Turnverein
Möhlins zweiter Anlauf

Die Aufstiegsrunde haben die Erstliga-Handballer des TV Möhlin erreicht. Nun lockt die Nationalliga B. Doch der Weg dorthin ist steinig.

Marcel Siegrist
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Fünf Spiele hat der TVM im Rahmen der Aufstiegsrunde zu absolvieren. Gestartet wird am Sonntag auswärts gegen West HBC (16 Uhr), dann empfängt Möhlin Chênois. Als Tabellenzweiter der Vorrunde müssen die Fricktaler dann noch zweimal auswärts antreten (Willisau und Arbon), dazwischen ist Muri zu Gast im Steinli. Die ersten beiden Mannschaften nach dieser Einfachrunde werden in die NLB aufsteigen. Möhlin ist sich bewusst, dass ihnen diese Partien viel abfordern werden. Will das Team aufsteigen, muss es stets auf hohem Niveau spielen.
Diese Aufstiegsrunde war zu Beginn der Saison das Ziel von Möhlin. Dann aber musste es schon bald angepasst werden. "Denn zwischenzeitlich spielten wir aufgrund der vielen Verletzungen mit acht, neun Akteuren", so Assistenztrainer Adrian Amsler. "Aber dafür haben wir uns sehr gut verkauft. Ja, wir sind zufrieden, dass wir so weit gekommen sind, weil Mitte Saison wohl niemand mehr viel auf uns gewettet hätte." Die Mannschaft hat sich dadurch weiterentwickeln können und sich auch nach Dämpfern wieder aufgerichtet und weitergekämpft.
Nach vergangener Saison versucht sich der TVM nun zum zweiten Mal hintereinander am NLB-Aufstieg. Vor einem Jahr besiegten die Fricktaler zum Auftakt auswärts Birsfelden und gaben danach gegen Grauholz zu Hause entscheidende Punkte ab. Dieses Jahr startet Möhlin ebenfalls gegen den Tabellenzweiten, allerdings West - und wiederum ist ein Sieg Pflicht. Danach will es das Team gegen Chênois zu Hause aber besser machen als gegen Grauholz. "Kämpfen wir gleich wie damals ist unsere Chance da", ist Amsler überzeugt. Diesmal nämlich sollen die Nerven halten, und gegen Chênois sei der TVM der Aussenseiter.
"Aus den ersten drei Spielen müssen wir mindestens vier Punkte holen", stellt Amsler klar, "sonst wird es schwierig. Doch wir sollten nicht immer nur vom Aufstieg reden." Zunächst wird in Crissier gespielt. "Wenn dort jeder seine Aufgabe kennt und löst, kommt es gut."
West ist ein unangenehmer Gegner, der schon letzte Saison unbedingt in die NLB aufsteigen wollte. Das Team glänzt weniger mit schönem Zusammenspiel als vielmehr mit schnellen Kontern über die Aussenspieler sowie den wurfgewaltigen Aufbauspieler. Das Prunkstück jedoch ist die aufsässige Abwehr, welche hart und aggressiv zur Sache geht und den Gegner schnell einmal verunsichert. Nur viermal verlor West in dieser Saison, deren zweimal zu Hause (Chênois und Birsfelden).
Auf der Möhliner Verletztenliste stehen mit Sandro Soder und Florian Hürbin wichtige Spieler. Doch Lamentieren liegt Amsler nicht: "Wir sind es nun schon gewohnt, dass die Mannschaft immer wieder ergänzt wird." Entsprechend unbeschwert kann der Junior Simon Neuenschwander auf dem Rechtsaussen für Soder versuchen, das Vertrauen zu rechtfertigen.
Auf treue Fans ist der TV Möhlin bei den drei Auswärtsspielen besonders angewiesen. Deshalb wird ein Car nach Crissier fahren. Abfahrt ist am Sonntag um 11.30 Uhr ab Schwarb. Mitfahrende ab 18 Jahren bezahlen 20 Franken. (vkr)