Fasnacht-Zunft
Mit Bauchgefühl zum Erfolg

Tambouren der Fasnachtszunft Ryburg am Tambouren- und Pfeiferfest in Interlaken

Marcel Siegrist
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8 Bilder

Am 25. Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest in Interlaken, das am Wochenende stattfand, waren die Tambouren der Fasnachtzunft Ryburg aus Möhlin kaum zu bremsen. Die Ryburger Sektion verteidigte ihren Schweizermeistertitel aus dem Jahr 2006 erfolgreich und im Einzel gelang ein sensationeller Dreifachsieg in der Höchstklasse. Ivan Kym wurde zum vierten Mal Schweizermeister vor Stefan Freiermuth und Fabian Egger.
Wenige Minuten vor dem dritten und letzten Wettspielvortrag: Die 25 Tambouren der Ryburger Sektion stellen sich im Warteraum auf. Dirigent Ivan Kym ruft die ersten Takte der zu spielenden Trommelkomposition „Inferno" in Erinnerung. Musizieren im Piano. Die Gruppe hört aufmerksam zu. Jeder einzelne konzentriert sich auf das, was in wenigen Augenblicken zählen wird: Befreit aufspielen, ohne Angst, mit Bauchgefühl. Ein letztes Mal singt Ivan Kym den Beginn des Stücks Inferno vor. Ein Beginn, der so leise ist, dass ihn kaum jemand im Festzelt hören wird. Dann ist es soweit. Die Nervosität ist abgelegt, die Aufmerksamkeit fokussiert. Es gibt in diesen Minuten nur noch eines auf der Welt: Trommeln.
Den Ryburger Tambouren gelang der letzte Wettspielvortrag nach Wunsch, genauso wie zuvor der Marsch „dr Zigüner" und die zweite vorgetragene Komposition „Supernova". Alle drei Stücke hat Ivan Kym selbst komponiert. Die Komposition „Supernova" entstand vor eineinhalb Jahren und gilt als äusserst schwer zu spielen in der Gruppe. Als erste Sektion präsentierte die Fasnachtzunft Ryburg in Interlaken das Stück an einem Wettspiel. Der Weg dahin war aufwändig und die Vorbereitung begann bereits vor einem Jahr. In der finalen Phase wurde viermal pro Woche intensiv geprobt. Der Aufwand hat sich gelohnt: Mit grossem Vorsprung auf den Tambourenverein Laupersdorf-Thal, den Erzrivalen, konnte die Ryburger Sektion verdient den Schweizermeistertitel in der Höchstklasse (S1) bejubeln. Vor vier Jahren am Eidgenössischen in Basel hatten sich die beiden Sektionen den Titel noch punktgleich geteilt.

Dreifacher Ryburger Sieg
In exzellenter Verfassung präsentierten sich die Tambouren der Fasnachtzunft Ryburg im Einzelwettspiel. In der Höchstklasse (T1) wurde ein Dreifachsieg gefeiert. Ivan Kym zeigte im Finale des Wettspiels seine ganze Klasse und verwies die aufstrebende junge Generation aus den eigenen Reihen in die Schranken. Für die Darbietung seiner Komposition „Supernova" erhielt er von der Jury nur Bestnoten. Einwandfrei in technischer Ausführung, Rhythmus und Dynamik: Kym legte damit den Grundstein zu seinem vierten Titel an einem Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest. „Das Bauchgefühl", sagt Kym, „ist der Schlüssel zum Erfolg".
Dass der Ausgang des Trommelwettstreits auf höchstem Niveau dennoch lange offen blieb, dafür sorgten Stefan Freiermuth und Fabian Egger. Bis ins Finale zeigten sie sich Trommelkünstler Kym ebenbürtig und komplettierten schliesslich mit dem zweiten (Freiermuth) und dem dritten Rang (Egger) das Ryburger Podest. Ins Finale schafften es auch Simon Jenzer (6. Rang) und Marc Burkhalter (17. Rang). Nicht ganz für das Finale gereicht hat es Gregor Maier, der für seine gute Leistung aber ebenfalls mit einem Kranz ausgezeichnet wurde.

Starke Jungtambouren
Ein Blick auf die Rangliste der höchsten Jungtambourenkategorie (T1J) offenbart ein ähnlich erfreuliches Bild. Michael Rickli holte in dieser Kategorie den Sieg für die Fasnachtzunft Ryburg und André Rütti auf dem zweiten Platz sorgte gar für den Doppelsieg. Die Ryburger Veteranen standen den Jungtambouren in ihrer Leistung kaum nach. Sandro Cocco und Romeo Wyss platzierten sich auf den hervorragenden Rängen fünf und acht. Das Eidgenössische in Interlaken bescherte der Fasnachtzunft Ryburg einen in der bisherigen Vereinsgeschichte einzigartigen Erfolg.

Bilder:
Höchste Konzentration beim Vortrag der Komposition „Inferno" im Festzelt.
Jubel der Ryburger Tambouren, die soeben Schweizermeister geworden sind.
Ryburger Podest in der Höchstklasse: Ivan Kym gewinnt zum vierten Mal ein Eidgenössisches Tambouren- und Pfeiferfest. Stefan Freiermuth (l.) wird Zweiter, Fabian Egger Dritter.
Die Ryburger feiern den Dreifachsieg.
Zurück in Möhlin: Die Tambouren der Fasnachtzunft Ryburg werden feierlich empfangen.
Applaus: Das Eidgenössische in Interlaken war ein grosser Erfolg.
Die drei besten Tambouren der Schweiz: Ivan Kym (sitzend), Stefan Freiermuth (l.) und Fabian Egger.

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