Natur - und Vogelschutzverein
Notunterkünfte für Mauersegler

Claudio Puppis
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Gerade noch rechtzeitig vor dem Eintreffen aus ihren Überwinterungsgebieten im südlichen Afrika, sind letzten Freitag acht Nistkästen für Mauersegler mit je vier Einfluglöchern am Baugerüst eines im Umbau stehenden denkmal-geschützten Gebäudes an der Spinnereistrasse in Turgi montiert worden.
Als ehemalige Bewohner der Alpen haben Segler zu denen der Mauersegler gehört, den Siedlungsraum zu ihrem Lebensraum gemacht, wo sie ebenfalls ein grosses Angebot an Nischen und Höhlen für die Brut finden. Besonders ältere Gebäude sind reich an Nischen, Rissen und Spalten, welche die Vögel als Nistplatz nutzen können. Heute gehen diese Brutmöglichkeiten bei Renovationen immer mehr verloren. In einem alten Gebäude im ehemaligen Spinnereiareal, wo seit Jahrzehnten Mauersegler brüten, wird seit ein paar Wochen ein denkmalgeschütztes Gebäude in Alterswohnungen umgebaut. Die baulichen Massnahmen haben zur Folge, dass die Mauersegler für dieses Jahr ihre Brutmöglichkeiten verlieren. Mauersegler gehören zur Familie der Segler und sind gemäss nationalem Jagdgesetz (JSG §7) geschützt. Brutplätze dürfen nicht zerstört und brütende Vögel nicht gestört werden. Nach sorgfältigen Abklärungen aller Möglichkeiten mit der Bauverwaltung und dem Architekten, haben letzten Freitag Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Turgi zusammen mit Andres Beck, Biologe, Beauftragter des Kantons für Seglerschutz, Nisthilfen die vom Naturwerk Windisch aus Sperrholz angefertigt worden sind, am Baugerüst montiert. Leider werden in Zukunft durch die baulichen Massnahmen rund 25 Einfluglöcher und somit Brutmöglichkeiten in südlicher Ausrichtung verloren gehen. Diese versucht man noch am Gebäude zu kompensieren. Mauersegler die ausser beim Brutgeschäft das ganze Leben in der Luft verbringen, fallen besonders an warmen Sommerabenden auf, wenn sie in Gruppen und mit hoher Geschwindigkeit sowie lauten „sriiii“-Rufen um die Häuser fliegen und hoffentlich auch in Zukunft in Turgi bestaunt werden können.

Markus Speck

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