Grüne Brugg
Mehr Strassen verkürzen keinen Stau

Stephanie Baumgartner
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Die Grünen Brugg begrüssen die Bemühungen des Kantons, für siedlungsverträglichen Verkehr im Zentrum zu sorgen. Eine sorgfältige Auslegeordnung tut wirklich Not. Vom ursprünglichen Gesamtpaket wurde der Baldeggtunnel gestrichen und die Nordumfahrung Windisch ist infrage gestellt, wie am Podium zum kantonalen Projekt "Ostaargauer Strassenentwicklung" (OASE) bekannt wurde. An der Südwestumfahrung Brugg will der Kanton festhalten, obwohl sie dem Nadelöhr Aarebrücke-Neumarktknoten keine Entlastung bringen wird. Das von den Grünen favorisierte Verkehrsmanagement mit Zuflussdosierung, Busbevorzugung und Verkehrslenkung gilt nach wie vor als sinnvoll, scheint aber seit fünf Jahren nicht durchsetzbar zu sein.

Im Grossraum Baden starten oder enden 85 % der Autofahrten vor Ort. Vergleichbare Zahlen wurden auch in regionalen Zentren anderer Kantone gemessen. Während sich OASE im Grossraum Baden auf eine detaillierte Kennzeichenerhebung abstützen kann, basieren Aussagen zum Binnen-, Ziel-/Quell- und Durchgangsverkehr im Raum Brugg-Windisch auf Schätzungen. Brugg sei atypisch, meinte der Regierungsrat, der Durchgangsverkehr mache 30 % aus. Diese Zahl wurde bei der Kennzeichenerhebung nicht gemessen, könnte aber auf der Achse Brugg-Zurzacherstrasse – Aarebrücke – Neumarktknoten – Windisch-Hauserstrasse zu gewissen Tageszeiten richtig sein. Die restliche Verkehrsbelastung in Brugg-Windisch ist zu über 80 % hausgemacht und lässt sich mit dem angedachten Tunnel durch den Bruggerberg nicht aus dem Zentrum schaffen. Wer am Jugendfest, einem lokalen Feiertag mit geschlossenem lokalen Handel und Gewerbe, den verbleibenden Verkehr beobachtet, wird dies bestätigt finden. Einzig am Nadelöhr Neumarktknoten fliessen grössere Mengen Verkehr. Es sind nicht die anderen. Wir selbst sind gefordert mit dem sparsamen Gebrauch des Autos einen Beitrag zur Verringerung des Verkehrs im Zentrum zu leisten.

Die Grünen Brugg fordern deshalb weiterhin, zuerst die stärkste Massnahme, ein Verkehrs-Management auf dem bestehenden Strassennetz, durchzusetzen und Anreize zur Reduktion der Autofahrten und zur Steigerung des Langsamverkehrs zu schaffen. Nach einer Phase der Erprobung wird sich zeigen, welche zusätzlichen Strassen noch gebraucht werden. Die Südwestumfahrung wird es nicht sein.