Blasorchester
Überzeugende Klänge im Kieswerk

Marcel Siegrist
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Die Sommerkonzerte im Kieswerk der Firma Merz in Gebenstorf sind schon beinahe eine Tradition. Bereits zum dritten Mal wurde die Rundbogenhalle, in der normalerweise Kies und Sand gelagert wird, in ein rustikales Konzertlokal umfunktioniert. Das Blasorchester Gebenstorf nutzte diese Halle am letzten Samstag für sein gewohnt virtuoses Sommerkonzert.

Unter der Leitung von Karl Herzog bewies das Orchester einmal mehr, dass es sich in den letzten Jahren zu einem wunderbaren Klangkörper entwickelt hat. Dieser konnte sich in der ‚Carmen Suite‘, einer konzertanten Fassung der gleichnamigen Oper von Georges Bizet, voll in Szene setzen. Neun kurze Sätze voller Gegensätze, mal fröhlich und tänzerisch, dann wieder hochdramatisch, galt es zu interpretieren. Die Umsetzung war überzeugend.

Malcolm Arnold ist bekannt für seine unterhaltenden, aber gehaltvollen Kompositionen. Das Werk ‚Four Scottish Dances‘ war dafür ein hervorragendes Beispiel. Von der Interpretation des BOG bleibt vor allem der wunderschön umgesetzte lyrische dritte Satz in Erinnerung. Doch auch die schnellen, fulminanten Tänze waren hervorragend: Sie wurden mit viel Witz, Hingabe und Liebe zum Detail, vor allem aber mit einer beeindruckenden Präzision gespielt.

VIRTUOSE REGISTER
In Konzertprogrammen des BOG wird auch immer wieder Literatur von Alfred Reed gespielt. In ‚El Camino Real‘ konnten die einzelnen Register ihre Virtuosität zeigen. Insbesondere das Holzregister konnte im ruhigen Mittelteil überzeugen.

Das Konzert im Kieswerk war fürs Blasorchester allerdings lediglich der erste Teil eines intensiven Konzertwochenendes. Das Sommerkonzert gelangte am Sonntag in Möriken im Gemeindesaal ein zweites Mal zur Aufführung, dieses Mal unter der Leitung von Tobias Zwicky, welcher mit diesem Konzert sein Masterstudium an der Hochschule Luzern abschloss.

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