Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden NVVR
Ziegen und Schafe als Pflegepersonal im Naturschutzgebiet – NVVR-Exkursion

Markus Thüer
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Klein ist sie, aber fein: die „Chilli“. In diesem unscheinbaren Naturschutzgebiet trafen die Teilnehmer einer kürzlich durchgeführten BirdLife/NVVR-Exkursion eine kleine Oase an: Verschiedenste Lebensräume wie Hecken, Magerwiesen, Steilhänge sowie verschiedene Weiher, um die herum es nur so wimmelte von Natur. Roter Mohn und blauer Storchenschnabel auf dem trockenen Boden korrespondierten mit über dem Wasser schwebenden Libellen in denselben, hier allerdings stark schillernden Farben. Die eben eingewanderten Gelbbauchunken hätten in der Farbe auch noch gut dazu gepasst, angesichts der vielen Leute haben sie sich aber lieber versteckt gehalten.

Das Thema der Exkursion war aber nicht nur auf den Augenblick, sondern vielmehr auf die Zukunft gerichtet: wie kann der heutige, nahezu perfekte Zustand durch geeignete Pflege über längere Zeit erhalten bleiben? Die Erfahrung hat gezeigt, dass mit speziell ausgesuchten Schaf- und Ziegenrassen der natürliche Bewuchs sehr gut in Grenzen gehalten werden kann. Selbst Brombeeren, die bekanntlich zum Wuchern neigen, werden von den Ziegen abgefressen. Der Biologe Florian Neumann erklärte, wie durch Wahl des geeigneten Zeitpunktes, der Tierart und der Dauer des Einsatzes die Selektivität des Abfressens so gesteuert werden kann, dass möglichst wenig Verluste bei den zu fördernden Pflanzen entstehen, aber trotzdem z.B. die Brombeeren und gewisse unerwünschte Sträucher in Schach gehalten werden können. Ein Ziel, das mit maschineller Pflege kaum und nur mit viel Zusatzaufwand zu erreichen wäre.

Das Anlegen neuer Weiher, die biologische Funktion kleiner Weiher in verschiedenen Stadien der Verlandung, und der langfristige Schutz der kostbaren Abdichtungen waren das Thema der Biologin Daniela Müller Brodmann, Präsidentin des Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden NVVR, welche diese Exkursion für BirdLife Aargau organisiert hat. Sie war auch die treibende Kraft hinter der erfreulich gelungenen Erneuerung des kleinen, aber feinen Naturjuwels „Chilli“.