Natur-und Vogelschutzverein
Nisthilfen für Mehlschwalben

Der Natur- und Vogelschutzverein Dintikon hat zusammen mit den beiden 5. Klassen aus Dintikon 28 Nisthilfen für Mehlschwalben gebaut und am Mehrzweckgebäude montiert. Ein Wettbewerb soll die Schülerinnen und Schüler nun anspornen, zu beobachten, was sich rund um die Nisthilfen tut.

Marcel Siegrist
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Nelly Tanner, die Vogelspezialistin des Natur- und Vogelschutzvereins Dintikon, hat eines Tages bemerkt, dass Mehlschwalben damit begonnen haben, an der Mauer unter dem Dach des Mehrzweckgebäudes Nester zu Bauen. Für jemanden, der sich nicht auskennt in diesen Dingen, sahen die Flecke an der Mauer ganz oben unter dem Dach des Mehrzweckgebäudes einfach aus wie schadhafte Stellen im Verputz. Aber Nelly Tanner erkannte, dass hier Mehlschwalben mit dem Mauern von Nestern begonnen hatten. Präsident Paul Nietlispach reagierte darauf mit der Idee, mit Schulklassen Nisthilfen zu bauen. Der Gemeinderat sei sofort einverstanden gewesen, freut er sich. Nun musste er herausfinden, wie man das Ganze am besten anpackt und was für Material man dazu braucht. Im Internet fand er die nötigen Informationen. Mit den beiden 5. Klassen konnte er sich nun an die Arbeit machen. Plastikschälchen auf einem Styroporboden dienten als Formen für die Nisthilfen aus Holzbeton, der gemischt wurde aus etwa 1 Liter Späne auf 0,6 Liter Zement. Dazu natürlich Wasser und damit das Holz nicht gleich verwest noch Kalziumchlorid. „Rauchschwalben wollen ein Nest, das oben offen ist, dasjenige der Mehlschwalben muss im Gegensatz dazu oben geschlossen sein", erklärt er. Mit viel Eifer machten sich die Kinder ans Werk. Zuerst mussten Schrauben in ein Brettchen hinein geschraubt werden, Dübel wurden als Schutz darauf gesetzt und es konnte mit Betonieren begonnen werden. Später wurden die fertigen Werke, zum Teil sehr kunstvoll, mit den Namen der Erbauer und Erbauerinnen versehen, so dass man nun auch vom Boden aus sehen kann, wer die Nisthilfen gebaut hat.
Am letzten Samstag wurden die Nisthilfen am Mehrzweckgebäude montiert. Die Idee wäre eigentlich gewesen, dass die Schüler welche sie gebaut haben, auch bei der Montage mithelfen würden, aber diese haben sich offensichtlich damit begnügt, sich am Montag das fertige Werk anzusehen. Bei der Montage dabei waren aber sieben Kinder aus dem Verein, und die haben wacker mitgeholfen, die Nisthilfen mit Kotschutzleisten zu versehen. Markus Meier und Vizepräsident Peter Schweizer haben sie dann mittels eines Skywalkers so montiert, dass sie jederzeit zum Putzen ganz einfach wieder abgenommen werden können. Die Kotschutzleisten werden jedes Jahr im Herbst, abgenommen und gereinigt. Ob auch die Nester gereinigt werden müssen oder ob die Schwalben das selbst tun, wird sich weisen.
Die Chance ist gross, dass die Mehlschwalben die Nisthilfen annehmen, schliesslich haben sie sich den Platz selbst ausgesucht. Nun brauchen sie nur noch Naturstrassen mit Wasserpfützen, welche den Rohstoff für die Fertigstellung der Nester liefern. Dann beginnen sie zu betonieren, bis das Nest fertig ist.
Damit die Kinder sich damit befassen, was sich nun tut, führt der Verein einen Wettbewerb für alle Klassen durch. Das 1. eingereichte Bild und die schönste Bilder gewinnen einen Preis. Bedingung ist, dass Mehlschwalben und Nisthilfen auf dem Foto zu sehen sind.
Im Weiteren plant der Verein, von nun an jedes Jahr etwas mit den Fünftklässlern zu machen. (pwe)