Seniorenrat Region Baden
Würenloser Träff 55 plus des Seniorenrates Region Baden

Alexandra Zihlmann
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Von den Höhlenbewohnern über die römischen, griechischen und ägyptischen Bauten, die Kirchenbaustile, bis hin zu den heutigen modernen Bauobjekten, zeigte Hans Arnold, Architekt, anhand von Bildern die ganze Entwicklung in der Architekturgeschichte vor zahlreichem Publikum auf.

Mit Architektur kann Vieles ausgedrückt werden, dazu gehört die Symmetrie. Mit dieser Bauart kann politische oder gesellschaftliche Macht demonstriert werden. Dies konnte man an Hand der gezeigten Beispiele sehen. Heute werden auch kaum noch Kirchtürme gebaut, schon eher solche wie der 178 m hohe Roche-Turm in Basel oder der 828 m hohe Wolkenkratzer in Dubai, als Zeichen der Wichtigkeit ihrer Erbauer.

Ein Haus beginne beim Planen, so Arnold; wie ist das Grundstück, die Umgebung, was ist erlaubt? In der heutigen Bauordnung steht nirgends geschrieben, dass ein Haus schön sein muss. Vitruv, ein römischer Architekt, sagte: “Architektur ist Stabilität, Nützlichkeit und Schönheit“. Für die Schönheit gibt es keine Norm, sie liegt im Auge des Betrachters.

In Schlieren wollten die Einwohner einen der drei Gaskessel als Erinnerung an die Technik nicht abbrechen lassen. Er steht heute unter Denkmalschutz. Etwas, was das Auge jeden Tag sieht, gehört nach längerer Zeit zu einem Stück Heimat.

Bauen in bestehende Gruppen beschäftigt die Architekten immer wieder. Wie soll das Neue an das Alte angepasst und in die Umgebung eingefügt werden? Gutes Beispiel seien die neuen Mehrfamilienhäuser im Kempfhof in Würenlos: Kleine Fenster im Mauerteil, beim Holzteil grosse Fenster (Tenntore). Erinnere stark an die alten Bauernhäuser.

Hans Arnold wies noch auf viele andere Aspekte der heutigen Architektur und deren Zukunft hin. Weg von der Zersiedelung der Landschaft und zurück zur Verdichtung. Es sei wichtig, über Gebiete einen Gestaltungsplan zu erstellen. Für die nächsten 50 bis 100 Jahre sollten neue bewohnbare Strukturen angesteuert werden, nicht nur eng beieinander, sondern auch mit Wohnqualität. Ein Dorfzentrum sei wichtig, lasse Gemeinschaft entstehen.

Über seinen Werdegang erklärte er, sein Büro habe das Haus „Café Am Bach“ sowie 9 andere Bauobjekte in Würenlos und rund 210 weiteren in der Region und unter anderem in der Stadt Zürich und Umgebung geplant und gebaut.

Mit einem kräftigen Applaus wurde dieser hochinteressante Vortrag verdankt.

Alexandra Zihlmann