Grüne Stadt Solothurn
Naturexkursion der Grünen: «Wildbienen»

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Die traditionelle Naturexkursion der Grünen Stadt Solothurn war dieses Jahr den Wildbienen gewidmet. Der Fachmann Claude Salafia vermittelte einer interessierten Zuhörerschar viele interessante Informationen, auch zum Thema «Bienenhotel». Besonders wies er darauf hin, wie wichtig das Vorhandensein einheimischer Pflanzenarten sei. Geranien, oder die mit Zierblumen bepflanzten Tröge, gerade vor dem Baseltor, wo die Führung begann, sind zwar schön anzuschauen, bieten aber kein Futter für die Wildbienen.

Viele spezialisierten und hochspezialisierten Wildbienenarten suchen Pollen nur bei einer einzigen Pflanzenart oder Gruppe von ähnlichen Pflanzen. Das bedeutet, dass diese Arten nur während 4-6 Wochen zu sehen sind, was gleichzeitig auch die Lebensdauer der betreffenden Bienen ist. Auf einer langen Liste hatte Claude Salafia die in Deutschland vorkommenden, nicht ganz 600 Wildbienenarten zusammengestellt – in der Schweiz waren es bei der letzten Erfassung noch mehr. Eine für 2020 geplante Kontrolle wird zeigen, ob diese noch alle festgestellt werden können.

In den letzten Jahren sind «Bienenhotels» populär geworden – darin nisten aber nur wenige Arten. Die meisten Wildbienen sind Bodennister – einzelne Arten nisten einen halben Meter unter der Oberfläche. Viele dieser Hotels sind laut Salafia falsch gebaut, z.B. mit Röhrchen, die beidseitig offen sind, einheitliche Durchmesser aufweisen oder nicht sauber gearbeitet sind – der Eingang muss absolut glatt und splitterfrei sein. Auch die Kombination mit Kieferzapfen oder Holzwolle zeuge von mangelnder Sachkenntnis, da diese als Nistplätze für Pollenräuber dienen. Ideal sei die Kombination von Röhrchen verschiedener Pflanzenarten wie Schilf, Liebstöckel oder Bambus. Brombeerranken oder andere markgefüllte Pflanzenteile sollten als längere Stücke vertikal z.B. an einem Zaun befestigt werden. Wichtig ist aber natürlich vor allem, dass die geeigneten Pflanzen in der Nähe der angebotenen Nistplätze vorhanden sind.

Leider konnten auf der Führung nur wenige Wildbienen gesichtet werden, insbesondere Hummeln, die auch dazu gehören. Trotzdem wurde der Referent in intensive Diskussionen verwickelt, was die Exkursion erneut zu einem Erfolg werden liess. Für nächstes Jahr haben sich die Grünen das Thema «Wildgarten» vorgenommen, also die «Weideplätze» der Wildbienen.

Bericht von Thomas Kaegi