Kulturkommission
Vortrag von Thomas Bucheli in Mellingen

Klimaerwärmung oder Wetterextreme

Marcel Siegrist
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Bei eisiger Kälte erschienen am vergangenen Donnerstag knapp 50 Personen zum Vortrag von Thomas Bucheli in der Aula der Schulanlage Bahnhofstrasse. Ohne die gewohnte Einschränkung des Bildschirmformates legte Thomas Bucheli engagiert und bewegt dar, wie extreme Wetterereignisse sehr wohl zu unserem Wetter gehören aber auch in Verbindung mit der Klimaerwärmung stehen. Der Kulturkreis Mellingen konnte sich trotz mässiger Zuschauerzahl dank dem rhetorisch überzeugenden Bucheli über einen gelungenen Anlass freuen.

Bucheli ist es wichtig, Wetter und Klima auseinander zu halten. Als Prognostiker betrachtet er das Wetter in seiner globalen Erscheinung. Das Erde-Atmosphäre-System wird vom Motor Sonne ungleich angetrieben. Diese System sucht stets den Ausgleich. Durchschnittliche und extreme Wetterlagen finden so täglich statt.
Das Klima hingegen hat keine Erscheinungsform. „Das Klima gibt's nicht". Wird der Begriff Klima verwendet bezeichnet er immer eine Summe von Wetterereignissen die in einer Region während einer längeren Messperiode stattgefunden haben. Über einen längeren Zeitraum betrachtet fällt auf, dass grössere Klimaschwankungen ebenso normal sind wie Wetterextreme. Die Kleine Eiszeit beispielsweise sorgte vom 15. bis in das 19. Jahrhundert für eine markante Abkühlung. Die Ausdehnung unsere Gletscher erreichte einen relativen Höchststand. Das Zurückgehen der Gletscher heute muss auch mit ihrem Wachstum in der kleinen Eiszeit verglichen werden. Bucheli findet daher Bilder, die den Rückgang der Gletscher zeigen, für die Diskussion um die Klimaerwärmung untauglich.
Gestützt auf den IPCC-Klima-Bericht kommt auch Bucheli zum Schluss, dass wir uns in einer sehr markanten Klimaerwärmung befinden. Da ändern auch drei kalte, schneereiche Winter nichts. Die Gründe für die Erwärmung sind komplex und die Prognose daher mit Unsicherheiten behaftet. In diesem Punkte sieht Bucheli beim IPCC Report die Stärken. Unsicherheiten werden nicht verschwiegen sondern aufgezeigt und zur Diskussion gestellt. Gut möglich also, dass einige klimarelevanten Faktoren in Zukunft anders bewertet werden.
Auf die Frage nach der Wirksamkeit von Klima orientierten Bestrebungen in unserer Gesellschaft äusserte sich Bucheli in der abschliessenden Fragerunde seinen vorherigen Ausführungen entsprechend zurückhaltend. Massnahmen die eine CO2 Reduktion bewirken, bleiben regional und unwirksam, gemessen an der globalen Aufgabenstellung. (hsc)

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