Weinbauverein
Sonnenplätze für Schlingnattern im Rebberg

Marcel Siegrist
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Bilder zum Leserbeitrag

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Der jährliche Rebrundgang, den die Mitglieder des Weinbaubauvereins Tegerfelden und des Rebbergvereins Döttingen in ihren Weinbergen organisieren, hat heuer im Rebgut Alter Berg bei Walter Deppeler in Tegerfelden stattgefunden. Die beiden Vereinspräsidenten Felix Knecht (Döttingen) und Lukas Baumgartner (Tegerfelden) konnten trotz unsicherer Witterung rund 50 Teilnehmer begrüssen, die sich für das Thema «ökologische Aufwertungsmassnahmen im Rebberg» interessierten.

Kai Huovinen von der landwirtschaftlichen Beratungsfirma Agrofutura führte die Gruppe durch die Rebberge und erläuterte an diversen Beispielen, wo und wie sich Aufwertungsmassnahmen umsetzen lassen. Ziel des vom Kanton Aargau vor kurzem erstmals auch für Rebgebiete lancierten Programms bildet, die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhöhen. Neue Steinhaufen und Steinkörbe bieten Eidechsen und Schlingnattern aber auch vielen Kleintieren und Insekten ideale Lebensbedingungen. Hecken an Böschungen, Eichen als Einzelbäume und Naturwege ohne Beläge bilden weitere wertvolle Elemente, die einen Rebberg ökologisch markant aufwerten können.

Entscheidend für die Gesamtbewertung, die über die Ausrichtung von kantonalen Beiträgen entscheidet, ist die Vielfalt an verschiedenen Blumen und Kräutern in der Rebparzelle. Wer einen entsprechenden Bewirtschaftungsvertrag mit dem Kanton abschliessen möchte, muss über mindestens 15 Aren Rebland verfügen und sich für eine sechsjährige Periode verpflichten. Dies bedeutet beispielweise, auf die Düngung zu verzichten, die Bodenbedeckung zwischen den Reihen alternierend zu mähen und die Pflanzenvielfalt mit gezielten Einsaaten zu fördern. «Wer sich dazu entschliesst, die speziell zusammengestellte Samenmischung zu streuen, erreicht mit Sicherheit die vom Kanton verlangte Mindestpunktzahl für die pflanzliche Artenvielfalt in seinem Rebberg», versicherte Huovinen.

Der Rebrundgang endete bei Speis und Trank im Rebgut Alter Berg, wo Walter Deppeler den Gästen die edlen Tropfen aus eigener Produktion kredenzte. Eine ideale Gelegenheit, die regionalen Weine kennenzulernen, bietet sich dieses Jahr vom 21. bis 23. September, wenn in Tegerfelden erneut der Wysonntig gefeiert wird. (pk)