Evang. - Reformierte Kirchgemeinde Olten
Oltner Senioren: Mit Kopf, Herz und Fuss das Oberbaselbiet entdeckt

Katharina Fuhrer
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Das Oberbaselbiet war dieses Jahr das Ziel des Frühlingsausflugs von Aktiv 66+, der Seniorenvereinigung der reformierten Kirche Olten. So fuhren wir am 15. Mai kurz nach Mittag in zwei Cars los und steuerten in einem grossen Bogen über Sissach – Wintersingen – Gelterkinden das Bauerndorf Wenslingen an. Auf dieser Strecke tat sich manch schöner Ausblick auf, Ausblicke allerdings, über denen immer dunklere Wolken hingen. In Wenslingen goss es dann eine Viertelstunde wie aus Kübeln.

Zum Glück klarte es aber rasch auf, und Frau Waldner von der örtlichen Culterra Tours erzählte uns am zweitgrössten Dorfbrunnen des Baselbiets die rundum sichtbaren kulturhistorischen Besonderheiten an Häusern, Strassen, Gärten und Feldern. Ein feines Zwetschgentörtli aus lokaler Produktion setzte den Schlusspunkt unter diesen ersten Teil.

Weiter ging‘s zu Fuss aus der typischen Talsohlen-Siedlung hinauf auf die Hochfläche des Tafeljuras. Blauer Himmel und Sonnenschein leuchteten nun die sattgrünen Felder aus. Wieder hörten wir Interessantes, unter Anderem über die Jura-Faltung, die daraus entstandenen Kastentäler und die zahllosen Obstbäume nah und fern. Nach 45 Minuten ging‘s wieder hinunter nach Oltingen, das Dorf am nördlichen Fuss des Schafmattpasses. Dieser Juraübergang war früher eine wichtige Verbindung Richtung Aarau, und über ihn drang nebst vielen andern Wörtern das Aargauer „Chriesi“ in die Baselbieter „Chersi“-Landschaft ein.

Unterdessen war ein Teil der Reisegäste mit dem Car längst in Oltingen eingetroffen und hatte dort das sehenswerte Kirchen-Ensemble mit angegliedertem Heimatmuseum besichtigt. Das wohlhabende Dorf hatte im Spätmittelalter namhafte Künstler aus Basel die Kirche mit gut erhaltenen Fresken bemalen lassen. Im vorletzten Jahrhundert kehrte dann auch hier die Armut ein. Zeuge davon ist ein Bandwebstuhl, der uns dort im Museum mit beachtlichem Lärm vorführte, wie Frauen und Kinder im Wohnzimmer die mageren Einkünfte aus der Landwirtschaft ergänzen mussten.

Von Oltingen brachten uns die Cars hinüber ins neu gestaltete Bad Ramsach, wo uns ein feiner Zvieri erwartete. Während im hellen Saal zum Abschluss Kaffee und Desserts auf den Tisch kamen, prasselte vor der Fensterfront das nächste Gewitter nieder. Alle freuten sich, dass es nicht früher gekommen war. Zufrieden fuhren wir nach sechs Uhr zurück nach Olten und verabschiedeten uns gut gelaunt voneinander.

Berchtold Moser

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