Musikgesellschaft
Solist’s präsentierten sich glanzvoll

Jahreskonzert der Musikgesellschaft Herznach-Ueken

Marcel Siegrist
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Die Erwartungen der überaus zahlreichen Besucher an den beiden Konzerttagen am 24. und 25. März 2012 wurden vollends erfüllt. Nach den bisherigen Erfolgen der letzten Jahre unter der Stabführung von Beda Hohler lud die MG Herznach-Ueken wiederum zu einem erfolgversprechenden, unterhaltsamen und abwechslungsreichen Konzert ein. Die seit vielen Wochen geübten Passagen verlangten von den Musikanten ihre volle Aufmerksamkeit.

Erstmals führte Sabine Wertli durch das Programm. Als Einleitung spielte die „Stafi-Band“, 6 JungmusikerInnen, mit Pascal Voser gekonnt drei schöne Musikstücke vor. Danach folgte der erste Höhepunkt mit „Pacific Dreams“ von Jacob de Haan. Dieses einfühlsam und melodiös vorgetragene Musikstück liess manchen Zuhörer in die Ferne schweifen.

Bereits dieser erste Vortrag drückte den Interpreten den Qualitätsstempel auf. Beda Hohler hat das Werk musikalisch äusserst differenziert interpretiert und die Musikantinnen und Musikanten folgten bemerkenswert seinen Intuitionen. Das war ein Hörgenuss und zugleich ein fulminanter Auftakt des vielversprechenden Konzertprogrammes.

Offenbar setzt man bei der Herznach-Ueker Musik auf eine Karte, was die Jugendförderung betrifft. Denn der erst 16-jährige Adrian Loosli eröffnete mit dem Stück „To a wild Rose“ gefühlvoll auf seinem Bariton den Solistenreigen. Mit „Down by the Riverslide“, ein gefühlvolles Musikstück aus der Zeit der Sklaverei, präsentierten die drei Solisten Christoph Schmid, Herbert Schmid und Stefan Hasler barfuss und in entsprechendem Outfit swingend und mit gekonnter Spieltechnik ihr anspruchvolles Musikstück. Ein Leckerbissen für Augen und Ohren.

Gespannt war man über den nächsten Vortrag. Die beiden jungen und talentierten Schlagzeuger Tobias Schabrun und Sämi Bauknecht zauberten mit ihrem Schlagzeugsolo rockige und andere Rhythmen in den Saal. Sie ernteten verständlicherweise für ihren selbst komponierten und variantenreichen Vortrag einen tosenden Applaus. Mit dem Stück „The Bass in the Ballroom“ trat nun Bruno Schmid, herausgeputzt in Smoking und Zylinder vor das Publikum und führte vor, was er auf seinem Instrument zu bieten vermochte. Leider wurde er vom Telefonanruf seiner nächtlichen Bekanntschaft Heidi, welche ihn natürlich zu der unpassendsten Zeit, mitten in seinem Solo anrief, gestört. „Zylinder ab“ vor dieser Bravourleistung.

Zum Abschluss des ersten Teils kamen die zahlreichen Besucher in den Genuss des bekannten Marsches „Bellinzona“ von Gian Battista Mantegazzi. Auch hier kamen die hohe Leistung der Musizierenden und die straffe Stabführung des Dirigenten voll zum Ausdruck.

Bravourös, frisch und mit Eleganz „schmetterten“ nun einige Solokornettisten und das Posaunenregister das Latin-rockige „Trouble Shooters“ in den Saal. Wer kennt ihn nicht, den Hit von John Lennon „Hey Jude“? Dieser Ohrwurm wurde vom Hornregister: Sonja Schmid, Philipp Jäger, Fabian Acklin, Emil Hasler und der Flügelhornistin Susanne Treier gefühlvoll wiedergegeben. Der weiche Sound der Solisten erinnerte sehr an die legendären „Pilzköpfe“. Nun folgte das Alphornsolo „Alphorn Brass“, gespielt vom allseits bekannten Emil Hasler. Es war gut hörbar, dass „Miggel“ nicht nur das Es-Horn sondern auch sein geliebtes Alphorn beherrscht. Mit „Music“ von John Miles folgte ein ganz besonderes Highlight, das die Besucher ins Träumen brachte.

Voller Spannung wartete man nun auf das nächste Stück „Flashdance...what a feeling“.

Angelika Märki, eine ehemalige Musikschülerin des Dirigenten, umrahmte mit ihrer klangvollen und einfühlsamen Stimme diesen bekannten Evergreen.

Am Schluss des phantastischen Musikkonzertes stand der rassige „Mars der Medici“ und nach den vielen Verdankungen des Präsidenten Christoph Schmid trugen die motivierten MusikerInnen noch zwei Zugaben vor: „Save the last Dance for me“ wiederum mit gesanglicher Umrahmung von Angelika und Roli. Der Schlusspunkt bildete der Marsch „Music Show“, von Jean-Pierre Fleury. Es war ein genussvolles und sehr unterhaltsames Konzert, auf einer Qualitätsstufe mit grosser Anerkennung.