Oberaargau
500 Stunden für eine intakte Umwelt geleistet

80 Jäger und Fischer haben am Samstag umfangreiche Hege- und Pflegearbeiten an Biotopen, Pflanzungen, Hecken und Bachufern in der Region Oberaargau durchgeführt. Dieser gehört seit 16 Jahren ins Jahresprogramm des Jägervereins Oberaargau.

Ernst Glur
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Der traditionelle Hege- und Pflegetag der Fischer und Jäger umfasste auch die umfangreiche Sanierung der Aufzuchtbecken im Motzet-Areal. EG

Der traditionelle Hege- und Pflegetag der Fischer und Jäger umfasste auch die umfangreiche Sanierung der Aufzuchtbecken im Motzet-Areal. EG

Solothurner Zeitung

Aarwangens Gemeindewerkhof war am Samstag früh bevölkert von Männern vorwiegend gesetzteren Jahrgangs. Eines hatten sie gemeinsam: Die Kleidung war – abgesehen von ganz profaner Arbeitskleidung – samt und sonders in Grün gehalten. Es war das untrügliche Zeichen, dass sich hier Personen einfanden, die sich der Hege und Pflege der Umwelt verschrieben haben.

Zwar luden Nebel und tiefe Temperaturen keineswegs zum Verbleiben in der freien Natur ein, trotzdem verzogen sich nach wenigen Minuten die 80 Männer – Mitglieder des Jägervereins Oberaargau sowie des Fischereivereins Oberaargau – in alle Himmelsrichtungen. Sie trafen sich zum traditionellen, gemeinsamen Hege- und Pflegetag, an dem die Ufer- und Gehölzflächen entlang der Fliessgewässer sowie verschiedene Waldpartien, Hecken, Gebüsch und Jungaufwuchs gesäubert und gepflegt werden.

Spuren des Winters beseitigt

In zehn Gruppen aufgeteilt und mit klar definiertem Befehl ausgerüstet, begaben sich die mit Jägern und Fischern lose durchmischten Gruppen an die Arbeit. Schon bald zeigte es sich, dass es kaum an Mangel an Arbeit fehlen dürfte. Da und dort hinterliess die Schneelast des Winters unliebsame Spuren. So auch im Gebiet der Joggi-Hütte im Bleienbacher Burgerwald.

Hier rankte üppiges Dornengebüsch entlang eines Drahtzaunes, der Jungaufwuchs im Gebiet von rund einer Hektare vor Verbissschäden schützen sollte. Tonnenschwer lastete der Schnee auf dem Blätterwald des Dornengebüschs und riss die Umzäunung zu Boden. In mühsamer Handarbeit wurden die Dornen entfernt, der Schutzzaun neu aufgerichtet und somit wieder seinem ursprünglichen Sinn zugeführt.

Sanierung der Uferpartien

Seit 16 Jahren wird dieser Hegetag jeweils im Frühling von den Jäger- und Fischervereinigungen durchgeführt, wobei die Organisation von Jahr zu Jahr zwischen den Verbänden wechselt. Für die diesjährige Organisation waren die «Grünröcke» zuständig. Es verwundert daher kaum, dass das Schwergewicht bei der Wald- und Heckenpflege lag. «Natürlich», so Fritz Gertsch, Präsident des Jägervereins Oberaargau, «sind die Arbeiten ‹vereinslastig› geprägt.»

Nächstes Jahr, wenn die Organisation bei den Fischern liegt, wird dann mehr Gewicht auf die Arbeit an Ufern und Gewässern liegen. Ganz so stur liessen sich die Arbeiten nicht aufteilen. So befasste sich ein Dutzend Männer auf dem Motzet-Areal mit dem Auskrauten und Reinigen der Uferpartien am Brunnbach und vor allem mit der gründlichen Sanierung der Uferpartien entlang der Aufzuchtbecken.

Jungbäume und Altholz

Auch ins Pflegekonzept des von Hegeobmann Andreas Bieri aus Rohrbach ausgearbeiteten Hegetages eingeschlossen waren die Arbeiten im Schwanauwald der Burgergemeinde Bannwil. Hier wurden zur Vorbeugung von Verbissschäden gegen 200 Jungbäume mit Einzelschutz versehen.

Gegen viel Altholz «kämpfte» dagegen eine Gruppe im «Chlyrot» in Obersteckholz, wo eine Hecke in wertvolles Kulturland wuchs und die «Gestrüppdichte» den Jungaufwuchs verhinderte. So wurden allein an diesem Tag gegen 500 Stunden freiwillige Arbeit zum Nutzen einer intakten Umwelt geleistet, ehe Küchenchef Fritz Leu die gesamte Truppe zum Mittagessen wiederum im Gemeindewerkhof Aarwangen empfing.