Turn- und Sportverein
Sommeranlass des TSV-Rudolfstetten/Mutschellen

Jeden zweiten Mittwoch unternimmt der TSV während des Sommers eine Aktivität. Kürzlich war ein Nordic-Walking Einführungskurs unter der Leitung von Gaby Vogel, einer ausgebildetne Nordic-Walking-Instrukteurin, angesagt.

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Diesen Sommer scheint es das Wetter nicht so gut mit uns zu meinen. Jeden Mittwoch wird es spannend; so auch an diesem. Am Nachmittag schüttete es noch ab und zu, so machte es irgendwie nicht so richtig Spass, den Abend draussen an einem Lagerfeuer zu verbringen. Es hagelte Anfragen, ob der Anlass auch bei schlechtem Wetter durchgeführt werde. „Natürlich", lautete die Antwort der Organisatoren. Die hatten sogar den Mut, zu behaupten, dass es am Abend trocken bleiben werde. So schickte man sich daran, sich bereit zu machen und der Aussage der Organisatoren zu trauen.

Treffen vor dem Feuerwehrlokal
Um 18.00 Uhr traf man sich vor dem Feuerwehrlokal. Drei Fahrzeuge standen zum Transport der Teilnehmenden bereit. Mit guter Laune ging es ab zum Emaus Parkplatz, gut ausgerüstet mit Regenjacke und Kopfbedeckung, ein bunter Haufen eben. Im Emaus angekommen, stand bereits Gaby bereit mit offener Hecktüre und profihaft bekleidet, locker an das Auto gelehnt. Sicher ein bisschen gespannt, wer da alles erscheinen würde. Um das Auto herum standen, schön aufgereiht Walking-Stöcke in verschiedenen Längen.

Eine kurze Begrüssung, einige sarkastisch gemeinte Bemerkungen, man gab sich betont locker. Jetzt wurden die Walking-Stöcke verteilt; da ging es professionell zur Sache. Jeder musste seine Körpergrösse angeben, diese wurde in ein Rechengerät eingetippt, heraus kam die richtige Stockgrösse für die Person. Die Stöcke wurden übergeben.

Nun fing es schon an. Wie ziehe ich die Stöcke richtig über die richtigen Hände, rechts oder links. Das gab bei einigen echte Probleme. Das kann man nicht gerne zugeben. Was ist schon so ein Nordic-Walking-Anlass. Der Spruch „Altherrensport" wurde von einig vorlauten Herren vermeldet. Gaby gab die erste Instruktion. "Guckt mal auf die Handgriffe, das steht ein R oder ein L. Das heisst rechts oder Links." Jetzt ging einigen ein Licht auf. Umständlich wurden die Stöcke angezogen. Man gab sich zufrieden und überlegen.

Aber Gaby gab bekannt, dass wir auf der Naturstrasse walken werden und somit die Gummipropfen an den Stockenden wegnehmen und in die Tasche stecken sollen. Dies darum, damit die richtigen Gummipfropfen am Ende das Abends den richtigen Stöcken zugeordnet werden konnten. Jeder sei selbst für die Gummipropfen verantwortlich. Am Schluss des Kurses sollte dann jeder die Pfropfen wieder an seine Stöcke stecken und komplett abgeben.

Das Walken
Nun ging es endlich Richtung Holzbrücke Hermetschwil los. Wir durften einige Schritte mit montierten Stöcken wagen. Am ersten flachen Stück im Wald hiess es erstmals Stopp. Gaby gab die ersten Tipps. Locker und aufrecht gehen, der Stock darf nicht über den Bauchnabel gezogen werden, solche Sachen. Es ging weiter, einige wurden korrigiert, einige verstanden die gute Absicht von Gaby, wir sollten doch alle gut aussehen. Einige fanden, beim Langlauf würden sie das so und so machen. Besserwisser sollte man nicht versuchen zu korrigieren. Man liess uns gewähren, und so bewegte sich die Gruppe, sichtlich im Selbstvertrauen gestärkt, Richtung Holzbrücke.
"Stopp!", rief Gaby nach einiger Zeit. Alle versammelten sich in einem Kreis um die Instrukteurin. "Stock vorne gut halten und kräftig in den Boden stecken, hinten den Stock loslassen und vom Boden abheben. Es soll alles mit wenig Lärm gehen, der Stock am Boden nachziehen ist verboten. Der Schritt darf nicht ein Passschritt sein. Locker bleiben, aufrecht gehen."
„Das lerne ich nie", rief Charly; „das ist mir zu technisch,." Eine erste Aussage welche zeigt, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. So ging das noch eine Weile. Wir durften weitergehen unter der ständigen Kontrolle von Gaby. Nach zwei drei weiteren Zwischenhalten und Instruktionen erreichten wir die Holzbrücke.

Das Lagerfeuer
„Endlich ein Zwischenhalt, an dem es etwas zu trinken gibt". Es musste ein Lagerfeuer entzündet werden. Bei dem nassen Holz gar keine so einfache Sache; aber man hatte vorgesorgt. Armin öffnete seinen Rucksack und übergab den Feuerchefs ein Paket mit trockenem Anfeuerungsholz.

Toni behauptete, dass er ein alter Jungwächtler sei und schon wisse, wie man Feuer machen müsse, und schob mal die nasse Asche von der Feuerstelle. Charly begann damit, das mitgebrachte Zeitungspapier zusammenzuknüllen und in die Feuerstelle zu werfen. Plötzlich war da ein riesiger Haufen Zeitungspapier auf der Feuerstelle. Erich, ein alter Pfadfinder, rief halt, so gehe es nicht. Er begann damit, das Papier wieder von der Feuerstelle zu schieben. Zwei, drei Zeitungsseiten genügen doch, um Feuer zu machen. Erich übernahm nun die Regie. Zusammen mit Pia wurde ein wunderschönes Lagerfeuer entfacht. Die nun abgekühlten Wanderer konnten sich endlich am Feuer wärmen. Das Feuer war so gewaltig, dass es bis nach Sins und Bremgarten ausstrahlte. Ein Glück, dass die Feuerwehr nicht ausrückte.

Nach einiger Zeit und einigen Gläsern guten Wein und der entsprechenden Stimmung ging man daran, die mitgebrachten Würste auf die wie von Armin behaupteten vorbereiteten Spiesse anzustecken. (Das mit den vorbereiteten Stecken glaubte Armin natürlich niemand.) Nachdem die Würste schön gegrillt waren, einige waren schwarze Kohlensäcke, wurde es ruhig in der Runde. Die Leute verzehrten ihre Würste und hatten genug damit zu tun, sich den Mund nicht zu verbrennen.
Man witzelte und unterhielt sich gemütlich. Langsam wurde es Nacht, völlig überraschend bereits um 19.30 Uhr. Armin erhob die Stimme und sagte: "Alle zu mir." Die ehemaligen Jungwächtler und Pfadfinder können doch bestimmt noch ein Lied von ihrer Jungendzeit. Lange Gesichter. "Müssen wir jetzt doch tatsächlich singen, das kann doch kaum dein Ernst sein", meinte Paul und schickte sich in sein Schicksal.

Armin montierte die Stirnlampe und stimmte, „Lustig ist das Zigeunerleben" an. Und es tönte recht stattlich. Die Klosterfrauen vom Kloster Hermetschwil entpuppten sich als Fangemeinde. Wir kamen uns vor wie vor über 40 Jahren, als wir noch richtig auf die Pauke hauen konnten. Wir hörten das Echo noch nachhallen, als Armin, ohne eine Widerrede zu akzeptieren, vorschlug „Es Burebüebli mag i ned" dazu zu geben. Auch das ging super, obwohl einige beim „noch före noch hendere nach recht und links" über ihren schmerzenden Ischias und die künstlichen Gelenke stöhnten.

Der Nachhauseweg
Nun wurde zusammengepackt, der Platz sauber verlassen, alle Abfälle mitgenommen. Auf der linken Seite der Reuss mit flottem Schritt und aufgestellt hinunter bis zum Parkplatz Emaus. Gaby gab wieder den Befehl sich in einem Kreis aufzustellen. Es war Stretching angesagt. Unter der kundigen Instruktion mussten wir einige Übungen machen, welche uns am folgenden Tag den Muskelkater ersparen sollte.

Eine Übung war besonders anspruchsvoll, jedenfalls für Charly. Den Stock über den Ellebogen über den Rücken unten fassen und leicht ziehen. „Spürt ihr die Muskeln? Leicht ziehen, nicht zu stark bitte, dafür lang anhalten und ruhig weiter atmen." Danach gab es noch einen Schlummerdrunk beim Heirütirank, wo man sich in fröhlicher Stimmung verabschiedete.

Der nächste Anlass findet in zwei Wochen am Mittwoch, 16. September 2009, statt. Alle, welche beim Turnen für jedermann nach den Herbstferien wieder dabei sind, sollen sich doch einfach um 18.00 Uhr beim Feuerwehrlokal in Rudolfstetten einfinden. Für den Transport zum Ausgangspunkt und zurück ist gesorgt. (ako)

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