Hauswirtschaft Aargau
Vernetztes Denken und Handeln – Erfa-Treffen der hauswirtschaftlichen Berufsbildenden

Thomas Gutmann
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Rückblick auf das 2018 letztmals nach der alten Bildungsverordnung durch­geführte Qualifikationsverfahren (QV) der Fachleute Hauswirtschaft, erste Informationen zum ab 2019 nach der neuen, handlungskompetenzorientier­ten Bildungsverordnung erfolgenden QV sowie spezifische Fragen um die Nachholbildung für Erwachsene waren die Schwerpunkte des Erfa-Treffens vom 11. Oktober 2018 der für die Ausbildung der Fachleute Hauswirtschaft in den Betrieben in den Kantonen Solothurn und Aargau verantwortlichen Berufsbildnerinnen.

Sechsundzwanzig engagierte Berufsbildungsverantwortliche konnte Tamara Hunziker, Chefexpertin für den Beruf Fachfrau/-mann Hauswirtschaft und Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Hauswirtschaft Aargau, im Alterszentrum Suhrhard in Buchs zum jährlichen Erfa-Treffen begrüssen.

Erfreut konnte sie im Rückblick festhalten, dass das QV 2018 reibungslos durchgeführt werden konnte und dass insbesondere die Aufgaben in der Küche besser gelöst wurden als in den Vorjahren – sicher auch eine Auswir­kung des durch die Lehrpersonen der Berufsschule Lenzburg angebotenen Trainingstages. Zu wenig beherrscht wurde hingegen die Gesprächsführung bei der Gästebetreuung sowie das Erteilen von Instruktionen – das müsse in den Betrieben intensiver geschult werden.

Im Blick auf die für nächstes Jahr zu erwartenden Prüfungsaufgaben (nach der neuen Bildungsverordnung) betonte Tamara Hunziker die Wichtigkeit, die Prüfungsaufgaben konzentriert zu lesen. Dort werde jeweils zuerst eine Situation geschildert, auf der die anschliessenden Aufgaben basieren, erläu­terte dazu Ursula Gubler, Vorstandsmitglied der OdA Hauswirtschaft Solo­thurn und Mitglied der Schweizerischen Kommission zur Erarbeitung von Prüfungsaufgaben der Hauswirtschaft. Im QV werden die in der Ausbildung geschulten Handlungskompetenzen geprüft. Mehr als bisher werde dabei vernetztes Denken gefragt sein, sowohl in den schriftlichen wie auch in den praktischen Prüfungen.

Wie schon in früheren Treffen wurden im Zusammenhang mit dem QV die Vor- und Nachteile von Betriebsprüfungen und Sammelprüfungen diskutiert. Die Betriebsprüfungen verursachen den Betrieben mehr Aufwand, eine Sam­melprüfung aber mehr Kosten. Da einerseits der Kanton Aargau verlangt, dass eine Sammelprüfung auf Kantonsgebiet durchgeführt werden muss, andererseits aber im Aargau aktuell keine geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, wird das praktische QV als Betriebsprüfung durchgeführt.

Nach einer Pause mit einem vom Alterszentrum Suhrhard gestalteten Buffet voller Köstlichkeiten galt die Aufmerksamkeit Fragen rund um die Nachholbil­dung für Erwachsene nach Artikel 32 der eidgenössischen Berufsbildungs­verordnung. Diese im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen angebotene zweijährige berufsbegleitende Ausbildung wird vornehmlich von Personen absolviert, welche über keinen Berufsabschluss verfügen, aber schon jahrelang in hauswirtschaftlichen Funktionen tätig sind. Meist sind sie dabei nur für einen bestimmten Bereich angestellt – z.B. Reinigung oder Wäscherei. Für die Ausbildung ist es aber unerlässlich, dass sie auch in den andern hauswirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern praktisch tätig sein können. Sie können zwar freiwillig auch an den überbetrieblichen Kursen teilnehmen – doch das allein gibt zu wenig Praxiserfahrung. Und auch bei dieser Ausbil­dung hat das QV als Betriebsprüfung stattzufinden. Deshalb ist sie nur sinn­voll, wenn die Betriebe die Ausbildung unterstützen und ihren Mitarbeitenden die nötige Praxis in allen Bereichen ermöglichen. Im Gegenzug werden sie anschliessend davon profitieren, dass ihre Angestellten fachlich qualifiziert sind.

Verschiedene Teilnehmerinnen äusserten Fragen im Zusammenhang mit der seit letztem Unterrichtsjahr verwendeten Lernplattform. Diese durch die OdA Hauswirtschaft Zürich in Zusammenarbeit mit den Firmen Ectaveo und Kon­vink erarbeitete Plattform kommt hauptsächlich in den überbetrieblichen Kur­sen zum Einsatz, bietet aber auch Arbeitsinstrumente für die Berufsbildenden und Möglichkeiten für das Selbststudium der Lernenden. Tamara Hunziker nahm das Anliegen, dazu mehr Informationen zu erhalten, entgegen: ein be­reits für das erste Quartal 2019 geplantes nächstes Erfa-Treffen soll dazu Gelegenheit bieten.