Primarschule / Kindergarten
Primarschule Turgi beim Wintersport in Flumserberg

Wie ein silberner Servierwagen das Lager erlebte.

Marcel Siegrist
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Tobias Gugelmann und Bettina Bestgen von der Primarschule Turgi waren im Wintersportlager in Flumserberg. Sie berichten über die erlebnisreichen Tag aus Sicht eines Servierwagens: «Ich bin der silberne Servierwagen aus dem Hotel Churfirstenblick in Flumserberg. Jedes Jahr, wenn die 48 Kinder aus Turgi AG zu mir kommen, habe ich ganz viel zu tun. Am frühen Morgen stürmt die ganze Gruppe mit knurrendem Magen zu mir, verlangt Kornflakes mit Milch, frischen Orangensaft, Vollkornbrot mit Nutella, Fleisch, Käse und Konfitüre. Ich bin jeweils froh, wenn das Morgenessen vorüber ist, so habe ich etwas Zeit mich zu erholen, während die Kinder den Vormittag auf der Piste verbringen. Dieses Jahr haben wir besonders viel Schnee in Flumserberg, zum Glück muss ich nie draussen arbeiten. Doch es dauert nicht lange, bis ich in die Küche geholt werde, dort belädt man mich mit feinen Speisen und natürlich dem Lagertee. Die Kinder treffen ab 12 Uhr im Lagerhaus ein, aufgrund der wilden Schneeballschlachten vor der Haustüre und dem bunten Treiben der Kids in den Gängen, ist dies kaum zu überhören. Das Mittagessen verläuft immer sehr stressig, die Kinder haben Hunger vom Herumtoben im Schnee und müssen ihre Ämtli erledigen, bevor die Boards, resp. Skis wieder an die Füsse geschnallt werden. Doch bei diesen traumhaften Bedingungen: Neuschnee, Sonnenschein und dem wolkenlosen Himmel; lohnt es sich das eifrige Schneetreiben gleich nach dem Mittag fortzusetzen. Sobald die Kinder wieder aus dem Haus sind, wird es einiges ruhiger. Gerne nehme ich um diese Zeit mit meinem Chef ein Glässchen Wein. Während die Skifahrer Stemmbogen, Kurven, Carven und Kurzschwingen lernen, üben sich die Snowboarder im Walzern, Switchfahren, Wheelen, Sliden und Ollies springen. Wenn die Kinder vom Fahren zurückkommen, dauert es noch eine Weile, bis sie zu mir in den Esssaal hereinspringen. Zuerst müssen die Schneekleider durch Trainerhosen und Kapuzenpullover getauscht werden, die Meisten gehen dabei noch in den Duschraum, keine Ahnung: ich muss nie dahin, scheinbar steht das in den Lagerregeln. Bevor das Essen losgeht kommen die meisten Kindern zu mir. Sie spielen Monopoly, Uno oder Mikado, bemalen Mandalas und Scherenschnitte; einige decken gar den Tisch, ich verstehe nicht, was daran lustig sein soll. Vor dem Essen werden jeweils die neusten Disziplinen für die grosse Tischolympiaden vorgestellt, heute haben mir die Kinder sogar vorgesungen, das fand ich ganz toll. Trotzdem bin ich froh, wenn ich nach dem Essen meine Dienste verrichtet habe. Bei den Kindern beginnt bereits das Abendprogramm, während ich in die Küche geschoben werde und zwischen Geschirrspüler und Backofen die Nacht verbringen darf. (Tgu/Bbe)