Wiedlisbach
Abgeltung von 179 000 Franken

Für die Auflösung des alten Ausscheidungsvertrags mit der Einwohnergemeinde genehmigte die Burgerversammlung eine Abgeltung von 179 000 Franken.

Kurt Nützi
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Solothurner Zeitung

Die 29 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten an der Burgerversammlung im Spittel in Wiedlisbach die Jahresrechnung 2010 mit einem Reingewinn von 251000 Franken. Zudem stimmten sie der definitiven Auflösung des Ausscheidungsvertrages aus dem Jahr 1856 zu und genehmigten dafür eine einmalige Abgeltung von 179000 Franken an die Einwohnergemeinde Wiedlisbach.

Erstmals führte der neue Burgerpräsident Adrian Känzig durch die Versammlung. Burgerkassier Patrick Hofer konnte dem Plenum dank den Einnahmen von 599000 Franken aus dem Kiesabbau im Längwald einen ausgezeichneten Rechnungsabschluss präsentieren. Bei einem Aufwand von 923000 Franken und einem Ertrag von 1,173 Millionen Franken resultierte ein Ertragsüberschuss von 251000 Franken. Die Burgergemeinde verfügte Ende 2010 über ein Eigenkapital von 4,4 Millionen Franken.

Erstmals wirkte sich die Übernahme des Revier-Kopfbetriebes über das ganze Jahr auf die Jahresrechnung 2010 aus. Sie ist jetzt laut Hofer mit künftigen Rechnungsabschlüssen vergleichbar. 2010 wurden mit Dienstleistungen an Dritte mit dem Revierforstteam unter Revierförster Martin Rathgeb 160000 Franken erwirtschaftet. Der Unterhalt der Maschinen verschlang demgegenüber 26000 Franken. 44500 Franken konnten für Maschinenstunden an Dritte verrechnet werden.

Container für Diesel und Benzin

Erhard Bohner, der Vizepräsident des siebenköpfigen Burgerrats, informierte über die beiden grossen Investitionen. Die Übernahme des Revierforsts machte einen grösseren Personalbestand und Maschinenpark und als Folge die Erweiterung des Werkhofs notwendig. In die Fahrzeuge wurden 530000 Franken investiert, in die Vergrösserung und den Innenausbau des Werkhofs 329000. Das Plenum billigte die Kreditunterschreitung von 16000 Franken für den in zwei Tranchen bewilligten Gesamtkredit von 875000 Franken.

Damit vorschriftsgemäss, getrennt vom Fahrzeugpark, Diesel und Benzin gelagert werden können, stimmten die Stimmberechtigten einem Verpflichtungskredit von 25000 Franken für den Kauf eines Containers zu. Dieser wird ausserhalb des Werkhofs aufgestellt.

Erhard Bohner erklärte den Versammlungsteilnehmern, warum sich der Burgerrat aus dem Ausscheidungsvertrag zwischen Einwohner- und Burgergemeine aus dem Jahr 1856 – mit Anpassungen, vorgenommen in den Jahren 1912 und 1948– mit einer einmaligen Abgeltung von 179000 Franken freikaufen möchte. 7000 Franken jährlich bezahlt die Burgergemeinde an diverse Institutionen in der Gemeinde. Die Burgerräte möchten mehr Handlungsspielraum, wen und was sie in Zukunft finanziell unterstützen möchten. Einstimmig genehmigte das Plenum diese einmalige Abgeltung. Nun müssen die Stimmberechtigten der Einwohnergemeine an einer der nächsten Einwohnergemeindeversammlungen Stellung dazu beziehen.