage, um dem entgegenzuwirken, wollte jemand aus dem Publikum wissen. «Im Beruf, indem ich Aufträge ausschliesslich in der Region vergebe, privat, indem ich in der näheren Umgebung einkaufe», sagte der Mitinhaber einer Architektur- und Bauleitungsfirma.

Bei der anschliessenden Diskussion gab es auch kritische Fragen. «Die SBB werden vom Staat unterstützt, der Auftrag für neue Züge wird aber ins Ausland vergeben. Wie ist das möglich?», wollte ein Votant vom Nationalrat wissen. Dafür habe er auch kein Verständnis. Das habe aber damit zu tun, dass sich alle bis ins Detail an die Vorschriften hielten. «Wir sind päpstlicher als der Papst», sagte Amstutz, der betonte, dass wohl kein anderes Land so handeln würde. Ändern könne man höchstens etwas, wenn man im Parlament immer wieder vorstellig werde. «Das gilt auf eidgenössischer, auf kantonaler und auf Gemeindeebene», bedauerte Adrian Amstutz.

«Lebt die Autonomie»

Zum Umgang mit der Verwaltung riet der 57-Jährige: «Ihr müsst einfach nicht immer alles in Bern nachfragen. Lebt die Autonomie. Wenn Ihr die Verantwortung tragt, könnt Ihr auch mal im gesetzlichen Graubereich handeln.» Die «angeblich professionalisierte» Verwaltung mit «lauter Spezialisten» sei in seinen Augen eine Fehlentwicklung.

Betreffend Entwicklung des ländlichen Raumes könne er «keine gute Prognose» geben, antwortete Am-stutz auf eine entsprechende Frage. «Die Revision des Raumplanungsgesetzes widerspricht den Interessen des ländlichen Raumes.»

Abschliessend betonte Amstutz, dass es auch viel Positives zu vermelden gebe. «Die Leistungsbereitschaft– auch von Ausländern, die es in unserem Land braucht – ist vorhanden.» Man müsse Menschen wie einer WC-Reinigungsfrau und einem Hayek selig auf Augenhöhe begegnen. «Da sind wir in der Schweiz schon weit.»

Zum Schluss schenkte Peter Hirschi dem Gast eine in Rohrbach hergestellte Schwingerhose, weil er doch viel angegriffen werden. Hirschi: «Ich hoffe natürlich, dass Sie stärker sind als der Gegner.»