Langenthal
Ab Montag gibt es in Langenthal Methadon für Suchtkranke

Das Zentrum für Ambulante Suchtbehandlung (ZAS) öffnet bald seine Tore – und eröffnet neue Perspektiven für die Drogenabhängigen. Ab nächsten Montag wird im ZAS Langenthal Methadon an Suchtkranke abgegeben.

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An der Bahnhofstrasse 30 öffnet am Montag das ZAS. uby

An der Bahnhofstrasse 30 öffnet am Montag das ZAS. uby

Solothurner Zeitung

Das ZAS Langenthal, das neue Zentrum für Ambulante Suchtbehandlung des Contact Netz, eröffnet am nächsten Montag, 5. Dezember, seine Behandlungsräume an der Bahnhofstrasse 32. Dieses bietet drogenabhängigen Patienten eine Substitutionsbehandlung und unterstützt sie auf dem Weg in die Reintegration.

Zentrum für 30 bis 40 Suchtkranke

Die Substitutionsbehandlung ermögliche Drogenabhängigen, die Auswirkungen ihrer Suchterkrankung zu stabilisieren, schreibt Franziska Reist, Leiterin Regionalstelle Oberaargau-Emmental von Contact Netz. Die Behandlung helfe, den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten zu verbessern, den Konsum von Heroin zu ersetzen und die notwenige Distanz zur Drogenszene zu schaffen. Dadurch würden Schritte für positive Veränderungen möglich, wie etwa die Wiederaufnahme einer geregelten Beschäftigung und einer Tagesstruktur.

Hausärzte sollen entlastet werden

Die Entlastung des öffentlichen Raumes sei ein weiterer positiver Effekt dieses Angebots. Laut Mitteilung rechnet das ZAS Langenthal in der Anfangsphase mit 30 bis 40 Behandlungsprogrammen. Bei zusätzlichem Bedarf kann das Angebot erweitert werden. Für die Substitutionsbehandlung werden vorwiegend Medikamente wie Methadon und Buprenorphin ärztlich verschrieben. Mit den drogenabhängigen Patientinnen und Patienten wird ein Behandlungsvertrag abgeschlossen. Sie erhalten im ZAS einmal täglich zu bestimmten Öffnungszeiten die erforderliche Dosis der Ersatzsubstanz. Die psychosoziale Begleitung würden Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen in regelmässigen Gesprächen sicherstellen. Durch das Angebot von ZAS Langenthal könnten die Hausärzte in der Region entlastet werden, heisst es.

Betreiber mit Erfahrung

Im August erteilte der Kantonsapotheker dem ZAS Langenthal die Betäubungsmittel-Bewilligung. Bedenken betroffener Nachbarn und Geschäfte wurden im Rahmen von Einspracheverfahren aufgenommen und geregelt, schreibt das ZAS Langenthal, musste doch für einen Umbau ein Baugesuch eingereicht werden (az Langenthaler Tagblatt berichtete mehrfach). Betrieben wird das Behandlungszentrum vom Contact Netz und der Stiftung für Jugend-, Eltern- und Suchtarbeit in Zusammenarbeit mit den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) und der Tagesstätte der Genossenschaft Solidarität. Zusammen mit den UPD führt Contact in der Stadt Bern bereits seit Jahren ein Zentrum für ambulante Suchtbehandlung. (uby/mgt)

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