Frutigen
1200 unterschreiben Wäflers Sammeleinsprache

Die Hängebrücke Hostalden oberhalb von Frutigen bleibt offen: Gegen die Entwidmung gingen 3 Einsprachen ein, eine davon mit über 1200 Unterschriften.

Bruno Utz
Merken
Drucken
Teilen

Solothurner Zeitung

Die 153 Meter lange, am höchsten Punkt 38 Meter über der reissenden Engstligen das Tal querende Hängebrücke Hostalden wird nicht geschlossen (vgl. az Langenthaler Tagblatt vom 31. März). Gegen die im Anzeiger Mitte März von der Gemeinde Frutigen publizierte Entwidmung bezüglich der Haftung gingen beim Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental drei Einsprachen ein. «Eine davon haben über 1200 Personen unterschrieben», sagt Regierungsstatthalter Christian Rubin: «Die Einsprachen gehen nun zur Stellungnahme an die Gemeinde.»

Laut Gemeindeschreiber Peter Grossen wird Frutigen bei einem einheimischen Ingenieurbüro ein neutrales Gutachten anfordern. «Wir wollen diesmal jemanden, der das Gebiet und die Örtlichkeit kennt», so Grossen. Das vorhandene, 2008 vom Berner Büro Geotest erstellte Gutachten sei seriös, aber sehr vorsichtig ausgelegt. «Beim kleinsten Problem sollte die Hängebrücke für die Öffentlichkeit gesperrt werden», erklärt Grossen.

Die seit 2008 erfolgten total acht Messungen hätten lediglich eine Verschiebung um 1,8 Millimeter ergeben. «Wir lassen deshalb die Brücke für die Öffentlichkeit offen.» Zudem würden die Besitzer der Brücke, Martin und Karin Wäfler, zu einem runden Tisch eingeladen. Man sei auf gutem Weg.

Die Wäflers liessen die Hängebrücke 2007 vor allem zur Sicherung des Schulwegs ihrer mittlerweile drei Kinder bauen. Das beim Brückenkopf im «Paradiesli» eingerichtete Beizli lief bald so gut, dass es heute die wirtschaftliche Existenz der Familie sichert. «Die meisten der über 1200 Personen, welche unsere Sammeleinsprache mit unterschrieben haben, waren bei uns zu Gast», sagt Karin Wäfler.

Die breite Unterstützung hätten sie und ihren Mann sehr gefreut. Nachdem das Gerücht herumgeboten worden sei, die Brücke werde gesperrt, sei die Zahl der Gäste nochmals stark angestiegen. Karin Wäfler: «Zu uns kommen Leute aus der ganzen Schweiz.»