Racing Club
RC Gränichen an der Jugendolympiade in Utrecht

Christian Seitz
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2013-07-16 Aline Seitz.jpg Zielankunft im Zeitfahren
2013-07-18 Swiss Team Ausbruchversuch.JPG Ein Ausbruchsversuch des Schweizer Teams
2013-07-18 Swiss Team im Feld.JPG Das Schweizer Team kämpft sich im grossen Feld nach vorne

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Aline Seitz vom RC Gränichen hatte sich für die Europäische Jugendolympiade in Utrecht (NL) im Rennradfahren qualifiziert und mischte an der Spitze mit.

Was macht eine junge ambitionierte Mountainbikerin, die an der Europäischen Jugendolympiade teilnehmen möchte, Mountainbike jedoch keine zugelassene Disziplin ist? Der Entschluss wurde schnell aber nicht leichtfertig gefasst. Aline Seitz begann für diese Saison auf dem Rennrad zu trainieren und schaffte alle Vorqualifikationen und schlussendlich auch die Qualifikation neben dem normalen Mountainbike Rennkalender: „Ich wollte die Atmosphäre an diesem Grossanlass erleben. Da ich auf dem Rennrad ein Neuling bin, wenig Rennerfahrung habe, konnte ich mich sportlich nicht richtig einschätzen und keine richtigen Ziele setzen. Meine Devise war: Olympia geniessen, sportlich alles richtig machen und alles geben.“ Im Gepäck hatte sie das Selbstvertrauen aus den Schweizermeisterschaften, Bronze im Rennradfahren und Silber im Mountainbike.

Mit diesem Rucksack ist sie am vergangenen Dienstag im Zeitfahren angetreten: „Es war mir wichtig, die besprochene Ideallinie, die Pacingstrategie und meine aerodynamische Position auf dem Rad konsequent umzusetzen. Kaputt aber glücklich kam ich im Ziel an. Ich wusste, dass mir alles gut gelungen ist.“ Seitz erreichte eine sehr gute Zeit, die von den folgenden Fahrerinnen als Messlatte genommen werden konnte. Drei Fahrerinnen erreichten bessere Zeiten: „Als Mountainbikerin bin ich mir nicht gewohnt gegen die Uhr zu fahren, sondern gegen andere Fahrerinnen. Somit bin ich überglücklich über den vierten Platz, auch wenn nur drei Sekunden zu Bronze gefehlt haben.

Für das Strassenrennen am Donnerstag haben die Trainer und Betreuer mit den drei Fahrerinnen nochmals Theorie und Strategie gebüffelt. Es galt das Strassenteam bestehend aus einer Zeitfahrspezialistin (Julia Scheidegger) und zwei Mountainbikerinnen (Sina Frei und Aline Seitz) auf die Teamaufgabe vorzubereiten. Früh versuchte das Team eine Fluchtgruppe zu bilden. Wegen der flachen Strecke war dies aber nur schwer möglich. Nach mehreren Versuchen musste das Schweizer Team das Ziel begraben, das Rennen frühzeitig zu entscheiden. Nun galt es, sich für den Endspurt richtig zu positionieren: „Ich konnte mich hinter einer Gegnerin einreihen, kurz vom Windschatten profitieren, ausbrechen und in den Augenwinkeln die anderen Fahrerinnen beobachten. Leider kam die Ziellinie zu früh, da noch ein paar Fahrerinnen vor mir lagen.“ Die Ungewissheit über die Platzierung löste sich schnell auf. Fünfter Platz war der Lohn für das lange Training. Das Glücksgefühl über das sehr gute Resultat war mit etwas Enttäuschung über die nahen Medaillenränge vermischt. Der RC Gränichen und Specialized Racing gratulieren Aline Seitz zu den Spitzenplatzierungen im europäischen Umfeld.