CVP Uitikon
Regierungsrätin Silvia Steiner in Uitikon: Bildung ist wichtigster Schweizer Rohstoff

Reto Schoch
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Bilder zum Leserbeitrag

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Copyright Foto: Sabina Bobst

„Bildung als Wirtschaftsfaktor“ - Dies das Thema des Referates von Dr. Silvia Steiner, Regierungsrätin des Kantons Zürich, am gut besuchten kürzlichen Jazz-Apéro der CVP Uitikon im Bistro Spilhöfler.

Gleich zu Beginn schaffte die Bildungsdirektorin einen Bezug des Themas zu Uitikon: Bei rund 10% der Telefonbucheinträge der Gemeinde finde sich der Zusatz „Dr.“. Am Beispiel Uitikons lasse sich daher trefflich illustrieren, dass wohl ein direkter Zusammenhang von Bildung und Wirtschaftskraft bestehe.

Was schon für die einzelne Gemeinde gelte, gelte noch viel mehr für den Kanton Zürich und letztlich für die Schweiz als rohstoffarmes Land. Dem Rohstoff Bildung sei daher besondere Sorge zu tragen, gerade auch in Zeiten, wo verstärkt gespart werden müsse. Aktuell sei der Bildungsdirektion ein Sparziel von 48 Mio. Franken vorgegeben. Ihr Fokus liege darauf zu entschlacken und alte Zöpfe abzuschneiden. Es sei die Aufgabe ihrer Direktion und der Politik insgesamt, laufend zu hinterfragen, wie und wo die staatlichen Mittel am meisten Wirkung erzeugten.

Seit Mai ist Silvia Steiner Regierungsrätin. Schon jetzt könne sie sagen, dass sie den spannendsten Job habe, den man im Kanton Zürich überhaupt haben kann. Sie sei letztlich verantwortlich für über 250‘000 Auszubildende, von der Volksschule über die Berufs- und Mittelschulen bis zu den Fachhochschulen und der Universität. Nicht eingerechnet sind die Studenten der ihr nicht unterstellten Eidgenössischen Technischen Hochschule. Zürich sei somit DER Bildungskanton der Schweiz und ziehe Talente von weither an. Davon profitiere auch die Forschung, was wiederum zu Innovation und neuen Arbeitsplätzen durch Firmenansiedelungen und zur Gründung von Startups führe. Diesen Standortvorteil gelte es zu bewahren, ja zu verstärken. Dabei sei aber auch die Privatwirtschaft in der Pflicht: Nicht zuletzt Arbeitsplätze für Praktikanten, gerade auch im Dienstleistungsbereich, seien nicht genügend vorhanden. Ohne solche sei es für Uni-Abgänger schwierig, die von den Unternehmen geforderte Berufserfahrung zu sammeln. Praktikanten seien somit eine Investition in die Zukunft; darauf würde sie bei ihren Wirtschaftskontakten immer wieder hinweisen.

Als Alleinstellungsmerkmal der Schweiz und bedeutenden Wirtschaftsfaktor erachtet Silvia Steiner die Duale Berufsbildung. Allein im Kanton Zürich würden jährlich über 12‘000 neue Lehrverträge ausgestellt, Tendenz steigend. Lehrlinge hätten dank dem in der Ausbildung gewonnenen Praxisbezug und der in der Regel früheren Reife nach erfolgreichem Lehrabschluss ausgezeichnete Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft profitiere davon, dass Lehrabgänger oft dem Betrieb oder mindestens der Branche erhalten blieben. Dank der Berufsmatura, die es ebenso zu fördern gelte wie Lehrabbrüche zu reduzieren, stünden den jungen Berufsleuten zudem Fachhochschulen und via Passerelle auch Universitäten und Technische Hochschulen offen. Bei der Berufsbildung funktioniere übrigens die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft bestens: Die Wirtschaft definiere die Anforderungen und der Staat sorge für die Schulplätze.

Vom Konzept der Dualen Berufsbildung liessen sich im Kanton Zürich schon der französische Präsident Hollande und Jill Biden, Bildungsexpertin und Gattin des amerikanischen Vizepräsidenten, überzeugen. Vor kurzem haben Bundesrat Johann Schneider-Ammann und US-Arbeitsminister Thomas E. Perez eine Absichtserklärung zur stärkeren Zusammenarbeit in der Berufsbildung unterzeichnet. Unser System der Dualen Berufsbildung könnte noch zum Exportschlager werden, so die Schlussfolgerung der Bildungsdirektorin.

Reto Schoch