Utzenstorf
50 neue Wohnungen auf einen Schlag

Die KPT Versicherung will im Lindenpark sieben Mehrfamilienhäuser bauen. Das Bauvorhaben soll rund 13,4 Millionen Franken kosten. Die Versicherung plant in Bern noch weitere solche Projekte.

Andrea Marthaler
Drucken
Teilen
Das Bauland im Lindenpark grenzt an die BLS-Linie. ama

Das Bauland im Lindenpark grenzt an die BLS-Linie. ama

Solothurner Zeitung

In Utzenstorf ist eines der grössten Wohnungsbauprojekte seit Langem in Planung. Im Quartier Lindenpark, angrenzend an die Bahnlinie der BLS, sollen sieben Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Dies auf 8600 Quadratmeter. Bauherrin ist die KPT Krankenkasse AG, die damit erstmals in Immobilien investiert. Weitere Projekte im Kanton Bern sollen folgen. Im Bauvorhaben, das noch bis zum 3. Oktober auf der Gemeindeverwaltung Utzenstorf aufliegt, werden Investitionen von rund 13,4 Millionen Franken aufgeführt.

Geplant sind drei verschiedene Typen von Häusern, wobei alle 2-geschossig mit Attikageschoss und Flachdächern gebaut werden sollen. Die Mehrzahl der Wohnungen werden 3,5-Zimmer-Wohnungen sein, dazu zehn 2,5-Zimmer- und gut ein Dutzend 4,5-Zimmer-Wohnungen. Hinzu kommen 63 Tiefgaragenplätze und oberirdische Besucherparkplätze. Für den Standort in Utzenstorf sprachen laut Reto Egloff, Sprecher der KPT Krankenkasse, verschiedene Gründe: «Utzenstorf ist gut an den ÖV und die Autobahn angeschlossen und bietet Wohnqualität.»

Fest keine Leerwohnungen

Doch braucht Utzenstorf überhaupt so viele neue Wohnungen? «Wir haben in Utzenstorf praktisch keine Leerwohnungen», sagt Bauverwalter, Markus Sohm, «rund um Utzenstorf wird allerdings sehr viel gebaut.» Deswegen könne er schlecht abschätzen, wie gross der Bedarf effektiv ist. «Wie die neuen Wohnungen im Markt aufgenommen werden, ist bestimmt eine Frage des Preises und der Konjunktur», so Sohm. Die KPT ist überzeugt, dass es in Utzenstorf Wohnungsbedarf gibt: «In den letzten Jahrzehnten ist diesbezüglich wenig passiert», so Egloff. An ihrem Informationsanlass im Sommer habe die KPT weitgehend positives Feedback erhalten. «Wir haben auch bereits erste Anfragen für Wohnungen.»

50 neue Wohnungen sind für Utzenstorf ziemlich viel. Trotz des grossen Wachstums sollten aber keine Probleme auf die Gemeinde zukommen, zumal die Wohnung in Etappen innert zweier Jahre gebaut werden sollen. «Auf die Infrastruktur hat es keinerlei Auswirkungen», sagt Sohm. Strassen und Leitungen hätten noch genügend Kapazität. Etwas anders könnte es aussehen, wenn viele Familien neu nach Utzenstorf zögen. «Dann könnte in der Gemeinde Schulraum fehlen», so Sohm. «Dennoch wäre es wünschenswert, dass Familien zuziehen.»

Laut Egloff habe man als Bewohner ein grosses Spektrum im Visier, dies könnten Pendler, Familien, aber auch ältere Personen sein, die hindernisfreies Wohnen suchen. «Wir wollen Wohnraum schaffen, der ins Dorf passt.» Die Wohnungen sollen einen guten Ausbaustandard aufweisen zu einem vernünftigen Preis. Und obwohl es eine Option sei, Stockwerkeigentum zu verkaufen, soll der Hauptteil Mietwohnungen werden.

Leidensgeschichte geht zu Ende

Dass auf dem Areal im Lindenpark jetzt gebaut wird, ist nicht selbstverständlich. In den 90er-Jahren musste Utzenstorf Land in der Bauzone auszonen, da die Gemeinde über zu viel Baulandreserve verfügte. Wäre es nach dem Gemeinderat gegangen, wäre der Lindenpark heute Landwirtschaftszone. Der Eigentümer wehrte sich aber dagegen und erhielt vom Verwaltungsgericht Recht, worauf das Land einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) zugeteilt wurde. «Wird gebaut, geht eine lange Leidensgeschichte zu Ende», sagt Bauverwalter Sohm. Es sei gut, dass dieses Land mitten im Siedlungsgebiet nun bebaut wird. Folgen keine Einsprachen, möchte die KPT bereits nächsten Frühling mit dem Bau beginnen.

Aktuelle Nachrichten