Röm.-kath. Kirchenzentrum St. Franziskus Schinznach-Dorf
Schmuckstück, Musikinstrument und Dienerin

Martina Peter
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Orgel wird eingeweiht Die Orgel wird von Diakon Isidor Hodel geweiht. Isidor Hodel war Seelsorger in Schinznach-Dorf als vor 22 Jahren die Kirche St. Franziskus erbaut wurde.
Die Orgel Es kehrt Ruhe ein: Die Orgel nach ihrem ersten offiziellen Arbeitstag am 6. November.
Die neue Orgel Die neue Orgel mit 800 Pfeifen aus Eichenholz und Metall hatte am 6. November 2016 ihren ersten Einsatz in einem Gottesdienst.

Am Sonntag, 6. November 2016, wurde die sehnlich erwartete neue Pfeifenorgel in der St.-Franziskus-Kirche im Röm.-Kath. Kirchenzentrum in Schinznach-Dorf feierlich eingeweiht. Die Orgel mit 800 Pfeifen aus Eichenholz und Metall ertönte erstmals im Gottesdienst am Sonntagmorgen. Am Nachmittag konnten die vielen Interessierten das Instrument besichtigen und es sich von den Fachleuten erklären lassen.

Die neue Orgel in der katholischen Kirche St. Franziskus im Schenkenbergertal ist vieles: Schmuckstück, Musikinstrument, Dienerin, Trösterin, Kraftzeichen und Gemeinschaftsstifterin. Aber auch ein Meisterstück traditioneller Handwerkskunst. Denn die akustischen Gegebenheiten im ovalen Kirchenbau waren nicht ganz einfach und mussten berücksichtigt werden. Dank grosser Erfahrung und handwerklicher Fertigkeiten schufen die Orgelbauer Metzler aus Dietikon ein einzigartiges Instrument, das bei guter Betreuung bis zu 300 Jahre im Einsatz sein kann.

Nachdem beim Bau der Kirche St. Franziskus im Jahr 1994 wegen Sparmassnahmen auf den Einbau einer Pfeifenorgel verzichtet wurde, kam ein Provisorium zum Einsatz. Die elektronische Occasionsorgel begann jedoch immer mehr zu schwächeln und gab ausgerechnet im Pfingstgottesdienst 2016 den Geist auf. Das war für die Seelsorgerin und Ansprechperson vom Kirchenzentrum St. Franziskus, Brigitta Minich, Grund genug ein Orgelfasten auszurufen. Während der Wartezeit auf die neue Orgel kam der neugegründete „Chor der lebendigen Orgelpfeifen“ aus zwanzig Kindern und Erwachsenen aus dem Kirchenzentrum zum Einsatz und liess nun an Stelle der alten Orgel seine Klänge erschallen.

Schon vorher war die Beschaffung einer neuen Orgel in die Wege geleitet worden. Am 9. Juni 2015 hatte die Kirchgemeinde Brugg den Kredit für eine rein mechanische Orgel in traditioneller Bauweise gesprochen. Eine 2011 eingesetzte Orgelkommission, unter der Leitung von Josef Buman, trieb das Projekt voran und begleitete die Umsetzung bis zu den letzten Arbeiten der Orgelbauer – der Intonation und dem Stimmen des Instruments.

Harmonie – ein Zusammenfügen

Seelsorgerin Brigitta Minich erinnerte in ihrer Predigt daran, dass die neue Orgel daran erinnern soll, dass Harmonie ein Zusammenfügen sei. Echte Harmonie, nicht nur in der Musik, sondern auch in einer Gemeinde, ertrage Dissonanzen, weil sie wisse, dass sich diese wieder auflösen und zusammenfügen. Jede „menschliche Orgelpfeife“ dürfe mitklingen in der Harmonie in der Gemeinschaft. Seien es leise, kräftige, laute oder sanfte Töne. Wie es schon Franz von Assisi mit dem Sonnengesang vermittelt habe: Jeder Ton ist Ton im Lob von Gott.

Giuseppe Raccuglia, Kirchenmusiker und Organist im Kirchenzentrum St. Franziskus, kann sich kaum einen schöneren «Arbeitsplatz» vorstellen: Den Spieltisch einer wunderschönen Orgel in einer sehr eleganten Kirche. Er war schon als Orgelexperte im Projekt aktiv eingebunden und hatte die Disposition der neuen Orgel vorgeschlagen. Er war es, der die Orgel nach der Einweihung mit einer klangvollen Improvisation zum ersten Mal offiziell erklingen lassen durfte. Die Gemeinde konnte sich schliesslich während des Gottesdiensts davon überzeugen, dass die Orgel auch ausgezeichnet als Begleiterin taugt: als die beiden Kirchenchöre aus Schinznach und Brugg mit Posaunisten „Jauchzet dem Herren“ von Heinrich Schütz oder den „Sanctus“ aus der „Missa Pro Patria“ von J.B. Hilber anstimmten.

Eindrücklicher Umfang

Die neue Orgel kann klingen wie ein Posthorn, eine Flöte oder eine menschliche Stimme. Sie kann in höchsten Tönen singen und donnern. Das zeigte Organist Giuseppe Raccuglia auch nach dem Mittagessen, das der Pfarreirat für die Gemeinde ausgerichtet hatte, Zusammen mit den Orgelbau-Brüdern Mathias und Andreas Metzler demonstrierten und erklärten sie am Nachmittag den vielen Interessierten Funktionsweise und Besonderheiten des Instruments.

Die Orgel wird in Zukunft in den unterschiedlichsten Zusammenhängen zu hören sein – in Gottesdiensten und an Konzerten für den ganzen Pastoralraum Region Brugg-Windisch. Das nächste Konzert findet statt am Sonntag, 20. November, um 11.45 Uhr. Am Orgelkonzert beteiligen sich alle Organistinnen und Organisten, die in der Pfarrei Brugg tätig sind: Giuseppe Raccuglia, zusammen mit Jonas Hablützel, Katharina Guggenheim, Stephan Meier und Heidi Stenmann. Sie führen Orgelmusik von G. Rossini (4-händig), D. Buxtehude, J. Pachelbel, M. Vogt, M. Reger und N. Clèrambault auf.

Festschrift erhältlich

Anlässlich der Einweihung der Orgel wurde eine Festschrift erstellt. Sie kann kostenlos bestellt werden per E-Mail an: kirchenzentrum.franziskus@kathbrugg.ch oder per Post an: Kirchenzentrum St. Franziskus Schinznach-Dorf, Krummenland 1, 5107 Schinznach-Dorf

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