Hauswirtschaft Aargau
Spardruck führt zu innovativer Zusammenarbeit

Thomas Gutmann
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Die Integration der Spitex Mittleres Wynental ins Alterszentrum Mittleres Wynental in Oberkulm war das Thema, über das sich die HBL-Erfa-Gruppe Aargau an ihrem Frühjahrstreffen am 21. Febuar 2017 durch den Zentrumsleiter Jakob Faes und die Leiterin Facility Management Tamara Hunziker informieren liessen.

Wie Jakob Faes erläuterte, führte der Umstand, dass das Alterszentrum und die Spitexorganisation denselben geographischen Bereich abdecken, nämlich die fünf Gemeinden Teufenthal, Unterkulm, Oberkulm, Zetzwil und Gontenschwil, einerseits sowie der Spardruck andererseits zu der Lösung, die Spitex als Abteilung ins Alterszentrum zu integrieren. Denn sinnvoll gespart werden könne nicht bei den Leistungen zugunsten der Klientinnen und Klienten, sondern lediglich im administrativen Bereich. Das konnte mit dieser Integration erreicht werden. Ersichtlich ist der Erfolg auf der finanziellen Seite daran, dass der Kopfbeitrag der fünf Gemeinden zugunsten der Spitex der tiefste ist im Raum Aarau Süd.

Auf organisatorischer Seite konnte die Integration des Vereins in die Stiftung so realisiert werden, dass der Stiftungsrat personell identisch ist mit dem Vereinsvorstand und der Zentrumsleiter gleichzeitig Geschäftsführer der Spitex ist. Die Pflegedienstleitung im Alterszentrum und in der Spitex liegt bei Fredrik Riikonen, die Verantwortung für die Hauswirtschaft in der Spitex bei der Leiterin Facility Management des Alterszentrums, Tamara Hunziker.

Neben strukturellen Anpassungen und finanziellen Einsparungen ergibt das neue Modell auch personell erweiterte Möglichkeiten, so etwa in der Ausbildung – Lernende können sowohl im Alterszentrum als auch in der Spitex Erfahrungen sammeln – und bei der Weiterbildung der Mitarbeitenden. Der Fachpersonalpool ist viel grösser, denn bei Bedarf können Mitarbeitende des Alterszentrums in der Spitex einspringen und umgekehrt. Das einzige Problem hierbei, so Jakob Faes, sei die Bereitschaft der Mitarbeitenden, sich nicht nur mit dem einen oder andern Betrieb zu identifizieren.

Wie Tamara Hunziker ausführte, arbeiten zur Zeit fünf Spitex-Mitarbeitende in der Hauswirtschaft, je mit einem Pensum von 30 bis 50 Prozent. Bei Bedarf werden sie durch Mitarbeitende des Alterszentrums verstärkt. Aktuell richten sie Dienstleistungen bei rund 60 Klientinnen und Klienten aus. Diese umfassen neben Reinigungsarbeiten und Wäscheservice auch Einkaufen und Kochen, Betreuung der Haustiere und Pflanzenpflege. Da die Kranken-Grundversicherung keine hauswirtschaftlichen Dienstleistungen entschädigt, ist es sehr wichtig, dass ältere Leute ihre Zusatzversicherungen nicht kündigen, da sie sonst alles selber bezahlen müssen. Allenfalls können dann Ergänzungsleistungen der Sozialversicherungsanstalt beantragt werden. In diesem Bereich bietet Tamara Hunziker auch gerne Unterstützung in Form von Beratung an. Sie sei noch nie so viel am Telefonieren gewesen wie seit der Übernahme der Leitung der Hauswirtschaft in der Spitex, erzählte sie lachend.

Die Erfa-Gruppe zeigte sich beeindruckt vom vorgestellten Integrationsmodell und überzeugt, dass ein breitgefächertes Angebot im Bereich Hauswirtschaft der Spitex für hauswirtschaftliches Fachpersonal ein interessantes und zukunftsträchtiges Tätigkeitsfeld bietet. Gerne liess sie sich nach dem informativen thematischen Block im Kafi Bündten mit Kaffee und Gebäck verwöhnen – mit herzlichem Dank an das Alterszentrum Mittleres Wynental, an Jakob Faes und Tamara Hunziker.