Velo + Bike Team
VBT am Grand Raid mit Erfolg

Marco Kohler
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Bilder zum Leserbeitrag

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Wie jedes Jahr nahmen einige VBT-ler den Weg nach Verbier auf sich, um am Grand Raid in verschiedenen Kategorien zu starten. Mit zwei grösseren Autos ging es mit folgenden Personen am Freitag ab nach Sion: Melanie und Urs Graser, Stefan Rodel, Patricia Graweid, Fabienne Grünig, Nicola Suter, Ueli Suter , Isa Freidl, Tom Tholey und die BetreuerInnen Romana, Doris Suter und Mauro.

Das Wetter zeigte sich wieder von der herrlichsten Seite und jeder freute sich auf seine Art und Weise (teilweise mit merkbarer Nervosität) auf den kommenden Start am Samstag. Nach einer eher kurzen Nacht starteten am Samstag um 6.15 Uhr Patricia, Isa und Tom auf der mittleren Strecke mit 68km und 3000hm von Hérémence. Eine Viertelstunde später fiel der Startschuss in Verbier mit Familie Graser und Stefan. Auf sie warteten 125km und mörderische 5025hm. Unvorstellbar für jemanden, der eine solche Distanz noch nie gefahren war.

In Evolenè fiel der Startschuss um 7.30 Uhr für Ueli (erstmals auf der kurzen Strecke am Start, da er erst im März eine Kreuzbandoperation hinter sich hatte und gerne den Pas de Lona einmal nicht im völligen Delirium von Verbier aus starten wollte J), Nicola und Fabienne,um 37km und 1845hm zu bewältigen.

Doris und Romana warteten bereits in Eison auf die ersten Fahrer von Evolène. Diese passierten alle drei nach 30-45 Min. die Verpflegungsstelle. Der Pas de Lona, der höchste Punkt der ganzen Rennstrecke mit 2800 m.ü.M., wartete auf sie.

Im Zeitplan von Hérémence her kam dann Patricia nach Eison und kurz dahinter Isa und Tom. Leider hatte das Bike von Patricia bei der Abfahrt vom Mandelon nach Evolène einen Stein an den Wechsler abbekommen, der das Schalten für Patricia zur reinen Tortur machte und sie enorm viel Kraft kostete. Sie musste schweren Herzens das Rennen in Eison aufgeben, trotz guten Beinen.

Nach schnellen 2.50h kam bereits Ueli in Grimentz ins Ziel und mit einer Zeit von 3.03h Nicola kurz dahinter. Er hatte ebenfalls Pech in der Abfahrt, da seine Kette riss und er gezwungen war, einen grossen Teil ins Ziel joggend zurückzulegen. Wer weiss, ob Nicola ohne Kettenriss Ueli geschlagen hätte??? ;-)

Mit einer Zeit von 3.42h fuhr dann auch Fabienne über die Ziellinie und staunte nicht schlecht, als der Speaker laut rief: „Premier dame!!!“. Erster Sieg für ein VBTler am Grand Raid. „Die Beine rollten heute einfach irgendwie von selber den Berg rauf und überholten irgendwie Mann um Mann, was zusätzlich Schub gab!“, erzählte sie nach dem Rennen.

Dies sollte jedoch nicht der letzte Sieg sein am heutigen Tag. Das Sie&Er-Team Isa und Tom siegten ebenfalls in ihrer Kategorie von Hérémence her und durften auf das Podest.

Dann hiess es warten auf die grossen Kämpfer von Verbier! Ständig kam der SMS-Service der drei Fahrer auf die Handys rein und so konnten die anderen in Grimentz etwa abschätzen, wann die Biker ins Ziel kommen würden. Die Hitze wurde unerträglich und auf dem Pas de Lona beim Aufstieg stieg das Thermometer auf 38 Grand an! Urs Graser als aktiver Alpinist „secklete“ den Pas de Lona rauf und kam nach 8.38h ins Ziel. Eine Glanzleistung und super Zeit, trotz ärgerlichen 2 Platten in der Abfahrt, wie er im Ziel sagte. Was für eine Zeit wäre er wohl sonst noch gefahren???? Vielleicht lag es auch daran, dass Urs nicht ganz 3 Bar im Pneu hatte, wie es Ueli zu fahren pflegt. :-D

Wieder hiess es voller Aufregung abwarten, bis der nächste Fahrer von uns ins Ziel kam. Nach 9.58h fuhr Stefan dann die Zielgerade ein. Er fuhr den Grand Raid zum ersten Mal und seine Worte im Ziel: „ Brutal hart, sind wir noch ganz normal, so etwas zu fahren????“ Auch er meisterte dieses Rennen mit absoluter Bravour.

Nun waren wir alle bis auf Melanie im Ziel. Mit gewohnt rasantem Tempo und einer Zeit von 10.27h sauste sie dem Ziel entgegen. Sie belegte bei den Damen den tollen 11. Platz. Trotz der unfassbaren Anstrengung kam sie mit einem Lächeln ins Ziel und sagte: „Heute war nicht wirklich mein Tag. Ich hatte schlechte Beine. Somit muss ich nächstes Jahr nochmals an diesem Rennen antreten!“

Ziemlich erschöpft aber gleichzeitig mit einem grossen Lächeln fuhren wir dann nach Hause mit dem Gedanken,ans kommende Rennen im 2013.