Natur- und Vogelschutzverein Suhr
Nach 75 Jahren aus dem Korsett befreit

Hans-Ruedi Kunz
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Das Ufergehölz muss der Aufweitung weichen Der erste Schritt erfolgte im März 2014 mit der Entfernung des Ufergehölzes
Die Erweiterung des Flussbettes nimmt Gesalt an Die Ufer sind abgeflacht, die Suhre hat viel mehr Platz als zuvor
Die Suhre bei "kleinem Hochwasser" Die Suhre führt hier etwa fünfmal soviel Wasser wie im Jahresdurchschnitt
erste Abbruchstellen am Prallhang Das Hochwasser hat einige Uferpartien abrutschan lassen
Insel, flache Ufer, Buhne Die Buhne am linken Bildrand drückt die Hauptströmung nach rechts
erfolgreiche Vereinsexkursion des NVV Suhr Viele Interessierte verfolgen die Ausführungen von Thomas Gebert
viele Interessierte an der Suhre Das Projekt der Suhreaufweitung stösst auf reges Interesse
"Festwirtschaft" im Schatten Viele der Teilnehmenden stärkten sich anschliessend in der improvisierten Festwirtschaft

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Als im März 2014 das Ufergehölz an der Suhre bei der Holzbrücke zwischen Entfelden und Suhre gerodet wurde, erschraken viele Spaziergängerinnen und Radfahrer. Eine Infotafel klärte bald auf, dass hier auf einer Strecke von knapp 300 Metern die Suhre ein breiteres und naturnahes Bett bekommen soll. Das im letzten Herbst abgeschlossene Projekt war Ziel einer gut besuchten Vereinsexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Suhr. Thomas Gebert von der Sektion Wasserbau des Kantons Aargau führte die über sechzig Personen kundig durch das Gebiet.

In den 1940-er Jahren wurde die Suhre zwischen Entfelden und Suhr – im Rahmen der Anbauschlacht – rund zweieinhalb Meter tiefer gelegt und in ein schnurgerades Bett gezwängt. Ziel war es, die Ebene zwischen Entfelden und Suhr, welche zuvor als Wässermatten ausschliesslich als Grasland genutzt wurde, zu entwässern und in fruchtbares, ertragreiches Ackerland aufzuwerten. Dass dabei Naturwerte verloren gingen, war kaum ein Thema, Selbstversorgungsgrad und Kriegsangst beherrschten Denken und Handeln der Menschen.

Die ersten Aufwertungsschritte bestanden darin, die flache und monotone Flusssohle mit grossen Steinen zu unterbrechen und so unterschiedliche Strömungsverhältnisse im Gewässer zu bewirken. Ausserdem wurden vielerorts Betonverbauungen entfernt und durch Steinblöcke ersetzt.

Erst in jüngster Zeit ging der Wasserbau dazu über, den Gewässern in erster Linie mehr Platz einzuräumen. Mit schweren Baumaschinen wird die „Initialzündung“ gegeben. Das Terrain wird auf verschiedene Niveaus abgesenkt, Buhnen steuern grob den Verlauf der Hauptströmung. Die eigentliche Gestaltung des Gewässerraumes übernimmt dann das Wasser, insbesondere Hochwasserereignisse. Ein solches gab es Anfang Mai an der Suhre bereits. So entstand eine breite Kiesbank, die vom Wasser teilweise überströmt wird, während am Ufer erste Abrisse entstanden. Eine solche Aufwertung habe ihr Ziel erreicht, erläuterte Thomas Gebert, wenn nach einigen Jahren die Spuren der Baumaschinen in der Landschaft nicht mehr erkennbar seien.

Es wird spannend sein, die Entwicklung dieser Fläche in den nächsten Jahren weiter zu verfolgen, darin waren sich alle Besucherinnen und Besucher einig.

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