Männerchor
Sonnige Vereinsreise mit vorzüglichem Festbesuch

Hansruedi Helbling
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Bilder zum Leserbeitrag

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Was gibt es Schöneres, als mit Freunden bei herrlichem Wetter eine Reise durch die Schweiz zu verschiedenen Seen zu unternehmen? Mit diesem Gedanken machte sich der Männerchor Buchs auf Richtung Südwesten. Bereits beim Kaffeehalt glänzte der Greyerzersee im Morgenlicht! Dann ging es über Château-d’Oex, Saanen, Gstaad nach Lauenen und ganz hinauf bis zum Lauenensee. Der Name dieses verträumten Sees hat etwas zu tun mit dem diesjährigen Herbstkonzert des Männerchors. Doch im Moment bildete er die prächtige Kulisse für ein schmackhaftes Mittagessen. Eine Verdauungswanderung hinunter nach Lauenen oder einmal um den See folgte, doch das Ziel war noch nicht erreicht. Durchs Simmental ging die Fahrt weiter an den Thunersee nach Faulensee bei Spiez, wo Hotelzimmer reserviert waren. Ein gemütliches Nachtessen und Beisammensein am dritten See bot den Sängern Gelegenheit zur Entspannung, denn das Wichtigste stand noch bevor: Der Besuch des Schweizer Gesangfestes in Meiringen mit „Singen vor Experten“.

Nach der Nachtruhe bei Wellengeplätscher und einem ausgiebigen Frühstück war Aufbruch zur nächsten Etappe: Dem Thuner- und dem Brienzersee entlang nach Meiringen, vom 12. bis 21. Juni Festort der Schweizer Sängerinnen und Sänger. Leider hatte sich inzwischen der Himmel etwas verdüstert und gelegentlich fielen ein paar Regentropfen, von denen sich indessen die Festteilnehmer keineswegs entmutigen liessen. Bald stand wieder Essen an, diesmal das Festbankett in der Tennishalle, sehr einladend und appetitlich in einen grossen Speisesaal umfunktioniert. Gut verpflegt ging es dann an die Arbeit: Einsingen, letzte Repetition und antreten vor Publikum und Experten. Die Katholische Kirche war überfüllt, als die Buchser Sänger fröhlich einmarschierten. Drei Lieder aus der Kleinen Niederdorfoper, auswendig vorzutragen, standen auf ihrem Programm: Das fröhliche „De Heiri hät es Chalb verchauft“, das melancholische „Mir mag halt niemert öppis gunne“ und das donnernde „Jubel, Trubel, Heiterkeit“, alles Schöpfungen des unvergessenen Schweizer Komponisten Paul Burkhard. Unter der Stabführung von Daniel Willi, am Piano einfühlsam begleitet von Carlos Rojas, kamen die Lieder beim Publikum – und wie sich herausstellte auch bei den Experten – sehr gut an. Unter donnerndem Applaus verliessen die Sänger, fast ein wenig gerührt, die Kirche. Das Expertengespräch wenig später verlief äusserst angenehm: Nebst einigen Tipps für die weitere Chorarbeit durften die Buchser viel Lob für ihren Auftritt und der Dirigent für seine Vorarbeit entgegennehmen.

Jetzt blieb Zeit, sich individuell dem Festgeschehen zu widmen: Bei einem Trunk oder beim Zuhören anderer Chöre genossen die Buchser Sänger den Kontakt mit den unzähligen Sängerinnen und Sängern aus der ganzen Schweiz. Um 17.30 Uhr versammelte sich die bunte, vielsprachige Schar der Sängerinnen und Sänger zur Schlussfeier auf dem Casinoplatz. Viel Gesang und kurze Ansprachen schlossen den gelungenen Festtag ab. Als der Männerchor Buchs für seine Leistung dann noch das Höchst-Prädikat „vorzüglich“ entgegennehmen durfte, kam bei den Sängern freudiger Jubel auf aber auch ein bisschen Stolz und Befriedigung: Sie hatten für diesen Auftritt nicht umsonst hart gearbeitet und geprobt.

Bis dahin hatte das Wetter bei wechselnder Bewölkung gehalten. Auf der Heimreise öffnete indessen der Himmel die Schleusen – doch mit einem solch wunderbaren Prädikat in der Tasche konnte auch der schwerste Regen den Buchser Sängern die Feststimmung und die Erinnerung an die seenreiche Vereinsreise nicht trüben.

Aaron Geissmann