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Volleyball: Lengnauer Herren dürfen weiterhin hoffen

Lengnau (le) - Nach der zähen Hinrunde, die von engen Spielen und einigen durchschnittlichen Leistungen der Herrenmannschaft geprägt war, fanden die Volleyherren in den bisherigen Spielen der Rückrunde zu den gewünschten Resultaten zurück.

Marco Schmid
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Von einer Verunsicherung nach der Hinrunde war in den beiden ersten Spielen wenig zu spüren und so gewannen die Lengnauer gegen die stark abstiegsgefährdeten Langnauer beziehungsweise Badener und konnten sich so vorerst von den Abstiegsplätzen distanzieren. Das nächste Spiel gegen Zurzach sollte wegweisend für den weiteren Verlauf der Saison sein und entscheiden, ob die Lengnauer auf einen der vorderen drei Plätze schielen durften. Nach der aus Sicht des Autors blamablen Vorstellung in der Hinrunde sonnten die Lengnauer Herren auf Revanche.

Leicht übermotiviert und zu überhastet spielte die Mannschaft in die Hände der routinierten Zurzacher. Die Kräfteverhältnisse wurden dann in den Sätzen zwei und drei wiederhergestellt und so gingen unsere Herren 2:1 nach Sätzen in Vorsprung. Ob der Wichtigkeit des Spiels bewusst, kam im vierten Satz Nervosität auf, aber einige starke und abgeklärte Smashes der Lengnauer Angriffsmaschinerie brachten den dritten Sieg in Folge.

Belastend, und dies schon während der ganzen Saison, waren die häufigen Verletzungen respektive arbeitsbedingte Abwesenheiten von einzelnen Leistungsträgern. Sinnbildich dafür war der wichtige Match gegen Safenwil-Kölliken, den es zu gewinnen galt, sofern die Aufstiegschancen intakt gehalten werden wollten. Trotz dreier Satzbälle und einer aufopfernden Leistung, vor allem der gross aufspielenden Ersatzspieler, gelang es insbesondere den Stammspielern nicht, das übliche und gewünschte Niveau zu erreichen, um gegen diese schlagbare Mannschaft zu reüssieren. Die Folge war eine „klare" 3:0 Niederlage.

Der fünfte Februar war bei einigen Spielern schon länger rot in der Agenda markiert, kam doch der Tabellenführer und die spielerisch überlegene Mannschaft SV Wyna Volley 1 nach Lengnau. Das bisherige Satzverhältnis sprach Bände über die Kräfteverhältnisse der beiden Mannschaften. Hier die Lengnauer mit einem ausgeglichenen Satzverhältnis, da der Goliath der Liga mit 30 gewonnen Sätzen und einer makellosen Bilanz dank NULL (!) Satzverlusten. Das grosse Ziel der Lengnauer war schnell definiert: „Die Null muss weg" und dementsprechend spielten die energiegeladenen Herren auch. Dynamisch, kämpferisch und mit dem Willen zum Sieg spielte unsere Mannschaft feinstes Volleyball, dass den Laien wundern liess, wer hier ehemalige Spieler aus 1. Ligateams bei sich hatte. Nach einer frühen vier und gar fünf Punkte-Führung schien der Widerstand der Lengnauer gebrochen und manch einer wähnte diesen Satz verloren. Was dann aber folgte war ein Meisterstück aus Kampf und Leidenschaft, die so bezeichnend für diese junge Mannschaft sind. Nach einer fulminanten „money time" gelang den Lengnauern das Unmögliche und sie nahmen den Gegnern aus Wyna zum ersten Mal einen Satz in dieser Saison ab. Welch fulminante Leistung! Nach diesem Husarenstück zeigte sich aber auch, dass in Lengnau auch fortan mit kleinen Brötchen gebacken werden muss und, dass ein gewonnener Satz noch nicht für den Sieg reicht. Die Leistungsbereitschaft fiel nach dem gewonnen Satz deutlich ab und an eine Wiederholung der famosen Leistung des ersten Satzes war nicht mehr zu denken, wodurch die Lengnauer schlussendlich 3:1 verloren.

Die durch einige Überraschungen durchmischte Tabelle präsentierte sich nach diesen Spielen höchst undurchsichtig und der besseren Bilanz zum Trotz bestand für die Herren die Gefahr der Teilnahme an den Relegationsspielen. Ein direkter Gegner galt es nächstes zu bezwingen, den VAZ, bei welchem die junge Herrenmannschaft auswärts noch nie verloren hat und stets gross aufspielte. Im Wissen, dass mit letztjährigen Leistungen noch nichts gewonnen ist und der Wichtigkeit des Spiels im Hinterkopf machten sich die Herren am vergangen Samstag auf den Weg nach Zofingen. Nach einem verhaltenen Startsatz auf beiden Seiten, der schlussendlich dank einer geringeren Eigenfehlerquote an die Lengnauer ging, folgte, und dies muss hier in aller Deutlichkeit betont werden, eine Schlafphase der Lengnauer, in der sich die Herren vom Gegner dominieren liess und zu keiner Zeit die Klasse und das Potential unserer Mannschaft sichtbar war. So ging insbesondere der dritte Satz(zu 14) sehr deutlich an die erfahrenen Gegner. Ratlosigkeit und Aufregung macht sich während der Satzpause breit und Coach Alain Tüscher versuchte das Team nochmals zu motivieren und neu auf den Gegner einzustellen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase des vierten Satzes, in welcher der Konkurrent einige Punkte dank Eigenfehlern verschenkte, verspürten die Lengnauer in der Mitte des Satzes Auftrieb und riefen zur wichtigsten Zeit ihr feinstes Volleyball ab und liessen endlich an diesem Samstag ihre Klasse aufblitzen. Dank diesem Schlussspurt konnte der vierte Satz klar mit 25:16 gewonnen werden. Der finale Satz, wie immer nur auf 15 Punkte gespielt, war dann an Dramaturgie und Spannung nicht zu übertreffen. Die Altmeister aus Zofingen, die sich vehement gegen die junge Mannschaft aus Lengnau wehrte, gingen mit ein, zwei Punkten in Führung und der Match wäre wohl anders ausgegangen, wenn die Lengnauer beim Stand von 6:7 nach einer heftigen Diskussion aller Involvierten, bei welcher unserer Mannschaft fälschlicherweise einen Aufstellungsfehler vorgeworfen wurde und die Gegner aus Zofingen versuchten den Schiri zu übertölpeln, nicht sachlich und kühl den wahren Tatsachenvorgang hätten erklären können. So wechselten die Teams beim Stand von 8:7. Nach der Ablegung der üblichen Startnervosität des fünften Satzes fanden die Lengnauer zurück zum Spiel. Dem Gegner liessen die Lengnauer dank einer konzentrierten Aufschlagsserie, toller Defensearbeit, einigen wuchtigen Angriffen keinen Chance mehr und schickten die Zofinger damit zurück in den Tabellenkeller.

Die Lengnauer Mannschaft darf also weiter hoffen. Mit den beiden letzten Spielen gegen die Direktkonkurrenten um den dritten Platz, zuerst auswärts in Möhlin und danach zu Hause gegen Aarau, ist weiterhin alles möglich und dementsprechend freut sich die Mannschaft ob jeglicher Unterstützung. Seien auch Sie dabei, wenn es im wohl alles entscheidenden Spiel am 19.3 ab 13:00 um einen Platz an den Aufstiegsspielen geht!

Schlussendlich möchte sich das Team hier offiziell von unserem langjährigen Universalspieler Dino Crameri verabschieden. Mit seiner humorvollen Art und hohen Leistungsbereitschaft hat er dem Team weitergeholfen, wofür sich das ganze Team dankbar zeigt. (msc)