STV Spreitenbach
Supersonntag: Oops!... We did it again!

Roman Geissmann
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Von Michael Humbel

Spreiti feiert wie schon im Hinspiel gegen Regensdorf und Niederwil einen Vollerfolg – den zweiten Supersonntag seit dem Aufstieg in die 1. Liga!

Das gefühlte zehnte Mal mussten sich die Herren des STV Spreitenbach am 19. Februar am morgen früh aus dem Bett quälen und die Reise nach Pfäffikon ZH in Angriff nehmen. Am Rande sei noch bemerkt: Die vom Schweizermeister (!) organisierte Meisterschaftsrunde war die einzige der ganzen Saison, die keine Einzelrunde war...

Zum Abschluss der «Regular Season» trafen die Spreitenbacher auf Wehntal Regensdorf sowie F.P. Niederwil. Gegen beide Teams konnte man im Hinspiel reüssieren. Das war vor über drei Monaten. In der Zwischenzeit musste Spreiti oft Lehrgeld bezahlen. Dem jungen Aufsteigerteam fehlte in vielen Spielen die nötige Cleverness und Routine, um auch mal ein knappes Spiel für sich zu entscheiden. Daher konnte man trotz teils ansprechenden Leistungen und engen Ergebnissen (die Partien gegen Lengnau und Cazis ausgenommen), in der gesamten Rückrunde bislang nur ein mageres Pünktchen einfahren. Die einzig logische Folge aus dieser Ausbeute ist die Teilnahme an den Auf-/Abstiegsspielen. Für Spreiti war die Ausgangslage an diesem Spielsonntag klar: Moral tanken und möglichst noch auf den 9. Platz vorstossen. Dementsprechend motiviert und heiss waren sie auf diese beiden Spiele, obwohl man dezimiert antreten musste. Unser Druide und der Exot aus Solothurn mussten krankheitshalber Forfait geben. Gute Besserung, wir brauchen euch in den «Playouts»!

Wehntal Regensdorf vs. STV Spreitenbach

Umso erstaunlicher war es daher, dass die Mannschaft zu Beginn des Spiels nicht bereit war, den Kampf anzunehmen und Vollgas zu geben. Die ersten 10 Minuten waren nicht gut, Spreiti verschlief (mal wieder) den Start und trat nervös auf. Man geriet ins Hintertreffen und musste einen 1:3-Rückstand aufholen. An sich nichts Neues für die Seefeldtruppe, nur hat man es dieses Mal erfolgreicher gestaltet. Spreitenbach fand, je länger das Spiel dauerte, immer besser in die Partie. Man konnte das Score auf 4:3 drehen, ehe Regensdorf rund 3 Minuten vor Schluss den Torhüter zog. Durch einen Fehler im Spielaufbau konnte Spreitenbach den «empty netter» (länger warten beim Abschluss wäre wohl nicht mehr drin gelegen) erzielen. Der Mist schien geführt. Aber durch einen Freistoss erster Klasse konnte Regensdorf gefühlte 5 Sekunden später den Eintorerückstand wieder herstellen. Wer die Spreitenbacher in dieser Saison etwas verfolgt hat, der ahnte böses. Doch Spreiti konnte dieses Mal alle Kritiker Lügen strafen. Während der Gegner sich mit Gehässigkeiten wehren musste (der Schiri wollte dem Regensdorfer wohl den Sonntag nicht vermiesen und liess die Pfeife stecken), wusste der STV den Vorsprung zu verwalten, gab die Partie nicht mehr aus der Hand und siegte mit demselben Resultat wie bereits im November (5:4).

STV Spreitenbach vs. F.P. Niederwil

Der Grundstein für einen erfolgreichen Sonntag war mit dem Sieg im ersten Match gelegt worden. Wollte man den Druck auf den direkten Konkurrenten im Rennen um Platz 9 (Zuzwil-Wuppenau bestritt ihre beiden Matches erst am Nachmittag) erhöhen, musste auch gegen Niederwil ein Sieg her. Für einen war diese Partie derweil ganz besonders: Reto Putzi (Goalie, Captain und Trainer in Personalunion beim Herren 2) spürt einen zweiten (oder sogar dritten) Frühling und konnte in der 1. Halbzeit sein Debut in der 1. Liga geben. Ein starkes Spiel vom Schlussmann, welcher sich nur vom eigenen Mann (ob Absicht oder nicht bleibt auch nach intensiven Recherchen und Videoanalysen ungeklärt) sowie durch zwei Kontertore bezwingen lassen musste. Herzliche Gratulation an dieser Stelle, mach weiter so! Die beiden Stammgoalies Reto Zeindler (gegen Regensdorf) und Mese Heymann (2. Halbzeit) zeigten ebenfalls sackstarke Leistungen – wenn es einen Mannschaftsteil gibt, der nie und nimmer Playoutwürdig ist, dann ist es die Torhüterposition – ihr seid Weltklasse, Boys! Weiter so!

Spreitenbach startete fulminant in die Partie und konnte dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. So führte man schnell 3:0. Die Spieler waren jedoch gewarnt: Im Hinspiel führte eben dieses Niederwil 3:0, bevor man sie anschliessend mit 7:4 nach Hause schickte. Coach Grubenmann warnte seine Spieler daher, in Übermut zu verfallen. Durch eine unglückliche Situation spedierte ein Spreitenbacher kurz darauf den Ball ins eigene Tor und brachte die Niederwiler zurück ins Spiel. Obwohl fast postwendend das 4:1 gelang, blieben die Nerven der Zuschauer auch dieses Mal nicht verschont. Niederwil kam auf 4:3 und 5:4 heran und spielte zunehmend aufsässig. Auf das 6:4 von Spreitenbach hatten die Niederwiler die Antwort in Form eines schönen Weitschusses von der Mittellinie bereit. Zu mehr reichte es nicht mehr (mit der Schlusssirene trafen die Penguins noch die Lattenunterkante!) und Spreiti jubelte zum zweiten Mal an diesem Morgen.

Playouts: Ab 25. März geht’s um den Ligaerhalt

Insgesamt darf Spreitenbach mit der Leistung in diesen beiden Begegnungen zufrieden sein. Vor allem im Kopf war die Mannschaft auf der Höhe und hat bewiesen, dass sie für den Abstiegskampf gewappnet ist. Man liess sich durch die zunehmende Hektik und ruppigere Gangart jeweils gegen Ende der 40 Minuten nicht aus dem Konzept bringen und hat sein Spiel ruhig fortgesetzt. Die Jungs konnten mit diesen beiden Siegen heute definitiv Moral tanken und wurden für die guten Trainings und den Einsatz endlich belohnt. Obwohl Coach Marco Grubenmann (das Post-Game-Interview mit unserem Trainer findet ihr hier: https://www.facebook.com/stvspreitenbachunihockey/videos/386087668415323/) dem Team nun 3 Tage zur körperlichen (die meisten Spieler plagt irgendein Wehwehchen) und mentalen Erholung gönnt, gilt es den Fokus auf die bevorstehende Herkulesaufabe nicht zu verlieren. Spreitenbach hat nun zu beweisen, dass es in die 1. Liga gehört. Man muss durch die schwierigen Auf/Abstiegsspiele kommen und Charakter beweisen. Bis dahin bleibt noch ein guter Monat Zeit, um dem eigenen Spiel den Feinschliff zu verpassen und sich auf den Kontrahenten einzustellen. Es stimmt jedoch positiv, dass man in dieser Saison phasenweise gesehen hat, dass der STV gegen jeden Gegner das Spiel machen kann. Sicherlich ein Punkt, in dem Spreitenbach in der Abstiegsrunde vermehrt gefordert wird. Der Gegner für die Best-of-5-Playoutserie steht noch nicht fest. Es wird aber der Gruppensieger der 2. Liga KF Gruppe 2 sein, da Spreiti tatsächlich noch den neunten Rang geholt hat! Die Spieldaten der Playouts zum mitschreiben: 25. März (auswärts), 26. März (dahoam! Be there!!!), 1. April (auswärts), evt. 2. April (dahoam!), evt. 8. April (auswärts).

Im Kopf sind die Jungs bereit, was sie in diesen beiden Spielen bewiesen haben. In diesem Sinne: Immer nume Spreiti!

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