Sozialdemokratische Partei
Stellungnahme der SP Bezirk Zurzach zum Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL)

Nein zum gekröpften Nordanflug

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Full (ek) - Am 29.10.2010 läuft die Frist im Mitwirkungsverfahren zum SIL ab, an dem sich jeder Bürger und jede Bürgerin beteiligen kann. Die SP Bezirk Zurzach nimmt mit einer Stellungnahme ihre politische Verantwortung wahr und stellt sie allen Interessierten zur Verfügung.

Die SP Bezirk Zurzach wehrt sich gegen den Grundsatz, wonach die Landesflughäfen entsprechend der Nachfrage entwickelt werden sollen. Wie in der Verkehrspolitik allgemein ist dieser nachfrageorientierter Ansatz längst überholt und darf nicht Grundsatz der Luftverkehrspolitik sein. Im Interesse der vom Luftverkehr betroffenen Bevölkerung muss die Reduktion von Treibhausgasemissionen und das Energiesparen Massstab beim Flugverkehrsangebot sein.

Nein zu einer neuen Surbtalroute und zum gekröpften Nordanflug

Die SP Bezirk Zurzach stellte den Antrag, aus Sicherheitsüberlegungen auf eine neue Surbtalroute zu verzichten. Sie hält es für unverantwortlich, Flugrouten in unmittelbarer Nähe von sensiblen Anlagen wie den Atomkraftwerken Beznau I und II, dem ZWILAG Würenlingen und dem Paul Scherrer Institut Villigen zu planen. Die Anflugroute für den gekröpften Nordanflug mit rund 40 Überflügen morgens würde jedoch genau über diese Anlagen führen mit dem Risiko eines Flugzeugabsturzes mit unabsehbaren Folgen.

Aus diesen Gründen wird auch der gekröpfte Nordanflug kategorisch abgelehnt. Diese Variante sieht einen satellitengestützten Anflug vor, zu dem die entsprechende Technik noch gar nicht vorhanden ist. Eine solche Planung ist unverantwortlich und als fahrlässig zu bezeichnen.

Gleichmässige Fluglärmverteilung

Der Entwurf des Objektblattes Flughafen Zürich richtet sich bei sämtlichen Varianten nur nördlich aus, wodurch die Aargauer Gemeinden im Surbtal neu mit Fluglärm belastet werden. Die SP Bezirk Zurzach wehrt sich gegen diese einseitige Belastung unserer Region zugunsten der südlichen Flughafenregion im Kanton Zürich. Der gekröpfte Nordanflug würde zusätzliche lärmintensive Nordstarts für das Zurzibiet bringen, was nicht tolerierbar ist.

8 Stunden Nachtruhe, 350'000 Bewegungen

Die SP Bezirk Zurzach fordert im Weiteren die zwingende Einhaltung von 8 Stunden Nachtruhe zwischen 22.00 und 06.00 Uhr. Das Ruhe- und Schlafbedürfnis der Aargauer Wohnbevölkerung muss respektiert werden. Von kürzeren Sperrzeiten wären besonders die Gemeinden im Surbtal betroffen.

350'000 Flugbewegungen pro Jahr sind genug und können auch ohne Pistenverlängerung bewältigt werden. Grössere und besser ausgelastete Flugzeuge werden zukünftig zu weniger Flugbewegungen führen

Konstruktive Vorschläge für eine nachhaltige Luftverkehrspolitik

Die SP Bezirk Zurzach lehnt aber nicht nur ab, sondern hat auch konstruktive Vorschläge für eine nachhaltige Luftverkehrspolitik parat. So könnte eine gleichmässige Verteilung von den Geschäftsverkehrflügen auf die drei Landesflughäfen zu einer Entlastung von besonders fluglärmintensiven Gebieten führen. Reine Tourismusflüge dürfen nur ausserhalb der lärmkritischen Zeiten auf unproblematischen Routen durchgeführt werden. Privatflüge von VIPs unterliegen einer zahlenmässigen Beschränkung, für Freizeitflüge auf den Regionalflugplätzen gelten strengere Sperrzeiten.

Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen muss auch der Flugverkehr beitragen und die verursachten externen Kosten decken. Eine international koordinierte Kerosinsteuer als Lenkungsabgabe ist längstens überfällig und dürfte den Weltluftverkehr nachhaltig reduzieren.

Mitwirkung nützen!

Bis am 29.10.2010 läuft die Mitwirkungsfrist - es ist also noch nicht zu spät! Nutzen Sie die Möglichkeit dieses demokratischen Instruments und reichen auch Sie Ihre persönliche Stellungnahme ein. Eine Vorlage finden Sie auf der Homepage der SP Bezirk Zurzach unter www.sp-zurzibiet.ch.