Gewerkschaft
Unia verlangt Einsetzung einer Alstom-Task Force

Alstom hat endlich die Sozialpartner in der Schweiz offiziell über den aktuellen Stand der geplanten Restrukturierung informiert. Eine entsprechende Sozialpartnerinformation hatte die Unia vor zwei Wochen eingefordert. Doch noch immer liegen die genauen Hintergründe und der genau Ablauf des geplanten Kahlschlags teilweise im Dunkeln

Gewerkschaft Unia Region Aargau-Nordwestschweiz
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Die heute Abend beim Arbeitgeberverband Swissmem in Zürich durchgeführte Sozialpartnerinformation machte vor allem eines deutlich: die Alstom Konzernleitung hat ihren gigantischen Kahlschlag vorschnell angekündigt, ohne Einbezug der Sozialpartner und ohne seriöse Klärung der möglichen Alternativen.
Für die Schweiz hat Altstom nicht berücksichtigt, dass eine Massenentlassung die Durchführung eines Konsultationsverfahrens verlangt, das den Arbeitnehmenden und ihren Gewerkschaften erlaubt, Alternativvorschläge zu den Entlassungen vorzuschlagen. Unklar bleibt zurzeit auch das weitere Vorgehen: Offenbar muss nun der Konzern zuerst im Rahmen des europäischen Betriebsrat (EBR) erschöpfend über die die geplante Neuorganisation des Konzernbereiches Alstom Power (Energieproduktion, Gasturbinen und Kombi-Kraftwerke) informieren und ein entsprechendes Konsultationsverfahren durchführen. Erst nachher kann ein weiteres Konsultationsverfahren mit den schweizerischen Sozialpartnern durchgeführt werden.
Kündigungsschutz, Kurzarbeit, Frühpensionierung - Einsetzung einer Task Force
Bis zur Beendigung des vollständigen Informationsprozesses und der Konsultationsverfahren muss bei Alstom ein absoluter Kündigungsschutz gelten: Niemand darf bis zu diesem Zeitpunkt aus wirtschaftlichen und/oder strukturellen Gründen entlassen werden.
Hingegen soll es nach Meinung der Unia möglich sein, bereits jetzt mit einer breiten Palette sinnvoller Massnahmen den angekündigten Abbau abzufedern. Im Einzelnen fordert die Unia:

  • Die Ausdehnung der Kurzarbeit bei Alstom, um die aktuellen konjunkturbedingten Probleme zu überbrücken. Die Kurzarbeit soll dabei durch begleitende Massnahmen zur beruflichen Qualifizierung der Mitarbeitenden ergänzt werden.
  • Sozial abgefederte Vorzeitige Pensionierungen ab 62 für den gesamten Konzern am Standort Schweiz.
  • Angebote für interne Versetzungen innerhalb von Alstom Schweiz mit denselben Anstellungsbedingungen (ohne Nachteile für die Mitarbeitenden).

Ausnutzung der natürlichen Fluktuation.
Zur Realisierung dieser Massnahmen verlangt die Unia die Einsetzung einer Taskforce aus Vertretern der Aargauer Regierung, von Alstom Schweiz, der Personalvertretung und der Gewerkschaften mit dem Auftrag, Massnahmen zur Erhaltung der Arbeitsplätze zu erarbeiten. Es sollen sämtliche Alternativen eruiert werden, die den geplanten Kahlschlag von 750 Arbeitsplätzen verhindern.