Rudolf Steiner-Schule Aargau
Projektwoche der Rudolf Steiner Schule

Marcel Siegrist
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Bilder zum Leserbeitrag

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Unter dem strengen Blick von Rolf Bürklin wechselt Alex Räder

Unter dem strengen Blick von Rolf Bürklin wechselt Alex Räder

Frutigländer Gewerbebetriebe unterstützen mit positivem Echo Sonderschüler der Lenzburger Rudolf Steiner Schule. Rolf Bürklin, der ehemalige Gesamtschullehrer in Schwanden ist Initiator des Projektes.

Der Frutigländer traf Rolf Bürklin und Heidi Aeby Gretener, die gute Fee und Köchin vom Einsatzlager, bei Ruedi Schmid in der Landmaschinenmechaniker Werkstatt. «Ich soll die Räder an diesem Fahrzeug wechseln wies mir mein Mentor die Arbeit zu. Ja, es macht Spass. Gerne würde ich nächstes Jahr wieder in diesem Betrieb arbeiten», sprudelte es aus dem 14-jährigen Alex hervor.

«Die Unterstützung des Projektes der Rudolf Steiner Schule ist für uns nicht nur eine Aufgabe, sie macht auch Freude», meint Schmid. «Der aufgeweckte Alex arbeitet mit Interesse und Eifer. Im Unterschied zur Schnupperlehre, gelte es, während zwei Wochen, Ausdauer, Pünktlichkeit und Zusammenarbeit über eine längere Zeit im gewählten Berufsfeld zu erfahren. Beim Schnuppern sei das Ziel, ein möglichst umfassendes Bild vom gewünschten Beruf zu zeigen.

Dank dem Frutigländer Gewerbe

«11 Schüler umfasst meine diesjährige Abschlussklasse. Ein Einziger der angefragten Betriebe musste mit grösstem Bedauern für dieses Jahr absagen. Ohne die Bereitschaft der hiesigen Gewerbler könnte das Projekt nicht durchgeführt werden», ist Bürklin überzeugt. Sein Konzept trägt den Titel «Übungen in einem berufspraktischen Erfahrungsfeld.» Tamara sagt dazu - mit deutlicher Zustimmung aus der Reihe der Elf: «Wir werden als Mitarbeitende behandelt und nicht als Anfänger-Lehrlinge. Man gibt uns grosse Freiheit und Verantwortung in der Arbeit.»

Marc Allenbach von der Holz- und Trockenbau AG ist ebenso überzeugt vom Nutzen dieser Arbeitswochen für die jungen Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, in der Rudolf Steiner Sonderschule ihre Lebensgrundlage erarbeiten. Er helfe darum sehr gerne dem Projekt zum Erfolg. «Es ist für Schüler der Abschlussklasse etwas Besonderes, während zwei Wochen, die anfallende Arbeit anzupacken und - unter Anleitung - korrekt und pünktlich zu Ende zu führen. Sie treten später mit der Erfahrung aus dem beruflichen Alltag ihre selbst gewählte Lehrstelle an.»

Was ist denn so besonders?

Der Praktikumsgeber ist gefordert, einen meist unerfahrenen Schüler im Arbeitsprozess und im Team seiner Mitarbeiter zu integrieren, zu betreuen und auch zu kontrollieren. Er kann den jungen Menschen nicht - wie bei Auszubildenden - behutsam und mit kleinen Schritten in den künftigen Beruf einweisen

Für die 14 - 16 jährigen Schülerinnen und Schüler setzte Bürklin verschiedenen mögliche Ziele, die der Philosophie der Steiner Schule entsprechen. Zitat:

Fördern der Selbstständigkeit in Bezug auf den Arbeitsweg, Kommunikation mit dem Arbeitgeber;

Bereitstellen wetter- und aufgabengemässer Kleidung;

Rhythmus des Berufsalltages in der offenen Wirtschaft kennen lernen;

Arbeit in einer fremden Umgebung, auch vom Dialekt her:

Umgangsformen festigen;

Durchhalten üben bei Müdigkeit;

Durststrecken überwinden bei monotoner oder wenig Arbeit;

seinen Mann, seine Frau stellen, wenn die Abreit einmal nicht gefällt. Ende Zitat.

Das Berufs- und Arbeitspraktikum, wie es Bürklin umsetzt zeichnet sich in einem ganz speziell aus: Die jungen Menschen können den Berufsalltag ohne jeden Druck von der Schule, den Tests und von Prüfungen erfahren. Es geht einzig um das Arbeitsumfeld, das sie kennen lernen. Sie wissen nach dem Praktikum, was sie erwartet. Sie entscheiden sich bestimmt reifer, sich einzusetzen für das Erreichen eines Berufsabschlusses, sei dies ein Attest oder ein Fähigkeitszeugnis.

Andreas Kühner

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