SV Lägern Wettingen Volleyball
TWE Willisau 2017 – Oder „Was hat ein Ägypter auf dem Volleyball-Spielfeld zu suchen?!?“

Daniel Peter
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Starke Angriffe des SVLW
Kreative Schlachtrufe
Auch Theorieblöcke durften nicht fehlen

„Spass bim Pass!“ Dies war nur einer der vielen kreativen Schlachtrufe am Trainingsweekend-Abschlussturnier des SV Lägern Wettingen Volleyball, welches am 23. und 24. September 2017 in Willisau LU stattfand. „Spass“ hatten die Spielerinnen jede Menge, nicht nur beim Passen. Doch der Reihe nach.

von Mats Zellweger

Nach dem letztjährigen erfolgreichen Trainingsweekend in Kreuzlingen war klar, dass es auch eine 17er-Ausgabe geben soll. Da noch Badenfahrt war, musste das Weekend ein wenig nach hinten geschoben werden, was sich leicht negativ auf die Teilnehmerzahl auswirkte. Dennoch trafen sich am Samstagmorgen 37 Spielerinnen und Trainer im Tägi Wettingen, um gemeinsam mit 3 Bussen den Weg nach Willisau unter die Räder zu nehmen.

Wir merkten vor Ort dann schnell: Die Sportanlage Willisau ist riesig, dutzende Hallen und Parkplätze, die aus verschiedenen Richtungen angefahren werden konnten! Aber wo mussten wir hin? Nach einigem hin und her und ein paar Zusatzkilometern trafen wir leicht verspätet an unserem Ziel ein und es ging mit Sack und Pack direkt in die 3fach Turnhalle Hallenbad, wo es dann schon kurz darauf losging.

„Es ist Sonntag. Familie Meyer wacht auf. Peter und Susi rennen ins Bad. Vater kocht Kaffee und Mutter deckt den Frühstückstisch.“

Was mehr nach Märchenstunde als nach Warm-Up tönt, förderte aber bereits erste Schweisstropfen zu Tage! StAlex (Steffi und Alex, Anm. d. Red) hatten vor dem Warmup den Spielerinnen Rollen zugeteilt so dass während der Geschichte die aufgerufene Rolle einmal ums Feld joggen musste, während die anderen mit den gezeigten Strechingübungen fortfuhren. So wurde fleissig aufgewärmt und eingedehnt während die Mitglieder der Familie Meyer, Löwen, Elefanten, Affen und sogar Dackel Waldemar fleissig Runden drehten.

Danach stand der Samstagvormittag im Zeichen des Mannschaftstrainings. Markus, Dani, Fiona und StAlex schworen ihre Teams auf die kommende Saison ein, feilten an Spielzügen, optimierten Laufwege, korrigierten Fehler und trainierten das 5:1 in verschiedenen Zusammensetzungen. Es wurde diskutiert, gelacht, geflucht, gesmasht, verteidigt, geblockt...und geschwitzt!

Nach dem verdienten Mittagessen welches wir über die Strasse im Tenniscenter zu uns nahmen ging es dann wieder zurück in die Hallen, Technikblöcke standen auf dem Programm:

  • Markus nahm alle Hauptis unter seine Fittiche und übte „Laufwege, Distanz für den Kurzangriff, variable Armbewegungen bei Mittelangreiferinnen, Distanz zum Netz halten und Grundtechniken beim Block“, bis die Füsse glühten
  • Ich versammelte in meinem Technikblock alle Passeusen und Diagonalspielerinnen und legte den Schwerpunkt auf die Pass/Dia-Rotation inkl. Rückpass und Angriff auf Position 2
  • In Halle 3 hetze Dani die Nebenangreiferinnen durch die Halle: Schnell und korrekt lösen, verschieben und Powerangriffe waren sein Fokus

Am späteren Nachmittag gingen die Spielerinnen wieder zurück in ihre Mannschaften wo....ja was genau?...auf dem Plan stand. Wie sich herausstellte, stand bei einigen Trainern „Mannschafttraining“, bei andern bloss „Spiel und Spass“ im Programm ;-). Beides war richtig. Es wurde nochmals geübt, probiert, gespielt, korrigiert, gerockt und gefeiert.

Nach einer verdienten Dusche und dem Bezug unseres Quartiers, welches sich ebenfalls direkt auf dem Gelände befand, ging es schon bald runter in die Innenstadt. Dank Steffi hatten wir eine eigene Etage in der Pizzeria „da Fusco“ mitten in Willisau, wo zwischen Lasagne und Pizza die Spielzüge, neu gelernte Abläufe, und und und diskutiert und kommentiert wurden. Es wird gemunkelt, dass das Personal festgestellt hat, dass das Essen für einige warten muss, damit alles erzählt werden kann :-)

Der Tag klang aus in unserem Nachtlager mit Diskussionen, Töggele und Werwölfle. Gerade die letzten beiden Aktivitäten liessen erahnen, welch grosse Kämpferherzen in einigen von uns schlummern; es wurde taktiert und laut diskutiert. Punkte wurden gefeiert. Und einige Spielzüge (bzw. Theorien, wer ein Werwolf ist!) waren hochgradig komplex und dadurch umso spektakulärer!

Abschlussturnier am Sonntag

Der Sonntagmorgen begann für einige um 07:30 mit dem Frühstück, für andere um 09:00 direkt in der Halle. Dani machte das Einlaufen. Da und dort wurde im Vorfeld getuschelt, wie hart es wohl werden würde? Fakt ist: alle waren danach aufgewärmt!

Danach folgten wiederum Technikblöcke, diesmal aber in wild gemischten Teams. Markus führte die Spielerinnen ein in die Welt von „Service und Abnahme“, Andrea verriet „Geheimnisse des perfekten Passes“ und Mats hatte den Block „Prügle“ (der offiziell „Angriff und Verteidigung“ hiess). Nachdem alle Teams die 3 Blöcke absolviert hatten, ging es das zweite und letzte Mal in die Tennishalle zum Mittagessen, bevor am Nachmittag das Abschlussturnier stattfand.

Mats hatte sich für eine spezielle Turnierform entschieden.

  1. Ein 2er Team bildet eine fixe Mannschaft.
  2. Für jeden Match spielen drei 2er Teams gegen drei andere 2er-Teams
  3. Beginn bei 0:0, nach 10 Minuten wird die Punktedifferenz im Matchblatt eingetragen
  4. Pro Spiel denkt sich die 6er-Mannschaft einen neuen Schlachtruf aus
  5. Der Schiedsrichter vergibt am Ende des Spiels 2 Zusatzpunkte für Originalität und Anwendung

Und so kam es, dass es alle 10 Minuten wieder völlig anders von den beiden Spielfeldern tönte. Der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Es wurde „gsprüchled“, geklatscht & getanzt, abgerollt und der Ägypter-Move gemacht. Neben „Skorpion“ (eine Aufwärmübung), “ Amsterdam“ (eine Anlauf-Eselsbrücke), „Gebed euis die Pünkt“ (eine versuchte Schiribestechung), gab es einen witzigen Schlachtruf nach dem anderen. Kurz: Die Schlachtrufe war für mich persönlich ein Highlight!

„Spass beim Pass“ war somit symptomatisch für ein Wochenende, das sich langsam dem Ende zuneigte. Die Stimmung war an beiden Tagen hervorragend und es wurde bis zum letzten Punkt geschuftet und gekämpft. Und nach anstrengenden 2 Tagen war es deshalb nicht verwunderlich, dass ganz gegen Ende aus der Halle 1 folgender Schlachtruf zu hören war: „Mir wännd go dusche!“ Die Turnierleitung nahm sich diesen Wunsch zu Herzen und verzichtete auf einen zusätzlichen Final. Wir wollten keine Verletzungen provozieren.

Herzliche Gratulation an das Team „Finte“ (Kim und Bianca, beide aus dem Damen 1) welche das Turnier für sich entscheiden konnten. Auf den Ehrenplätzen das Team „Nebe-Nebe“ (Ladina & Lisa) und „Löse!“ (Alex & Claudia)

Nach dem Abräumen, einem obligaten Gruppenfoto, Packen und einer wohlverdienten Dusche machte sich der Verein müde aber zufrieden auf den Nachhauseweg. Dass wir ohne grosse Verletzungen nach Hause kamen ist ein weiterer schöner Punkt dieses Weekends. Es hat saumässig Spass gemacht. Ein riesengrosses Dankeschön an die Trainingsweekend-Organisatorin Andrea! Und all den Helfer im Hintergrund: Lisa, Steffi, Simone, Tanja. Suuuuper Job! Danke auch an die Trainer Dani, Steffi, Alex, Markus, Andrea und Fiona.

Zusammengefasst:

Volley Lägere Wettinge ist teils laut und lustig,
teils unmotiviert, dann Siegeshungrig und durstig
Lägere ist Gschobe, Kurzangriff und Schämereggli
Superschnell und dann wieder Super-Schneggli
Ein Volk von Verteidigungs- und Angriffs-Fetischisten
Ballkünstlern und Doppelblock-Artisten
Volley Lägern, mal verlägeret, mal verrückt
Liebes OK, dein Trainingsweekend ist geglückt!
Ach, ich spüre all meine Glieder
Freue mich trotzdem: in 11 Monaten wieder!

Links:

Bericht von Mats Zellweger - danke fürs Schreiben :-)!

Mehr Bilder sind hier zu finden: http://www.volley-laegern.ch/de/galerie/trainingsweekend-2017

Allgemeine Informationen zum Verein: http://www.volley-laegern.ch/

Facebook-Seite: https://www.facebook.com/volleylaegern/