Pontonier-Fahrverein
Schwaderloch stellt den Schweizer-Meister bei den Pontonieren

Marcel Siegrist
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Fabian und Arthur Frei sind das beste Vater/Sohn-Fahrerpaar – sie gewinnen den Generationenpreis
Fahrchef Lucas Kohler, Jungfahrleiter Fabian Frei und Fähnrich Toni Vögeli (v.l.n.r.) nehmen für die Sektion Schwaderloch den Goldkranz im 3. Rang entgegen

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Vom 29. Juni bis 01. Juli fand in Klingnau das 38. Eidg. Pontonier-Wettfahren statt. Die Sektion Schwaderloch erreichte grossartige Resultate im Einzel- wie auch im Sektionsfahren.

Grossartig – einfach grossartig! – und herzliche Gratulation den Klingnauer Pontonieren und den vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund. Das 38. Eidg. Pontonier-Wettfahren in Klingnau war ein überaus grossartig organisierter Wettkampf und ein würdiges Fest. Auch den vielen Haupt- und Co-Sponsoren sei an dieser Stelle gedankt. Sind doch sie diejenigen, die einen solchen Anlass erst finanziell ermöglichen. Da wir Schwaderlocher Pontoniere im Jahre 2000 das Eidg. durchführten wissen wir, was dies für einen Verein an Strapazen und Entbehrungen bedeutet.

Seit etwas über drei Monaten trainierten die Schwaderlocher Pontoniere auf dem heimischen wie auch auf „fremdem“ Gewässer für den Saisonhöhepunkt in Klingnau. Waren die Resultate bei den vorangegangenen zwei Wettfahren (Aarau/Olten) noch verschiedentlich „durchzogen“, konnten die meisten Schwaderlocher ihr Können in Klingnau aber punktgenau abrufen. Aufgrund des erhöhten Wasserstandes resp. der durchfliessenden Kubikmeter gestaltete sich der Sektionswettkampf sowie das Einzelfahren schwieriger, als im Vorfeld angenommen. Für den Wettkampf war dies wohl das Salz in der Suppe. Nichts da mit „Stausee“-Fahren, wie man vielleicht viele Monate vorher schon mal von verschiedener Seite her hörte. Die Wettkampfparcours waren optimal ausgesteckt, sodass nebst viel Kraft und Ausdauer auch die Technik gefordert wurde.

Podestplatz für die Sektion
Die Schwaderlocher Pontoniere mit der Gruppe 1 starteten das Sektionsfahren bereits am Donnerstag, kurz nach den Klingnauern. Es gab somit nicht grosse Möglichkeiten, den Parcours eingehend zu „studieren“, wie das sonst der Fall ist. Trotzdem erreichte die Gruppe ein gutes Resultat – vor allem auch bei den wichtigen Zeitphasen. Gruppe 2 war dann am Samstag kurz nach 17:00 Uhr unterwegs. Hier verzeichneten dann einige Boote etwas Mühe bei den Durchfahrten und am unteren Felsen. Eine anschliessende Hochrechnung der Punkte liess nichts Gutes hoffen. Die grosse Frage war, ob andere Sektionen auch einige Punkte „liegengelassen“ haben. Nachdem die „Fühler“ etwas ausgestreckt wurden, musste angenommen werden, dass eine Topplatzierung eher nicht zustande kommt. Abgerechnet wird jedoch immer erst am Rangverlesen. Mit der Annahme auf einen hoffentlich noch akzeptablen Goldrang warteten die Schwaderlocher gespannt auf die Rangverkündigung. Als dann „im 3. Rang Schwaderloch...!“ verkündet wurde, war doch etwas Staunen angesagt. Das verging aber ganz schnell und Fähnrich, Fahrchef und Jungfahrleiter liessen sich auf der Bühne feiern. Mehr als zufrieden mit dem 3. Rang an diesem Wettfahren war sichtlich Fahrchef Lucas Kohler. Er darf nun auf eine tolle Leistung seiner Mannschaft zurückblicken.

Die perfekte Fahrt
Diese gelang im Einzelfahren dem Fahrerpaar Roger Treier/Pascal Knecht. Schon einige Zeit kämpften sie an vorderster Front mit um die Podestränge. Dass ein guter Rang möglich ist, wussten die beiden schon nach ihrer Fahrt. Dass nun aber alles zusammengepasst hat – eben auch das „Quäntchen“ Glück, das konnten sie nicht wissen. Aber genau aus diesem Grunde wird bei den Pontonieren mit grosser Spannung immer das Rangverlesen erwartet. Denn bei den Pontonieren gibt es keine Zwischenranglisten oder Punkteauswertungen. Punktgleich mit dem Fahrerpaar im zweiten Rang, aber die schnellere Gesamtzeit, holen sich Treier/Knecht den wohlverdienten Schweizermeister-Titel in der Hauptkategorie C (Alter 21 bis 42). Fahrchef Kohler und der ganze Verein gratuliert den frischgebackenen Meistern zu ihrem Titel.

Weitere Podest- und Kranzräge
Einen nicht unbedeutenden Erfolg feiert auch das Fahrerpaar Fabian Frei/Martin Fritz. Kämpfen sie doch erst seit kurzem zusammen im Boot um Kranzränge. Seit Beginn weg hat sich abgezeichnet, dass diese beiden Fahrer optimal zusammenpassen. Dass sie aber bereits jetzt an diesem Eidg. Fahren schon auf das Podest steigen, konnte man nur erahnen. Frei/Fritz durften neben ihren Vereinskollegen Treier/Knecht auf das Podium steigen und die Bronzemedaille ebenfalls in der Kategorie C entgegennehmen.

Nachwuchs eifert den „Grossen“ nach
Wie die Grossen, so der Nachwuchs – könnte man sagen. In der Jungpontonier-Kategorie III (Alter 18 bis 20) erreichte das Boot mit Nils Kramer/Sascha Güller den 3. Podestrang und somit die Bronzemedaille. Bei den Jüngsten verfehlten Jérome Huber/Aline Ruf das Podest nur ganz knapp. Auch in diesen beiden Kategorien sind noch weitere Kranzresultat der Schwaderlocher gefahren worden. Damit wird auch die gute Jungpontonierförderung bei den Schwaderlocher Pontonieren bestätigt.

Wichtige Spezialpreise gewonnen
Basierend auf den guten Resultaten im Einzel- und Sektionsfahren gewinnen die Schwaderlocher auch den „Grambach-Becher“. Dieser wurde 1933 von Oberst Grambach aus Zürich (erster Zentralpräsident des SPSV) gestiftet. Die Auszeichnung fällt derjenigen Gruppe zu, die im Sektionsfahren das höchste Totalresultat erreicht, sofern deren Sektion nicht zugleich im ersten Rang steht. Auch der „Amerikanerbecher Wanderpreis“ geht nach Schwaderloch. Dieser wurde 1921 von Pontonieren in Amerika ins Leben gerufen. Er fällt derjenigen Sektion zu, deren sechs beste Fahrerpaare im Einzelfahren Boot die höchste Punktzahl erreichen.

Der Pontonier-Sport – Sport für alle Generationen
Dass der Pontonier-Sport bekanntlich Generationen verbindet, ist unlängst bekannt. Diese Verbindung funktioniert aber nicht nur im Vereinsleben der 41 Pontonier-Vereine. Auch auf dem Wasser beim Wettkampf arbeiten die Generationen miteinander. Und nur wenn die Generationen richtig aufeinander abgestimmt sind und aus „einem Guss“ arbeiten, dann stellen sich grosse Erfolge ein. Einen solchen Erfolg haben sich Arthur und Fabian Frei erkämpft. Sie gewinnen nämlich den „Generationenpreis“. Dieser wurde vom Seniorenklub Aarau gestiftet und fällt zwei Personen innerhalb derselben Familie zu, die gemeinsam die höchste Punktezahl im Einzelwettfahren erreichen.

Wichtige Helfer im Hintergrund – die Kampfrichter
Wer am Eidg. Wettfahren vor Ort war, kann sich bestimmt über die manchmal schon fast unerträgliche Hitze erinnern. Temperaturen über 30 Grad – an der prallen Sonne noch einiges mehr. Nebst den Fahrerinnen und Fahrern, die an einem solche Wettkampf klar im Vordergrund stehen, gibt es aber noch eine Vielzahl an nicht weniger wichtigen Helfern – die Kampfrichter. Meistens etwas im Hintergrund tätig, machen sie eine Beurteilung nach der anderen. Von morgens früh bis abends spät. So auch in Klingnau. Aufgrund der längeren Durchlaufzeiten beim Sektionsfahren mussten diverse Kampfrichter bereits schon am Donnerstag anreisen und ihre Arbeit beginnen. Der Job – von aussen betrachtet – scheint sehr einfach zu sein. Doch der Schein trügt. Die Kampfrichter müssen je nach Startzeiten im Minutentakt den ganzen Tag unter allen Bedingungen (in Klingnau auch bei solch einer Hitze) jedes Boot und jeden Wettkämpfer fair und gleich bewerten. Aus eigener Erfahrung darf ich sagen – kein leichter Job. Darum gebührt an dieser Stelle den Kampfrichtern und Zeitmessern ein herzliches Dankeschön für die Top-Leistungen, die sie über mehrere Tage erbracht haben.

Herzlicher Empfang in Schwaderloch
Nach dem Rangverlesen mussten die Schwaderlocher rasch den Bus für die Heimfahrt besteigen. Zu Hause erwarteten nämlich Vertreter aus den Dorfvereinen, Vertreter der Gemeinde sowie viele Einwohner die erfolgreiche Truppe. Etwas später als geplant traf man auf dem Schulhausplatz dann aber ein. Nach den Begrüssungsworten von Gemeindeammann Rolf Häusler und dem Fahnengruss verkündete Fahrchef Kohler die verschiedenen Wettkampfresultate. Nicht selten freuten sich die Anwesenden und machten sogar mehrfach die „Welle“. Die Pontoniere möchten sich an dieser Stelle ganz herzlich für den tollen Empfang bedanken. Einmal mehr konnte man in Schwaderloch das Gefühl haben: „kleines Dorf – grosses Herz.

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