Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Aargau
Migrantinnen nähen für ihre Integration

SRK Kanton Aargau
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Mode von Migrantinnen: Die zwölf Models und die Nähatelier-Leiterin Olga Gontcharova (auf dem Stuhl) präsentieren stolz ihre Eigenkreationen.

Mode von Migrantinnen: Die zwölf Models und die Nähatelier-Leiterin Olga Gontcharova (auf dem Stuhl) präsentieren stolz ihre Eigenkreationen.

Zwölf Migrantinnen zeigten diesen Mittwoch in Rheinfelden ihre modischen Eigenkreationen. An der siebten Modenschau im Nähatelier des Schweizerischen Roten Kreuzes Aargau bewiesen sie nicht nur Modeltalent sondern auch, dass Nähen die Integration fördern kann.
Rheinfelden.– Zu spanischen Rhythmen schreiten Rabia Bangofur und ihre zwei Söhne über den Catwalk im Rheinfelder Altstadtbau. Dem 5-jährigen Elias und dem 8-jährigen Ryan sieht man an, dass sie diesen Laufsteg nicht zum ersten Mal betreten. Selbstsicher stemmen sie die Arme in die Hüfte über Mamas selbstgenähten Pyjamahosen. Das Publikum applaudiert begeistert.
Integration in den Alltag integrieren
„Rabia aus Marokko kommt bereits seit dem ersten Tag vor sieben Jahren in unser Nähatelier und zeigt uns in diesem Lauf, was sie für ihre Söhne genäht hat“, moderiert Schneiderin Olga Gontcharova. Die Leiterin des Nähateliers ist selbst vor 16 Jahren in die Schweiz gezogen und weiss, dass die Integration gerade für Mütter oft besonders schwierig ist. „Die Frauen kümmern sich meist zu Hause um die Kindererziehung und den Haushalt. Da hat man wenig Gelegenheit die Kultur und die Einheimischen kennenzulernen“, erläutert sie.
Dem will das, vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Aargau geführte, Nähatelier Abhilfe schaffen. Die Besucherinnen lernen nicht nur selbst Kleider zu nähen und zu flicken, sondern können auch ihre Deutschkenntnisse verbessern oder Alltagsprobleme diskutieren. Die ausgelassene Stimmung an der siebten Modenschau lässt vermuten, dass dabei auch viele Freundschaften entstehen. Türkinnen, Syrerinnen, Portugiesinnen, Afghaninnen, Marokkanerinnen, Italienerinnen und Schweizerinnen klatschen füreinander, lachen miteinander und fotografieren sich gegenseitig in ihren Eigenkreationen.
Ein Ort des Austausches
Masumeh Scharivi aus Afghanistan posiert stolz in ihrem selbst entworfenen schwarzglitzernden Blazer. Sie war bereits in ihrem Heimatland als Schneiderin tätig und kommt seit etwa einem halben Jahr an beiden offenen Tagen ins Nähatelier. „Hier treffe ich Frauen, denen es ähnlich geht wie mir und mit denen ich mich austauschen kann“, erzählt sie freudig. Die Afghanin lebt bereits seit sechs Jahren in der Schweiz, aber so einen Ort kannte sie zuvor noch nicht.