De-Vigier-Stiftung
Aargauer Unternehmer ist «Supporter of the Year 2012»

Bereits zum 24. Mal hat am Donnerstag in Solothurn die De-Vigier-Stiftung Förderpreise für Schweizer Jungunternehmen vergeben. Ausgezeichnet wurde auch der Aargauer Unternehmer Thomas Knecht als Unternehmerförderer des Jahres.

Franz Schaible
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«Unternehmensförderer des Jahres 2012»: Thomas-Knecht

«Unternehmensförderer des Jahres 2012»: Thomas-Knecht

Zur Verfügung gestellt

Die Starthilfe für Jungunternehmen wurde vor 25 Jahren von Unternehmer William de Vigier, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, ins Leben gerufen. Seit 1989 unterstützt die W.A. de Vigier Stiftung jedes Jahr Start-up-Firmen mit je 100‘000 Franken, dieses Jahr also zum 24. Mal.

Dieses Jahr wurden nicht wie gewöhnlich fünf, sondern deren sieben Firmen preisgekrönt. Grund ist das 25-jährige Bestehen der Stiftung. Nebst den fünf «normalen» Förderpreisen gab es einen Jubiläumspreis sowie erstmals einen Preis der Preisträger, gespendet von ehemaligen Preisträgern.

Von Biotech bis Handyapplikation

Gewinner der fünf Förderpreise sind: Die Firma Sanovation in Rümlang will mit dem Online-Tagebuch „catchmypain" die Odyssee von Patienten mit chronischen Schmerzen beenden. Ebenfalls im Biotech-Bereich tätig sind die Firmen ProteoMediX in Schlieren und Virometix in Zürich. Der ETH-Spin-Off ProteoMediX will mit einem neuen Test die hohe Rate an Fehldiagnosen bei der Entdeckung von Prostata-Krebs reduzieren. Die Firma Virometix hat einen rein synthetischen Impfstoff entwickelt, mit dem sie als Erstes die Pneumokokken bekämpfen will. Das Zürcher Unternehmen Uepaa(!!) tüftelt an einer Handyapplikation für Bergsportler, die auch in einem Funkloch Alarm auslöst, und das Berner Start-up-Unternehmen Xovis hat einen Personenzählsensor entwickelt, der verhindern soll, dass an einem Schalter Warteschlangen entstehen.

Nina Geib - Virometix AG Vitrometix hat einen synthetischen Impfstoff entwickelt, mit dem sie als Erstes die Pneumokokken bekämpfen will.
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Mathias Haussmann - Uepaa(!!) Swiss Alpine Uepaa(!!) will eine Handyapplikation für Bergsportler entwickeln, die auch in einem Funkloch Alarm auslöst.
Ralph Schiess - ProteoMediX AG ProteoMediX will einen Test auf den Markt bringen, der die hohe Rate an Fehldiagnosen und damit unnötige Biopsien reduziert.
Daniel Lawniczak - Sanovation AG Mit «Catchmypain» erhalten Patienten mit chronischen Schmerzen eine Web-Plattform, auf der sie anonym ihr persönliches Online-Tagebuch führen können. Anhand eines grafisch dargestellten Schmerz - bzw. Zufriedenheitsverlaufs, sehen sie dann, welche Medikamente oder Therapien die Leiden linderten oder verstärkten.
David Studer - Xovis AG Xovis hat einen Personenzählsensor entwickelt, der betriebliche Abläufe optimieren hilft: Er analysiert Bewegungen und rechnet Wartezeiten aus. Der Sensor basiert auf Videoaufnahmen, übermittelt aber nur anonyme Zähldaten.
Colin Sanctuary - QGel SA Das Lausanner Unternehmen QGel hat ein Gel weiter entwickelt, in dem Forscher das Wachstum von Tumorzellen beobachten und gezielt beeinflussen können. Für die Beobachtung der Zellen bedient sich das Unternehmen modernster 3D-Mikroskopie und automatischer Bildanalyse. So kann die Wirkung verschiedener Medikamente an hunderttausende von Zellen gleichzeitig untersucht werden.
Chrisptoph Gebald - Climeworks GmbH Climeworks hat eine Technologie entwickelt, die das klimaschädliche Kohlendioxid aus der Atmosphäre extrahiert, also die Luft von CO2 reinigt Die von Climeworks entwickelte Apparatur kann das gewonnene CO2 auch wieder nutzbar machen.

Nina Geib - Virometix AG Vitrometix hat einen synthetischen Impfstoff entwickelt, mit dem sie als Erstes die Pneumokokken bekämpfen will.

Zur Verfügung gestellt

Den Jubiläumspreis erhält das Lausanner Biotech-Unternehmen QGel, das neuartige Zellanalysen für die individuelle Krebsbehandlung entwickelt. Der Preis der Preisträger geht an das Clean-Tech Unternehmen Climeworks in Zürich. Der ETH-Ableger hat eine Technologie entwickelt, mit der sich CO2 aus der Luft filtern lässt.

Die Preisverleihung fand im Sommerhaus De Vigier in Solothurn statt
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Das Publikum ist zahlreich erschienen
Jean-Pierre Vuilleumier, Geschäftsführer der Stiftung
Gastreferent Felix Grisard, Verwaltungsrats-Präsident Hiag Immobilien
Stiftungspräsident Moritz Suter
Verleihung des Jungunternehmerpreises 2012 der Stiftung De Vigier
Jan Wurzbacher, Dominique Kronenburg und Christoph Gebald von Climeworks zusammen mit Jean-Pierre Vuilleumier
Gastreferent Felix Grisard, Verwaltungsrats-Präsident Hiag Immobilien und Stiftungspräsident Moritz Suter
Nach der Verleihung gab es die Gelegenheit, sich auszutauschen
Der Aargauer Thomas Knecht wurde als Unternehmerförderer des Jahres ausgezeichnet.
Für musikalische Unterhaltung war gesorgt

Die Preisverleihung fand im Sommerhaus De Vigier in Solothurn statt

Felix Gerber

Initiant des Venture-Wettbewerb

Der Titel «Supporter of the Year» bzw. «Jungunternehmerförderer des Jahres 2012» ging an den Aargauer Unternehmer Thomas Knecht, Verwaltungsratspräsident der Knecht Holding, der 1998 den Venture-Wettbewerb initiierte. Ihm ist zu verdanken, dass die Schweiz heute über eine innovative Start-up-Szene mit einem professionellen Umfeld von Investoren, Patentanwälten, Juristen und Marketingexperten verfügt. Die Knecht Holding mit Sitz in Windisch hält operative Gesellschaften in den Bereichen Reisen, Personentransporte, Umzüge weltweit sowie Pneukran- und Spezialtransporte.

Bis heute haben sich im Rahmen von Venture über 5 000 Studenten, Ingenieure und Führungskräfte am branchenübergreifenden Gedankenaustausch beteiligt. Daraus sind 440 Firmen mit über 4 500 Arbeitsplätzen entstanden. Thomas Knecht ist zufrieden: «Venture hat die Kreativität, die Risikobereitschaft und den Unternehmergeist in diesem Land nachhaltig stimuliert»

8,3 Millionen Franken ausgeschüttet

Seit der Gründung der Stiftung wurden 83 Jungunternehmen mit insgesamt 8,3 Millionen Franken unterstützt, Jean-Pierre Vuilleumier, Geschäftsleiter der Stiftung, schätzt, dass von dem prämierten Unternehmen noch deren 70 Prozent aktiv am Markt sind. Vier Firmen seien inzwischen verkauft worden. Nur 30 Prozent der Gewinner hätten aufgegeben.