Unterkulm
Turnfahrt 18./19. September 2010

Kameradschaftliche Vereinsreise an den "Röstigraben"

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Es war Samstag und früh. 29 Personen aus der Grossregion Unterkulm - Birrwil brachen auf zur Turnfahrt 2010. Nein, diesmal war keine dieser schuhsohlenmordenden Monster-Bergtouren angesagt. In der Europost-0-Rakete fuhren wir gemütlich Richtung Westen. Ziel der Expedition: Zuschütten des Röstigrabens, und soviel vorweg, es wurde geschüttet. Trotz kühler Temperatur war es im alten Postauto ausgesprochen durstig. Als Resultat drohte der Ausflug zwischenzeitlich zum Postenlauf für Blasenschwache zu mutieren. In Col-de-Roches konnten wir uns in den unterirdischen Mühlen überzeugen, dass die Müller schon in grauer Vorzeit viel Erfindergeist und Innovationskraft hatten. Das anschliessende Mittagessen am Lac des Brenets mundete hervorragend und konnte die teilweise strapazierten Magennerven wieder etwas beruhigen. Bei bester Laune traten wir die Schiffahrt an den Saut-du-Doubs, einem 27 Meter hohen Wasserfall direkt an der französischen Grenze, an. Zum Erstaunen aller trafen wir auch in der hintersten Ecken der Schweiz auf Oberkulmer. Auf der Rückfahrt hätten wir uns beinahe von unseren ledigen Reiseteilnehmern trennen müssen. Sie alle wollten bei der Frau Kapitän anheuern.

Das Nachtlager schlugen wir in Bevaix auf, einem wunderschönen Ort, leicht erhöht, über dem Neuenburgersee. Die Abendstimmung an diesem herrlichen Spätsommertag war schlichtweg genial. Bei besten äusseren Bedingungen wurde auf dem Hartplatz kurzfristig ein Fussballspiel organisiert. Manch ein Zuschauer wähnte sich beim Anblick der hochstehenden Szenen an einem Trainingsspiel der Schweizer Nationalmannschaft in Feusisberg. Der Abend verlief feucht-fröhlich. Der Bierzapfhahn verrichtete Schwerstarbeit. Der Anziehungskraft des Schlafsacks konnten nicht alle gleich lang widerstehen. Militärisch korrekt verschoben wir uns in kleinen Gruppen oder im Einzelsprung zu den Schlafgemächern. Die letzten Heimkehrer übernahmen dann noch das Löschen der Strassenlaternen, obwohl sich diese eigentlich gar nicht zum manuellen Ablöschen eigneten. Die Nacht war geprägt von kleineren Zwischenfällen. Zum Glück macht Not erfinderisch. Spuren unvorhergesehener, plötzlich eintretender Ereignisse lassen sich mit der „Fuchstüte", einem umfunktionierten Schlafsack, unkompliziert und nachhaltig entfernen. Wie üblich ist im Namen der Erfindung auch der stolze Erfinder verewigt.

Plötzlich war Sonntagmorgen! Die schlechte Luft im Schlafraum verursachte Kopfweh. Glücklicherweise schuf ein Schmerzmittel aus der Region Rheinfelden Abhilfe. Nach einem stärkenden Morgenessen wurden wir nach Gümmenen chauffiert. Und da ging es sportlich weiter. Auf Schienenvelos machten wir einen Kurztrip durch das Seeland. In flottem Tempo, aber immer unter der Schallgrenze, liessen wir die reizvolle Gegend an uns vorbeifliegen. Familie Jaun aus Neuenegg verwöhnte uns zum Mittagessen mit allerlei Grilladen. Während der Mittagsrast wurde das letzte Schwingfest in Frauenfeld nochmals thematisiert. Die eindrücklichen Erinnerungen an diesen Anlass verleitete unsere Mannen zum Kräftemessen. Nach gehörigem Einschwingen fand auf der Rückreise bei einer kurzen Pinkelpause der Schlussgang statt. Die Taschenformatausgabe von Wenger Kilian stellte sich dem Schwingerkönig aus Unterkulm. In einem dramatischen, aber ausgeglichenen Kampf flogen die textilen Fetzen. Ein „Gestellter" war das gerechte Resultat. Zum Abschluss reichte man sich versöhnlich die Hände und nahm noch Eines. Auf dem letzen Teilstück der Heimreise sorgte dann eine Herde Bremsstaubschafe nochmals kurzfristig für Aufsehen. Dicht gedrängt genossen die eigenartigen Tiere die Abluft der Autobahn. Die mitgereisten Wannentaler schüttelten ob diesem Anblick ungläubig die Köpfe.

Herzlichen Dank an Brigitte und Beat Aerni, „Schlarpechlopfers", für die Organisation! Es war ein fantastisches Wochenende.