Frauensportverein
Turnerinnen des SVKT reisen ins schöne Emmental

Irène Brunner
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Der graue, wolkenverhangene Himmel vermochte die gute Laune der 40 Turnerinnen des Frauen-sportvereins Schneisingen nicht zu trüben, als sie sich morgens um halb acht beim Schulhaus einfanden, um ihre alljährliche Reise anzutreten. Bereits eine Viertelstunde später konnte das 50-plätzige „Komfort-gefährt“ starten, um noch die restlichen Frauen vom unteren Dorfteil abzuholen. Die Reiseleiterin Erna Marti begrüsste die muntere Schar, gab noch einige Details zum Programm bekannt und wünschte allen, trotz des trüben Wetters, einen schönen, unbeschwerten Tag. Chauffeur Valentin Pieper freute sich, mit soviel sportlichen Frauen den Tag zu verbringen. „Wenn ihr Fragen oder ein Anliegen habt, so bin ich meistens vorne links anzutreffen“ meinte der Chauffeur schmunzelnd.

Wie lieblich und reizvoll ist doch das Seetal

Nachdem die „Bautücken“ von Baden und Umgebung gemeistert waren, ging es weiter auf der Autobahn, schon war das imposante Schloss Lenzburg sichtbar. Dort wandte sich der Car der verkehrsreichen Autobahn ab, gemächlicheren Stils ging es weiter, dem auffallend ruhigen Hallwilersee entlang. Dies hatten sogar die munter schwatzenden Frauen bemerkt. „Still ruht der See, er ladet zum Bade“ meinte eine - Schiller zitierend - man verliess den Aargau, die wunderschöne, barocke Stiftskirche und die prächtigen Fachwerkhäuser und Brunnen von Beromünster waren sichtbar. Ein wunderschöner Rosengarten, ein herrlicher Blick auf den Sempachersee und die historische Stadt Sursee erstaunte die Reisegesellschaft weiter. Auf der einen Seite einen Blick ins Napfgebiet mit den währschaften Bauernhäusern erhaschend, auf der anderen Seite riesige Industriebauten, die auch hier nicht Halt machen. In Willisau fragte der Chauffeur, wie die gleichnamigen Ringli wohl hergestellt werden: „Man nehme ein Loch und füge Teig darum“. Gedankenaustauschend und einem langsamem Bedürfnis nach Kaffee und sonstigem ging die Fahrt weiter bis Wolhusen, dem Tor zum Entlebuch. Noch niemand wusste, wo diesen Bedürfnissen Abhilfe geschaffen werden konnte, denn die Fahrt ging auf einer sehr schmalen Strasse weiter. Ein entgegen-kommendes Gefährt war gottseidank ein Traktor, denn dieser konnte füglich auf die Wiese ausweichen, als der grosse Aargauercar aufkreuzte. Während die Reisenden doch ab und zu den Atem anhielten, machte Chauffeur Valentin Witze, damit war die Anspannung wieder gelockert. „Er hätte rückwärts hinauf fahren müssen, weil man oben nicht kehren könne.“ Nach einigen Kurven war dann das Geheimnis gelüftet, das stattliche Kurhaus Heiligkreuz mit der daneben stehenden Wallfahrtskirche tauchte auf. Nebst dem Kaffee und Gipfeli wäre auch die Aussicht auf die Voralpenbergwelt wunderbar, befand man sich doch auf knapp 1200 m über Meer. Aber eben, es hingen noch etliche Wolken über dem ganzen Gebiet. Der Spruch, der am Eingang des Hauses stand hatte somit seine Berechtigung: „Petrus und wir sind das perfekte Gespann. Petrus organisiert das gute Wetter und wir sind besorgt für eine angenehme Laune! ....Nur, auf Petrus ist nicht immer Verlass.....“

Ideale Wetterverhältnisse für den knapp zweistündigen Marsch

„Willkommen im Emmental“ stand bei der Weiterfahrt auf einer Tafel. Da nach dem kreislaufanregenden Kaffee munter alle möglichen Themen durchdiskutiert wurden, merkte man kaum, dass man bereits in Bumbach angelangt war. Dort stiegen die Wanderlustigen aus – es war gut die Hälfte – um den Weg bis zum Kemmeribodenbad unter die Füsse zu nehmen. Die meisten liessen sich Zeit, man genoss den abwechslungs-reichen Weg zwischen romantischen Waldstücken und blumenreichen Moorlandschaften, man verweilte beim stattlichen Bauernhaus Schwand. Auf der blumengeschmückten Veranda fielen die fünfzehn verschieden grossen Kuhglocken auf, genauso wie der kunstvoll aus einem Baumstrunk gefertigte Brunnen vor dem Haus. Nach einem ordentlichen Anstieg gings über wurzelbedecktem Weg der Emme entlang und schon bald war das historische Haus Kemmeribodenbad ersichtlich. Den angenehmen Temperaturen sei Dank, denn sonst wären vermutlich die meisten arg ins Schwitzen geraten. Die „fahrenden“ Turnerinnen standen schon dort, der Empfang war herzlich. Auf einer grossen Tafel stand: „Herzlich willkommen, Turnverein Schneisingen. Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit“. Und den hatten wir, das Mittagessen war vorzüglich und die legendären „Märängge“ natürlich auch. Denn wenn schon Kemmeriboden, dann auch Meringues. Genauso herzlich war dann die Verabschiedung: Die gesamte, für uns im Einsatz gestandene Crew stand an der Holzbrücke Spalier, um Adieu zu winken. Wo gibt’s das noch ?

Rückfahrt mit süssen Ueberraschungen

Zurück gings über Marbach, wo die schöne gotische Kirche, ebenfalls dem St. Nikolaus geweiht, ins Auge stach. Nächster Halt war Trubschachen und wer diesen Namen hört, denkt unweigerlich an Kambly. Im dortigen Verkaufsladen kann man sich mit Kilosäcken jeglicher Sorte von Biskuits zu günstigen Preisen eindecken oder kleine Mitbringsel erstehen. Es gibt aber auch verschiedene Sorten von Apérogebäck in Kamblys Sortiment. Süsses wie pikantes konnte man vor dem Kauf degustieren, wobei letzteres nach den Emmentaler Meringues in XL-Format bevorzugt wurde. Nichtsdestotrotz, fast alle verliessen den Grossladen, die einen mit „Guetzlivorrat“ für die nächsten Wochen, die anderen mit einer Kleinigkeit. Und siehe da, unterdessen zeigte sich die Sonne in voller Pracht, auf jeden Fall mussten die erstandenen „Schoggiguetzli“ vor der Wärme geschützt werden. Die letzte Wegstrecke führte die Turnerinnen über Ramsei, Sumiswald, Madiswil, Richtung Langenthal. Der umsichtige Chauffeur steuerte das Gefährt auf Nebenstrecken dem Aargau zu, denn im Radio wurde auf der Autobahn vor Lenzburg ein Stau gemeldet. Für einmal von der anderen Seite her nämlich von Würenlingen, gelangte die fröhliche Schar ins Surbtal nach Schneisingen. Um viele Eindrücke bereichert, glücklich über manches Lachen oder Gespräch, kehrten alle wohlbehalten nach Hause. Die zwölfte, perfekt organisierte Reise von Erna Marti war wunderschön, abwechslungsreich und das Essen exquisit, ihr gehört ein herzliches Dankeschön. (bi)

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