Neue Helvetische Gesellschaft
Vortrag der Neuen Helvetischen Gesellschaft

In der Aula der Neuen Kantonsschule Aarau wurde aus Sicht der neuen Helvetischen Gesellschaft die Zukunft der Armee dargelegt

Marcel Siegrist
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Ständerat Hans Altherr FDP/AR und Nationalrat Andreas Gross SP/ZH legten vor der Neuen Helvetischen Gesellschaft - Rencontres Suisse und vor einer grossen Schülerschar in der Aula der Neuen Kantonsschule Aarau ihre Sicht zur Zukunft unserer Armee dar. Der Präsident und Moderator des Abends, alt-Bundesrichter Franz Nyffeler, fasste eingangs das frühere Referat von Kurt Spillmann, em. Professor der ETH, über die geopolitische Lage der Schweiz zusammen.
Beide Referenten, Altherr und Gross, knüpften bei Spillmann an, dass die Konfliktfronten heute nicht mehr nahe an der Schweizergrenze verlaufen, dass die Neutralität überlebt ist, die militärische Kooperation mit Gleichgesinnten gesucht werden muss, auch dass man über weitere Tabus wie Milizarmee und Wehrpflicht sprechen sollte. Im Kleinen gingen die Ansichten aber stark auseinander: Während Gross nur die letzten vierzig Jahre in die Zukunft extrapoliert, einen grossen Konflikt in unserer Nähe komplett ausschliesst und weitreichende Visionen sofort verwirklicht haben möchte, berücksichtigt Altherr auch den letzten Weltkrieg in seiner Basis und will zuerst die heutigen Probleme der Armee lösen, wie Kadermangel, unzureichende Logistik.
Altherr möchte die Miliz beibehalten Die Verbundenheit der Armee mit dem Volk ist ihm wichtig. Er möchte aber die Gleichstellung von Frauen und Männern durch eine allgemeinere Dienstpflicht erreichen. Gross setzt auf freiwillige Spezialisten und Spezialistinnen, denen man Aufträge in ausländischen Krisenherden erteilen kann. Er will die Ursachen der Krisen vermehrt mit unmilitärischen Mitteln bekämpfen. Einschliesslich Stimmen aus dem Publikum war man sich einig, dass man endlich über die erwähnten Tabus sprechen sollte, dass die Blockaden im Parlament und in der Bevölkerung überwunden werden müssen. Das Parlament sollte mehr im Sinne eines Verwaltungsrates handeln, die Strategie für die nächsten zehn Jahre vorgeben und sich aus dem Tagesgeschäft heraushalten.