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Weltalzheimertag 2015 / FOKUS Preis

Casimir Schäffler
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Begrüssung Beat Waldmeier PS
Frau Müller referiert.jpg
Erich Weidmann stellt Preisträger vor
Preisträger 2015
Frauen Heggli und Steinmann
Laudatio Diana Müller, DGS
Uebergabe an Frau Heggli
Uebergabe an das Pflegeteam
Zuhörer
Musikanten Rappel
Musikant
Heimleiter Aettenbühl, Sins
Gespräche beim Apero

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Weltalzheimertag 2015 / Verleihung FOKUS – Preis

Im Wohn- und Betagten Zentrum „im Lenz“ in Lenzburg fand am 21. September 2015, anlässlich des Weltalzheimertages, die Verleihung des FOKUS – Preises statt. Pünktlich um 19 Uhr begrüssten Beatrice Beck, Präsidentin ALZ und Beat Waldmeier, Pro Senectute, die Anwesenden und gaben der Freude Ausdruck über die zahlreichen Besucher.

Im ersten Teil stellte Katharina Müller die Selbsthilfegruppe „Labyrinth“ für Menschen mit Demenz vor dem Pensionsalter vor. Sie wurde von drei Betroffenen begleitet. Sie wies darauf hin, dass auch diese Betroffenen das Recht zur Selbstbestimmung des eigenen Lebens und Mitbestimmung in gesellschaftlichen Demenzfragen haben. Und auch das Recht auf einer sinnvollen Beschäftigung. So arbeite eine Pflegefachfrau nach der Erkrankung in Teilzeit als Reinigungshilfe im gleichen Heim, sie verliert so nicht die Kolleginnen und bleibt im sozialen Netz. Die Gruppe dient auch als Plattform für den Austausch von Hilfsmitteln, Übungen, Strategien, klärenden Büchern, familiären und rechtlichen Belange. Aber auch um zusammen Lachen zu können, Humor zu teilen und um offene Ohren und Herzen zu erhalten.

Herzlichen Dank an die anwesenden Betroffenen und an Katharina Müller für die eindrückliche Präsentation.

Erich Weidmann stellte im zweiten Teil die Preisträger des FOKUS – Preises 2015 vor. Othmar Heggli erhielt im Alter von Mitte 50 die Diagnose „Alzheimer“. Sein stets sehr aktives Leben musste er zunehmend reduzieren, seine Arbeitsstelle aufgeben, und trotzdem blieb er noch lange immer mit etwas beschäftigt. Für seinen Bewegungsdrang benötigt er Begleitung und auch Entlastungsdienste wurden nötig. Nach zwei verschiedenen stationären Entlastungsangeboten konnte Othmar (so wollte er genannt werden) in das Zentrum Aettenbühl in Sins eintreten. Nach dem Eintritt lag Othmar beinahe bewegungslos im Bett, was für die Familie unverständlich war. In Zusammenarbeit mit dem Pflegteam wurde er aktiviert und gelangte zu seiner gewohnten Mobilität zurück. So konnte er seine letzte Lebenszeit in „Bewegung“ verbringen, so wie sein ganzes Leben in Bewegung war. Er ist im Aettenbühl gut betreut gestorben.

Die Zusammenarbeit Familie und Pflegeteam war vorbildlich und beide erhielten deshalb den FOKUS – Preis 2015.

Die Laudatio hielt Diana Müller vom Departement Gesundheit und Soziales. Sie wies auf das Thema Bewegung hin, das Othmar stets begleitet hat, im Sinne von eigene Position wechseln, neue Perspektiven zulassen und Mut zur Veränderung haben. Nur so sind flexible und kreative Lösungen möglich gewesen. Z.B. der angepasste Tagesablauf, das Ansprechen mit „DU“ und vieles mehr. In der Bewegung scheint auch der Schlüssel zu bedürfnisgerchter und würdevoller Betreuung und Pflege zu sein. Dies ist mit 3 Punkten erreicht worden: 1. Kommunikation (Angehörige – Pflegeteam – Othmar – Mitbewohner. 2. Einbezug der Angehörigen als Entlastung des Teams und 3. Unterstützung von Mitbewohnern und das gute Klima im Zentrum Aettenbühl. Sie schloss mit dem Zitat von Blaise Pascal:

„Die kleinste Bewegung ist für die ganze Natur von Bedeutung; das ganze Meer verändert sich, wenn ein Stein hinein geworfen wird“.

Die ALZ Präsidentin Beatrice Beck überreichte dann den Preisträgern einen Blumenstrauss, den gläsernen FOKUS-Preis und ein Urkunde. Mit grossem Applaus wurde damit die Übergabe beendet.

Während des ganzen Abends spielte und sang die Gruppe „Rappel“ ihre fröhlichen, stimmungsvollen Lieder, die stets mit grossem Klatschen verdankt wurden.

Das anschliessende Apero-Buffet gab Gelegenheit neue Bekanntschaften zu machen, sich wieder zu treffen und zu manchen Gesprächen. Eine gelungene Würdigung des Weltalzheimertages, einige Gedanken werden aber noch lange nachklingen.

cs

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