Senioren Oberentfelden
Wanderung zum Cheisacher-Turm

Rolf Häusler
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6 Bilder
Chais011.jpg Aufstieg in Richtung Cheisacher-Turm
Chais015.jpg die aufmerksamen Zuhörer
DSC05831.JPG In Talesgrunde liegt Sulz
Chais018.jpg Dr. Adolf Faes, ein profunder Pflanzen- und Vogel-Kenner
Chais051.jpg Der Chaisacherturm inmitten des Waldes

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Foto Homepage Chaisacher

Der Cheisacher liegt im oberen Teil des aargauischen Fricktals im Grenzgebiet der Gemeinden Gansingen, Laufenburg und Mönthal. Die einzigartige Landschaft ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenk-mäler von nationaler Bedeutung verzeichnet. Sie ist Teil des Juraparks, des regionalen Naturparks der Nordwest-schweiz, und ein beliebtes Wandergebiet. Diese Umschreibung nahm Dr. med. Adolf Faes, Aarau, zum Anlass, wieder einmal eine Wanderung mit den Oberentfelder Senioren zu leiten. Er ist profunder Kenner der Pflanzen- und Vogelwelt!

Um 13 Uhr trafen sich am 27. Mai beim SBB-Bahnhof Oberentfelden 33 Senioren. Rasch verteilten sich alle auf die bereit stehenden Autos, waren doch Fahrgemeinschaften vorgesehen. In flotter Fahrt ging’s via Staffelegg nach Elfingen, wo uns beim Parkplatz des Rest. Sternen Adolf Faes (Dölf, wie wir ihn nennen durften) mit 2 Gästen erwartete. Dann verschoben wir uns ins Gebiet Chreisacher, Gemeindebann Sulz. Hier begann, nach einer kurzen Begrüssung, die gut 2-stündige Rundwanderung mit Besteigung des Cheisacherturmes, einer tollen Holzkonstruktion.

Schon bei Beginn konnten wir dem Gesang einer Singdrossel lauschen. Singdrosseln haben meist einen sehr lauten, aber klangvollen und mehrsilbigen Gesang. Oft wiederholen sie ein Motiv zwei- bis dreimal, bevor sie zu etwas Neuem übergehen. Dölf erklärt uns, warum Vögel überhaupt singen: Revierverteidigung, Werbung, usw. Kurz nachher sahen wir eine Eibe, ein Baum aus dem früher Pfeilbogen hergestellt wurden, darum wurde er auch Bogenbaum genannt. Man hat sogar bei Ötzi einen Pfeilbogen aus Eibenholz gefunden. Leicht ansteigend führte der Weg durch den sonnendurchfluteten Laubwald in Richtung Cheisacher. Unterwegs hörte man immer wieder einen Buchfink. Er ist der am weitest verbreitete Vogel in der Schweiz. Auf die Frage eines Wanderkollegen erklärt uns Dölf, wie die im Auftrag der Vogelwarte Sempach angesetzten Zählungen der Vogelbestände funktionieren. Bei diesen kurzweiligen Diskussionen merkte man fast nicht, dass der Weg immer steiler wurde. In einer Waldlichtung kamen wir an den ersten Magerwiesen vorbei. In allen Farben blühen da die verschiedensten Blumen und Pflanzen, z.B. die Vierblättrige Einbeere. Vier Blätter umsäumen den Stiel und in der Mitte sitzt eine blauschwarze Beere. Die ganze Pflanze enthält Giftstoffe, die in der Medizin verwendet werden. Etwas weiter weg hörten wir das trommeln eines Buntspechts. Auch Grillen konnte man zirpen hören, was bei unserer Annäherung aber verstummte. So ging es weiter mit interessanten Beispielen aus der Natur. Wusste jemand, dass Grillen die Ohren verschliessen können, wenn sie zirpen!?

Nach einer guten Stunde standen wir vor dem imposanten „Cheisacherturm“. Stolz erhebt sich der am 4. Oktober 2010 erbaute, auf 698 M.ü.M. stehende Turm über den Wald. Nun ging es über viele Treppen, von denen jede einzelne den Namen eines Gönners trägt, 25 Meter hinauf. Der Aufstieg wurde mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Die umliegenden Gemeinden, den Jura bis zum Schwarzwald und den Alpen einmal aus der Vogelperspektive zu betrachten, ist sehr eindrucksvoll. Vom Cheisacherturm begaben wir uns dann auf der anderen Hangseite wieder hinunter Richtung Tal. Bei vielen kleinen Zwischenhalten lernten wir noch andere Blumen und Pflanzen näher kennen, z.B. die Witwenblume mit ihrer blauvioletten Blüte, den Storchenschnabel bis hin zum Weissklee und Akelei.

Nach diesem zweistündigen lehrreichen Ausflug gelangten wir wieder auf die Ampferhöhe. Mit einem grossen Applaus wurde die interessante und sehr lehrreiche Führung von Dölf durch unseren Obmann Samuel Holliger verdankt. Im schönen Gasthaus Post in Bözen genossen wir das anschliessende Zobig. Wieder gab es viel zu erzählen, und im Nu war es wieder Zeit, die Heimfahrt unter die Räder zu nehmen. In Oberentfelden trafen sich noch viele Teilnehmer im „Frohsinn“ zu einem gemütlichen Ausklang dieses eindrücklichen Erlebnistages.

Wir freuen uns jetzt schon wieder auf die nächsten Veranstaltungen der Senioren Oberentfelden.

(Ed. Matter)

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