Philatelistenverein
Philatelistenverein Zurzach und Umgebung erkundet Tiroler Hauptstadt

Hannelore Hauenstein
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Bilder zum Leserbeitrag

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Innsbruck 008.jpg Das verhüllte Wahrzeichen

Innsbruck 008.jpg Das verhüllte Wahrzeichen

Alle unter einem Dachl

Ein bisschen länger als geplant dauerte die Fahrt im österreichischen Railjet nach Innsbruck. die zwanzig Reisenden verpflegten sich kurz im hoteleigenen Restaurant und studierten erstmals die österreichische Küche. Beim kleinen Bummel durch die Innenstadt zwecks Sondierung der Einkaufsmöglichkeiten und touristischen Sehenswürdigkeiten entdeckte man, dass das Hotel sehr zentral gelegen war. Nur kurz um die Ecke und schon stand man in der Maria -Theresien -Strasse, dem Shoppingparadies der Frauen. Das wurde gleich von allen genutzt.

Zum Nachtessen traf man sich im altehrwürdigen Gasthaus zum goldenen Adler, in dem seit 1494 schon Göthe, Mozart und unzählige berühmte und gekrönte Häupter beherbergt wurden. Tiroler Spezialitäten wurden gereicht, bei denen Knöderln, Tafelspitz mit Krenschaumsauce und Apfelstrudel nich fehlten. Dezente Harfenklänge begleiteten den gemütlichen Abend.

Am Samstagmorgen wurden die Philatelisten von einer Fremdenführerin abgeholt und zu einem Rundgang eingeladen. Die Maria-Theresien-Strasse erhielt nun einen geschichtlichen Hintergrund, von dem man tags zuvor noch nichts geahnt hatte. Von der Neustadt in die Altstadt führte der Weg direkt zum Wahrzeichen von Innsbruck, dem von Kaiser Maximilian erbauten Goldenen Dachl. Leider muss der Verpackungskünstler Christo schon vorher da gewesen sein, denn das Dachl war wegen Renovationsarbeiten verhüllt. Im Dom zu St. Jakob bestaunten die Markenfreunde das Originalbild "Mariahilf" von Lukas Cranach dem Aelteren, das auf vielen Markenbildern, aber auch als Fassadenschmuck in der Stadt, zu sehen ist. Weiter ging es in die Hofburg, wo Kaiser Maximilian I , Kaiserin Maria Theresia und die legendäre Kaiserin Sissi residierten. Maria Theresia hat in einem riesigen Saal die Portraits ihrer 16 Kinder aufhängen lassen. In weiteren Räumen konnte man sehen, wo Kaiserin Elisabeth ( Sissi) stundenlang an ihrer Schönheit gearbeitet hat. Kaiser Maximilian setzte sich in der Hofkirche selbst ein Denkmal, in dem er 28 überlebensgrosse Bronzestatuen um sein Grabmal aufrichten liess. Die schwarzen Mander ( schwarze Männer, obwohl auch Damen darunter sind) zeigen seine Ahnen, Vorgänger und Vorbilder. Vollendet wurde dieses bedeutenste Denkmal Tirols erst einige Jahre nach seinem Tode und er selbst fand seine letzte Ruhe in Wien. Für postgeschichtlich Interessierte noch eine Anmerkung: Auf Maximilians Anweisung wurde 1490 die weltweit erste Postverbindung zwischen Mechelen/Brüssel und Innsbruck in Betrieb genommen ( Taxis`sche Postwesen). In der später angebauten Silbernen Kapelle befindet sich auch das Grabmal des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer.

Nach so viel Geschichte hatte man sich im Kaffee Sacher ein Stück Torte verdient. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Am Sonntag benutzten einige der Gruppe die Gelegenheit, den Alpenzoo mit den Nordkettenbahnen zu besuchen. Andere statteten, wegen des unsicheren Wetters, den zahlreichen Museen einen Besuch ab. Bei der lezten Besammlung vor der Heimreise sah man an den roten (Sacher) und blauen (Swarovski) Tüten, dass Philatelisten nich nur Brief-Marken sammeln. Das jüngste Mitglied brachte sogar ein wieherndes Pferd mit nachhause. Alles Schöne geht einmal zu Ende und so langten am Abend alle gesund und fast pünktlich (Edmondseidank) an ihrem Wohnort an.