Schoren
100 Jahre nach der ersten gibt es die dritte Fahne

An den nächsten beiden Wochenenden hat die Hornussergesellschaft Schoren allen Grund zu feiern: Er erhält eine neue Vereinsfahne – erst die dritte in der 113-jährigen Geschichte der Gesellschaft.

Tobias Granwehr
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Die Hornussergesellschaft Schoren freut sich auf zwei Festwochenenden. Der 113-jährige Verein hat Grund zum Feiern. zvg

Die Hornussergesellschaft Schoren freut sich auf zwei Festwochenenden. Der 113-jährige Verein hat Grund zum Feiern. zvg

Solothurner Zeitung

Die Hornussergesellschaft (HG) Schoren gehört zu den ältesten Vereinen der Stadt. Gegründet 1898, schaffte der Verein 1911 erstmals eine Vereinsfahne an. Genau 100 Jahre später hat die HG allen Grund zum Feiern: Er erhält eine neue Vereinsfahne – erst die dritte in der 113-jährigen Geschichte der Gesellschaft. Die Erste hielt bis 1955, dann folgte die zweite Fahne. Diese wurde 56 Jahre an verschiedensten Anlässen und Festen verwendet, jetzt gibt es für die Hornusser eine neue Vereinsfahne. Diese sei ein Schritt in die Moderne, sagt Walter Christen, Mitglied der Hornussergesellschaft Schoren. Er organisiert die Feier zur Fahnenweihe an diesem Wochenende.

Die neue Fahne enthält die Wappen von Langenthal und Schoren und zeigt einen Hornusser beim Abschlag. Am Samstagnachmittag gegen 16.15 Uhr wird sie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, bis dahin halten die Schorener Hornusser die Fahne unter Verschluss. Der Akt findet in der Curlinghalle bei der Eishalle in Schoren statt – und wird von der Stadtmusik und Stadtchronist Simon Kuert begleitet. Christen sagt: Das Fest am Wochenende diene dazu, etwas Geld einzunehmen, schliesslich sei die Fahne nicht gerade günstig. Diese kostete etwa 12 500 Franken. «Aber ohne Sponsoren und Gönner wäre die Anschaffung sowieso nicht möglich gewesen», sagt er.

Ein Turnier zu Ehren der neuen Fahne

Zur Feier der neuen Fahne organisiert die HG Schoren gleich noch ein kleines Turnier. 20 Teams werden am Samstag und Sonntag hinter dem Parkplatz bei der Eishalle auf fünf Spielfeldern gegeneinander antreten. Es sei ein kleines Turnier, denn mehr Teams dürfe man für einen solchen Anlass gar nicht einladen, sagt Christen. Das schreiben die Regeln des Eidgenössischen Hornusserverbandes vor. Die meisten Gesellschaften kommen aus der Region, wobei einige mit der zweiten oder dritten Mannschaft antreten. Am Samstagabend gibt es eine Abendunterhaltung und die Hornusser betreiben eine Festwirtschaft. Christen geht aber von einem Fest im kleinen Rahmen aus: «Es ist Ferienzeit, ich rechne nicht mit einem Riesenansturm.» Dennoch sind die Verantwortlichen der HG Schoren froh, die Infrastruktur der Curler in deren Halle nutzen zu dürfen.

Nach diesem Wochenende sind die Festivitäten der HG Schoren jedoch noch nicht vorbei. Wenn schon, denn schon, dachten sich die Hornusser. Am Wochenende vom
30. und 31. Juli findet wiederum ein Fest statt. Die HG Schoren feiert das Jubiläum 80 Jahre B-Mannschaft. Auch an jenem Wochenende treten in einem kleinen Turnier 20 Mannschaften gegeneinander an. Die B-Mannschaft ist das zweite Team der HG Schoren. Was heute viele Hornussergesellschaften haben, war vor 80 Jahren fast ein Novum. «Die HG Schoren gehörte zu den ersten Vereinen, die zu viele Spieler für eine Mannschaft hatten und deshalb eine zweite gründeten», erklärt Christen. Heute hat die HG Schoren 36 aktive und acht Nachwuchshornusser sowie einige Ehrenmitglieder. Längst wohnen viele Hornusser der HG Schoren nicht mehr im früheren Dorf und heutigen Langenthaler Quartier. Beziehungen zu Schoren bestehen aber durchaus noch: Sein Vater sei dort aufgewachsen, sagt Christen. Er selbst wohnt mittlerweile in einem Quartier im Norden Langenthals.

Viele Jahre in der Nationalliga A

Während vieler Jahre spielte die HG Schoren in der Nationalliga A, vor etwa zehn Jahren stieg die erste Mannschaft in die Nationalliga B ab. Zwar schafften sie später nochmals den Aufstieg, doch dann folgten viele Jahre im B. 2010 stieg Schoren sogar in die 1. Liga ab, wo der Verein zurzeit antritt. Die zweite Mannschaft spielt laut Christen in der 4. Liga.

Zwei Festwochenenden innerhalb einer Woche in den Sommerferien: Ist das nicht ein unglücklicher Zeitpunkt? Christen ist sich dessen bewusst: «Es war nicht ganz einfach, 40 Hornussergesellschaften für die beiden Turniere zu finden», sagt er. «Aber wir hatten nicht viele andere Möglichkeiten, denn: Die Infrastruktur rund um die Eishalle wird ab August bereits wieder stark genutzt. Zudem darf man während der Meisterschaft keine Turniere organisieren.» Zurzeit ruht die Hornussermeisterschaft. Für die Schorener Hornusser ein idealer Zeitpunkt, ihre lange Geschichte wieder einmal aufleben zu lassen.

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